Bildung

Wien: Antifaschistische Kritik an der Anti-ESC-Querfront

 Wir wollen mit diesem Text auf die Entwicklung hin zu einer Anti-ESC-Querfront hinweisen und die beteiligten linken Gruppen in dieser Hinsicht kritisieren.

Revolutionäre 1. Mai Demo blockiert!

Die 1. Mai Demo in Berlin wurde von besoffenen Jugendlichen blockiert, die nicht einmal gemerkt haben, dass sie mitten auf der Demoroute stehen.

Das Argument ist immer wieder, dass der 1. Mai zu gewaltvoll sei. Migrantifa und mit uns viele andere, die an der Demo teilnahmen, sprechen von „(...)einer der gefährlichsten 1. Mai Demos der letzten fünf Jahre(…)“. Denn wie wir spätestens seit der Loveparade 2010 wissen; einen erstickenden Menschenandrang sollte man nicht unterschätzen. Wer zur Demo wollte, musste durch ein Meer aus besoffenen Vape-rauchenden Tiktok-Teenies und hatte Glück, wenn er noch Luft bekommen hat. Man wurde nicht nur von besoffenen kleinen Jungs angetanzt, sondern hat auch ein Gedränge erlebt, dass gefährlich nah an einem Crowd Crush war.

Während in Palästina und im Libanon im großen Stil mit deutschen Waffen vertrieben und vernichtet wird, die Deutsche Regierung das fleißig unterstützt und nebenbei den „Sozialstaat“ abbaut, Kürzungen im Gesundheitswesen und der Kulturbranche vornimmt und wieder faschistische Ideale in den Vordergrund stellt, meinen viele wirklich es gäbe noch etwas zu feiern. Ein Schlag ins Gesicht für die vielen Palästinenser, für die von den Protesten das Leben ihrer eigenen Familie abhängt. Und für die Menschen aus der Unterschicht und Arbeiterklasse, die sich für Hungerlöhne abschuften. Oder Menschen mit Behinderung und chronischen Krankheiten, die in noch größere Systemlücken fallen.
2003 ging die ganze Scheiße los, mit dem Myfest als Party-statt-Randale-Strategie. Es findet nicht mehr statt, doch die Menschen gehen trotzdem weiter nach Kreuzberg. Es ist halt „angesagt“.

Dieses Jahr hat die Partei Die Linke nicht weit von der eigentlichen Demo Ikkimel und Co. eingeladen und somit die Logik des Myfests übernommen. Kreuzberg wurde im Massensaufen und Techno-Geballer vergraben.
Wir beobachten schon lange eine Institutionalisierung der linken Szene. Die Szene wird absorbiert und assimiliert bis zum geht nicht mehr. Nirgendwo war das bisher so deutlich zu spüren wie beim diesjährigen 1. Mai.

Die Demoteilnehmer saßen stundenlang fest und wurden von Feiernden am Demonstrieren gehindert. Nachdem sich die Blöcke Stück für Stück mühsam durchquetschten, waren sie getrennt und erschöpft. Konterrevolution par excellence. Aber haben sie es jetzt endgültig geschafft?
Nicht wenn wir aus den Geschehnissen lernen und unsere Strategie verbessern. Man sollte mal wieder in einer anderen Gegend laut werden (z.B. Wedding/Mitte). Ihr mögt an die Utopie glauben, diese besoffenen Zombie-Tiktoker noch irgendwo abzuholen und fasst sie lieber mit Samthandschuhen an. Aber sie checken es halt nicht und die Verblödung nimmt zu. Wenn man vor den feiernden auf großer Leinwand Videos von Israelis zeigen würde, wie sie beispielsweise in den Trümmern einer zerstörten Schule in Gaza tanzten (True Story), würden diese Menschen das auch noch feiern. Sind wir doch mal ehrlich; Sie wollen temporäre Freiheit, wir wollen langfristige Befreiung. Sie wollen vor der Realität flüchten, wir wollen uns den Umständen in den Weg stellen. Sie wollen dem Staat gehorchen, wir wollen ihn umkrempeln/abschaffen. Wir müssen niemanden abholen, der die Logik des Staates unterstützt. Abgrenzung ist der letzte Lichtblick.

