Es reicht! Wir können uns die scheiß Mieten nicht länger leisten!
Wer als Student*in, Azubi oder Mensch mnit niedrigem bis mittlerem Einkommen in München lebt, sieht sich mit unbezahlbaren Mietpreisen und hohen Lebenshaltungs- kosten konfrontiert. Man kann sich glücklich schätzen, wenn man in München überhaupt eine Wohnung zum Leben findet - geschweige eine, die man sich leisten kann.
Mit 850€ für ein WG-Zimmer ist München die teuerste Stadt für Student* innen in Deutschland! In zentralen Vierteln hat sich der durchschnittliche Mietpreis in den vergangenen 15 Jahren auf über 25 € pro m2 verdoppelt. Damit ist es der höchste Quadratmeterpreis in ganz Deutschland und 10€ über dem Durschnitt in Städten wie Berlin oder Hamburg. Und so kommt es, dass Münchner*innen mittlerweile bis zu 40 % ihres Einkommens für das Wohnen zahlen. Für etwas, was eigentlich ein Grundbedürfnis sein sollte!
Gleichzeitig stehen in München 22.000 Wohnungen und 1.800.000 m² Gewerbefläche leer. Das könnte Wohnraum für bis zu 50.000 Menschen bedeuten. Dennoch steigen die Mieten immer weiter. Doch die Politik schaut dabei zu...
Die ganze Scheiße hat System!
Profitieren tun Vermieter*innen, Immobilienkonzerne und Investmentfonds. Wohnungen dienen als Anlageobjekte, Häuser werden Spekulationsmasse und ganze Stadtteile zur Warer während gleichzeitig Steuern, Regulierungen oder andere Verpflichtungen umgangen werden. Die Politik tut nichts, auch wenn alle Parteien yon CSU bis Grünen Wahlwerbung damit machen, dass sie die Mieten senken ond mehr für kulturelle Vielfalt tun würden. Während kaum öffentlich zugängliche Begegnungsorte geschaffen werden, blockiert die IAA (Internationale Automobil-Ausstellung) einmal im Jahr große Plätze in München und zahlt dafür lediglich 30 Cent pro Quadratmeter am Tag.
Auch bei den teuren Wiesn-Besuchen, den unerschwinglichen Konzerten am Königsplatz oder der Silvestermeile auf der Leopoldstraße, wird deutlich: Die Stadt verkauft offentlichen Raum für kommerzialisierte Events, die sich nur noch die Wohlhabenden leisten können. Konzerne und Investmentfonds ohne Bezug zu unserer Stadt bereichern sich, während diejenigen, die hier leben und arbeiten, sich München immer weniger leisten können.
Von der Maxvorstadt, dem Glockenbachviertel und Westend der 90er Jahre ist kaum mehr etwas übriggeblieben. Was als Aufwertung "vermeintlich günstigerer" oder "strukturschwacher" Viertel dargestellt wird, bedeutet in Wahrheit die Verdrängung von Menschen und die Zerstörung von Räumen für Kreativität, Kultur und alternatives Leben. Investor*innen zerstören den Charakter der Stadt mit neuen Luxusbauten an jeder Ecke. Yuppie-Cafes wie LAP, Plex oder sonstige Ketten breiten sich ber die gesamte Stadt aus.
Aus ehemaligen Kneipen werden Bars 15-Euro- Cocktails. Aus Werkstätten werden Lofts. Aus selbstorganisierten Projekten werden kommerzielle iventlächen. Aus Freiräumen werden Grundstücke mit Renditepotenzial. Was nicht ins Bild passt, wird verdrängt! Pseudo-alternative Räume wie das Bahnwärter Thiel bieten dabei nicht die Antwort auf diese Entwicklung, sondern sind Teil des Problems: Den Viehhof als einstige Freifäche für Kreative gibt es so nicht mehr. Stattdessen nutzt der Bahnwärter Thiel seinen äußerlich subkulturellen Charme, um kommerzielle Ziele zu verfolgen.
Und genau dagegen müssen wir uns organisieren!
Denn München ist keine Kulisse für die nächste Luxuswohnung, das nächste Bürogebäude oder den nächsten schicken Concept Store. München sind die Menschen, die hier leben. Diejenigen, die hier studieren, in Kneipen jobben, nachts in Krankenhäusern arbeiten, morgens die U-Bahn putzen, Pakete ausfahren, Kinder betreuen, lernen oder Kunst machen.
Wir sind diejenigen, die diese Stadt am Laufen halten. Und wir sind diejenigen denen sie genommen wird.
Deshalb kommt mit uns auf die Straße, denn: Die Stadt gehört uns!Gegen den Ausverkauf unserer Viertel! Gegen Verdrängung und Mietenwahnsinn! Für selbstorganisierte und solidarische Räume! Für eine Stadt, in der alle leben können!
Sagt euren Freund*innen Bescheid und lasst uns am 16.10. unserer Wut Ausdruck verleihen.
19 Uhr - Josephsplatz