Ein Leuchtfeuer erhellt eine Kabelbrücke, um ein fossiles Kraftwerk vom Stromnetz zu trennen. Mit beachtlicher Reichweite. Wirkungsvoll und polarisierend.
Als „Vulkangruppe : Den Herrschenden den Saft abdrehen“ wenden wir uns mit einer dritten Erklärung an euch. Wir wollen ein paar Dinge klarstellen. Wir äußern uns auch zu den bezüglich der Aktion aufgetretenen Widersprüchen.
Während die Brücke noch nicht erkaltet war, wurden von der EU bereits zwanzig neue Gaskraftwerke für Deutschland bewilligt.
Das ist der verheerende Normalzustand, der sich zum dauerhaften Ausnahmezustand entwickelt.
Wir können nicht warten. Bald könnte jeder Widerstand aussichtslos sein.
Wir handeln in Notwehr! Die Zerstörung der Erde mit ihrer Artenvielfalt muss gestoppt werden. Das Leiden ist jetzt schon unvorstellbar.
Wir handeln auch, weil Widerstand ein Lebenselixier ist, angesichts der aussichtslos erscheinenden globalen Katastrophen.
Die Aktion vom 3.1.2026 wird wahrscheinlich erst in ein paar Jahren in seiner politischen Bedeutung erkannt und ihren Platz im Repertoire notwendiger Interventionen finden. Noch herrscht einige Verunsicherung hinsichtlich der politischen Einordnung und der praktischen Schlussfolgerungen. Wir wünschen uns jetzt (!) eine Debatte dazu. Wir wünschen uns, dass eine traditionelle, auf den Erhalt des Status-Quo bedachte Linke, sich endlich den fundamentalen Problemen unserer Zeit stellt.
Ob von dieser noch eine Bedrohung für die Tech-Faschisten und deren autoritäre Träume ausgehen wird, halten wir für fraglich.
Viele Linke sind mittlerweile so stark in die hegemoniale imperiale Lebensweise eingewebt, dass weder politisch noch sozial der eigene Status erkannt und hinterfragt wird. Alternativen können so weder gedacht, vermittelt noch erkämpft werden.
Auch wir kennen keinen geraden Weg in eine von aller „Herr“schaft befreite Gesellschaft. Wir wissen aber, dass es einer mit vielen Abzweigungen, Irrtümern, Niederlagen und Schmerzen ist. Und vielleicht gibt es auch Momente des Glücks, der Hoffnung und der Zuversicht. Ganz sicher ist, wir wollen und können ihn nicht alleine beschreiten. Deshalb wenden wir uns an euch, die ihr die Offenheit und Bereitschaft nach grundsätzlicher Veränderung habt.