„Im Namen der Toleranz sollten wir uns das Recht vorbehalten, die Intoleranz nicht zu tolerieren“
- Karl Popper -

Klar, die Partei Die Linke, der Senat und die Bullen haben zu dem Chaos beigetragen , aber sie allein dafür verantwortlich zu machen, würde den Menschen die uns blockiert haben ihr eigenständiges Denken und ihre generelle Eigenverantwortung absprechen. Auch dieses Verhalten darf man kritisieren, und es ist sogar wichtig.
Dass die Party-statt-Randale-Strategie nun endgültig funktioniert hat heißt de facto, dass der Staat garnicht mehr selber eingreifen muss, um uns zu repressieren. Er schickt einfach ein paar Marionetten, lässt sie ungestört konsumieren und schon sind wir blockiert. Rechtsgesinnte und Senat lachen sich gemeinsam schlapp.
Die Partei Die Linke ist längst unterwandert, weil sie unfähig ist, sich von neoliberalen, kapitalistischen und rechten Ideologien abzugrenzen. Ist das noch Links oder kann das weg?
Klassenkampf ist gefragter denn je in dieser verrohten Gesellschaft. Bonzen und Spießer haben die Straßen Stück für Stück besetzt und zersetzt als ob die Stadt Krebs hat. Wo früher Grünflächen oder besetzte Häuser standen, steht längst psychisch belastende Architektur. Berliner checken.
Wo wir früher Freunde auf der Straße getroffen haben, sehen wir uns jetzt vor lauter Zugezogenen und Touris garnicht mehr. Orte, wo wir uns getroffen haben, wurden verdrängt. Die Vereinsamung nimmt gewaltig zu.
Und am meisten davon betroffen sind die Unterschicht und die Arbeiterklasse. Vor allen Frauen, BIPOC und Behinderte aus dieser Klasse. Und vor denen jene, auf die mehrere dieser Kategorien zutreffen.
Wir driften auseinander. Diesen 1. Mai literally. Die Demo-Blöcke wurden blockiert und getrennt, ein Sinnbild für unsere Gesellschaft. Auf der einen Seite Kapitalismus, Drogen, Party und TikTok, auf der anderen Menschen, die die aktuellen Zustände nicht länger hinnehmen wollen und btw für ein besseres Leben all derjenigen die im Weg standen kämpfen. Ist unsere Wut so süß und lieb geworden, dass sie sich mittlerweile trauen, saufend im Weg rumzustehen? Oder woran liegt es? Hätten sich letztes Jahrhundert auch Tausende saufende Jugendliche dem schwarzen Block in den Weg gestellt? Und wieso nicht? Den Rest müsst ihr euch denken. Wacht auf.

„Lieber stehend sterben, als auf den Knien leben.“
- Emiliano Zapata -

(Anmerkung:
Wir sind Demoteilnehmer und haben mit anderen Demoteilnehmern gesprochen. )

Sielwallhaus bleibt! - Keine Kürzungen bei der offenen Jugendarbeit! - Gegen den Rechtsruck!

Der rot-grün-rote Senat will das Geld für die offene Kinder- und Jugendarbeit zusammenstreichen. Das bedeutet weniger Angebote für alle. Das selbstverwaltete Sielwallhaus könnte sogar ganz dicht gemacht werden. Dabei ist das Haus ein wichtiger Raum für seine Nutzer*innen: offen, selbstorganisiert und nicht kommerziell. Wir wehren uns gegen die Kürzungen des Senats. Statt Schließung verlangen wir Zukunft.

Neurodivergenz im Gespräch mit dem Anarchismus

 Der vor Ihnen liegende Artikel wird aus der Perspektive einer jungen weißen, autistischen, psychisch kranken Trans-Person vorgetragen. Diese Person hat Erfahrungen mit Behindertenfeindlichkeit, Missbrauch und Vernachlässigung in der Kindheit, Queerphobie, etc. Ich bin diese Person, die erklären wird, was Neurodiversität für uns in Gesprächen über neurodivergente Akzeptanz und Behindertenfeindlichkeit bedeutet und warum die Idee des Anarchismus ein möglicher Schlüssel zu einer anti-ableistischen Gesellschaft ist. Ich werde auch die Intersektionalität der Erfahrungen anderer Menschen diskutieren und warum die neurodivergente Erfahrung jedes Mal anders sein wird. In diesem Beitrag versuche ich zu erklären, warum die anarchistische Philosophie das richtige Modell ist, um das ableistische System, in dem wir heute leben, abzubauen, indem ich das Konzept der Neurodiversität erkläre, Beispiele für Behindertenfeindlichkeit und Diskriminierung anführe und dann darstelle, was die Philosophie des Anarchismus wirklich ist.

 

[KA] Übung „Orange Road“ zu unserem Schutz? Transpis aufgehängt.

Im Gebiet zwischen Karlsruhe und Heidelberg verlief vom 10. bis 30.04. die Bundeswehrbübung „Orange Road“ der Feldjäger. Die Übung erfüllt auch den Zweck der Gewöhnung an militärische Präsenz. Der Kriegsfall soll schrittweise normalisiert werden. Deshalb haben wir Transparente mit der Aufschrift „Bundeswehr raus aus Karlsruhe“ und „Schulstreik gegen Wehrpflicht – Fick die Bundeswehr“ aufgehängt.

[AC] Die neunzehnte Ausgabe von Tacheles ist da!

Das Wort „Tacheles“ kommt aus dem Jiddischen und bedeutet so viel wie Klartext reden – genau das ist unser Anspruch als linkes Zeitungsprojekt in Aachen. Wir wollen eine kritische Perspektive auf das Geschehen in und um Aachen werfen und in unseren Beiträgen Menschen zu Wort kommen lassen, die sonst oft nicht gehört werden.

Die Zeitung wird von einem eigenständigen Redaktionskollektiv herausgegeben und erscheint etwa alle drei Monate. Wir verstehen die Tacheles als eine Art Vernetzungsplattform. In unserer Zeitung sollen verschiedene Meinungen und Strömungen innerhalb der (radikalen) Linken Platz haben. Die geäußerten Meinungen entsprechen nicht immer der Meinung der Redaktion, für die Texte und Inhalte sind die jeweiligen Autor*innen bzw. interviewten Menschen verantwortlich. 

Die Zeitung ist kostenlos erhältlich und komplett spendenfinanziert, deswegen ist jede Spende gern gesehen, um unsere Kosten zu decken.

 

PETITIONS-ZEICHNUNG #icd11jetzt möglich - gegen Diskriminierungen in der Medizin!

Ein kämpferischer, alter Mann mit Fahne setzt sich für gerechte Medizin ein.

Die in D immer noch verbindliche ICD-10 der WHO diskriminiert LGBTQ+ - Menschen, benachteiligt Frauen, und leugnet etliche Krankheiten, die in der ICD-11 erfasst sind. Diese ist bereits seit 2022 weltweit anwendbar. Doch Deutschland lässt sich mit der Einführung wahrlich sehr viel Zeit. FÜR TOTE ab 2027. Lebende, Leidende müssten wohl "noch einige Jahre länger warten"! Dagegen richtet sich diese Petition. Doch die Hürden sind hoch. 30 000 Zeichnungen in 42 Tagen ab dem 30.03.2026 sind nötig. Auf Unterschriften-Listen. Oder unter diesem Link: 

https://epetitionen.bundestag.de/content/petitionen/_2025/_09/_16/Petition_186702.html

 

[KA] Kleine A-Tage - 03. - 11.04.2026 in Karlsruhe

03.-11.04.2026 kleine A-Tage

Es gibt schlechte Nachrichten für euch! Wir, der Verein Nägel mit Köpfen eV., haben zum 15.04. unsere Räumlichkeiten in der Kulturdose gekündigt. So wird es auch das Café Noir ab diesem Zeitpunkt nicht mehr geben. Aber keine Sorge! Es gibt schon eine neue Gruppe an Leuten die den Raum bespielen will.

Natürlich werden wir nicht klammheimlich verschwinden. Für den Abschluss haben wir noch einmal ein tolles Programm rund um das Thema Anarchismus geplant. Leider konnten wir nicht für jedes Thema, das relevant wäre oder uns interessiert hätte, etwas organisieren... Es würde auch den Rahmen sprengen. Außerdem steht aktuell noch nicht alles 100%. Aber wir werden euch auf dem laufenden halten.

Wir freuen uns auf eine schöne Woche, in der wir uns mit euch austauschen und vernetzen können. Falls ihr Fragen habt, könnt ihr uns gerne ansprechen oder unter cafe-noir@riseup anschreiben.

ANIKA

anika.noblogs.org cafenoirka.wordpress.com

CAFÉ NOIR

Interview zur Tagung für anarchistische Studien "Myzelium" (english)

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Wir haben ein Interview zu der vom 19- 23.03.2026 in Leipzig stattfindenden Tagung für anarchistische Studien "Myzelium" geführt.

„Wir sind nicht links und extrem – wir sind anarchistisch und freiheitlich“ Pressmitteilung der Initiative Fanny‘s and Fanya‘s zur Aufführung im Lagebericht Linksextremismus des Landes NRW

Vor zwei Wochen wurde das Lagebild Linksextremismus in Nordrhein‑Westfalen vorgestellt.

Im Bericht taucht ein Plakat der Veranstaltung „Green Anarchy – Was ist Grüner Anarchismus“ auf. Die Veranstaltung fand am 02.05.2025 in Bochum statt und wurde von der Initiative Fanny‘s and Fanny‘s für ein anarchistischen Zentrum organisiert.

Inhalt war eine kritische Auseinandersetzung mit Zivilisation und Anthropozentrismus.

Anthropozentrismus stellt Menschen über die restliche Mitwelt. Er ist zentral für die Vorstellung die „Natur“ beherrschen zu wollen und damit mitverantwortlich für die Zerstörung der globalen Ökosysteme.
Dies wurde teilweise richtig im Lagebild eingeordnet Die Einordnung als links und extrem ist aus Sicht der Initiative jedoch unpassend. Fanny‘s and Fanya‘s sieht sich in diesem Lagebericht daher fälschlich aufgeführt.

 

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