Antifa

Nius in der Kölner Südstadt

 

Seit kurzem gibt es in der Kölner Südstadt eine neue Nachbarin: Melissa Timke (geb. Janetzki) ist als Influencerin beim rechten Internetportal Nius aktiv und hat sich in einer Wohnung Im Ferkulum Nr. 14 eingemietet.

 

 

[MA] Antifaschistische Intervention bei rechtem GDG-Stammtisch

 

Am Samstag, den 29.08., fand zum wiederholten Mal ein Stammtisch der rechtsaußen-Gruppe „Gemeinsam Deutschland Gestalten“ in Mannheim statt.

Wohl in vollem Bewusstsein darüber in Mannheim nicht willkommen zu sein, gibt die Gruppe ihre Treffpunkte nicht öffentlich bekannt. Selbst nach ausführlicher Personenprüfung durch die Organisatoren im Vorfeld erhalten Interessierte Ort und Treffpunkt des Stammtischs nur 24 Stunden vor Beginn des Treffens. Von dort geht es dann zu einem – bis zum Ankommen geheimgehaltenem - Ort, an dem der Stammtisch stattfindet. In diesem Fall war es das Eichbaum Brauhaus im Mannheimer Stadtteil Wohlgelegen.

 

 

All diese Sicherheitsvorkehrungen blieben ohne Erfolg: Eine größere Zahl lokaler Antifaschist:innen wartete zwischen Treffpunkt und Brauhaus auf die aus ca. 20 Personen bestehende Gruppe und konnte diese auf offener Straße umstellen. Die Rechten sahen sich einer personell so großen Übermacht ausgesetzt, dass einzelne Rechte bereits beim ersten Anblick der Antifas die Beine in die Hand nehmen wollten. Nach einer Ansprache an die Gruppe - in der klar gemacht wurde, dass sie, ihre Aktivitäten und ihre Politik in Mannheim nicht willkommen sind – wurden diese Worte noch mit handfestem und entschlossenem Antifaschismus unterstrichen. Die erzieherische Abreibung forderte einige Verletzte auf Seiten der GDG. Die rechte Gruppe, von der Niederlage gezeichnet, trat daraufhin in weiten Teilen die Heimreise an. Ein kleiner Rest wartete angsterfüllt auf Rettungsdienst und Polizei – die übrigens keine:n einzige:n Antifaschist:in mehr in die Finger bekam. Ein jämmerliches GDG-Überbleibsel schleppte sich tatsächlich noch mit reichlich Verspätung und unter Polizeischutz zum gemeinsamen Essen und Trinken – nur um bei der späten Abreise festzustellen, dass einige Wagen offensichtlich tiefergelegt wurden . Das dürfte der vorerst letzte Besuch des GDG im Eichbaum Brauhaus gewesen sein…. Die Eichbaum Brauerei scheint übrigens kein Problem damit zu haben, eine offensichtliche Rechtsaußen-Gruppe bei sich zu bewirten – trotz entsprechender Hinweise zur Gruppe. Und wie die tickt, lässt sich schnell herausfinden:

 

GDG, ursprünglich entstanden als Instagramseite „Gegen das Gendern“, hat sich in den letzten Monaten selbst zu einer „Bewegung“ erklärt, gründet Ableger in der gesamten BRD und veranstaltet dort Stammtische und weitere Aktivitäten wie Wanderungen und andere Ausflüge – seit einigen Monaten auch Mannheim. Es ist der Versuch ein vorwiegend junges und über Social Media radikalisiertes und vernetztes Publikum in der analogen Realität zu organisieren. Das erklärte Ziel: Mit Aktivismus, nach eigenen Angaben Demonstrationen und mehr, Einfluss auf die Politik zu nehmen. Diese Vorhaben und weitere Veranstaltungen werden bei den Stammtischen geplant und vorbereitet. Dort, und besonders auf Social Media, hält sich die Gruppe mit ihren Ausländer-, muslim- und queerfeindlichen Überzeugungen nicht zurück. Nach außen versucht man sich liberalkonservativ zu geben – ein gewohnte Verschleierungstaktik. Denn seit Beginn suchen einzelne Ortsgruppen und Mitwirkende die Nähe zur AfD und weitere rechtsradikalen Akteuren, z.B. auch in Mannheim, wo ein AfD-naher „Politinfluencer“ seit Beginn an den Treffen teilnimmt und diese bewirbt. Auch treten sie zunehmend aggressiv und militant auf. So richtete GDG Mannheim erst im vergangenen Monat ein Kampfsporttreffen im innenstadtnahen „Unteren Luisenpark“ aus – eine klare Einschüchterung, besonders gegenüber politische Feinden und Minderheiten. Diese Besetzung des öffentlichen Raums samt martialisch anmutenden Posts auf Social Media ist als Vorgehen vor allem aus Neonazi-Kreisen wie z.B. dem „Dritten Weg“ bekannt. Das ist besonders in Zeiten, in denen migrantische, queere und linke Menschen immer öfter Opfer brutaler Angriffe werden, eine klare Drohung gegen genau diese Personen.

 

 

In Mannheim wurden zuletzt queere Personen nach dem CSD von einer rechten Gruppe attackiert und durch Schläge und Pfefferspray verletzt. Auch zur Vermeidung weiterer solcher Angriffe haben wir es daher für nötig und gerechtfertig erachtet, gegenüber den Aktivitäten des GDG entschlossen, unmissverständlich und kompromisslos zu intervenieren.

 

Das tun wir bewusst abseits des bürgerlichen Staates und seiner Institutionen. Polizei und andere Repressionsbehörden sind für uns keine Verbündeten und dieser Staat Teil und z.T. auch Ursache des Problems, dem wir uns als Antifaschist:innen mit unserem Wirken versuchen entgegenzustellen: Der gesamtgesellschaftlichen Rechtsentwicklung und autoritären Verschärfung mit all seinen Antreiber:innen, Profiteur:innen und Akteur:innen. Dieses Wirken beginnt dort, wo wir Leben und Arbeiten – in Mannheim – und im ganz konkreten Kampf gegen die reaktionären Kräfte, die in eben dieser Stadt agieren. GDG hat genau das am Samstag zu spüren bekommen.

 

 

Antifaschismus bleibt notwendig – auf allen Ebenen, mit allen Mitteln!

 

 

Cicero: Ein bisschen gequirlte Scheiße zu „Linksextremismus“

 

In seiner neusten Ausgabe hebt das rechte Magazin CICERO den „Linksextremismus“ auf die Titelseite: „Blackout- die Rückkehr des Linksterrorismus“. Die Redaktion hat hierfür dem berühmt-berüchtigten Anwalt Butz Peters mehrere Seiten frei geräumt, damit dieser das, was sich in einem Hirn zum Thema „Linksextremismus“ zusammenquirlte, auf Hochglanzpapier verbreiten kann.

 

 

(marburg) Jonathan Götzl im Wohnumfeld seiner Eltern geoutet

 Sie nennen ihn Göbbels!
Jonathan Götzl, ein Neonazi aus Kleinseelheim

 

Folgenden Flyer haben wir vergangene Nacht großflächig in Kleinseelheim und Kirchhain verteilt

Gericht: Israelhass in DFG-VK ist Meinungsfreiheit, Kritik daran nicht

Darf man wegen Kritik an Antisemitismus einen gesamten Landesvorstand ausschließen? Das Stuttgart Landgericht findet: Ja. Die Deutsche Friedensgesellschaft-Vereinigte Kriegsdienstgegner*innen (DFG-VK) hatte den gesamten Berliner Landesvorstand 2025 ausgeschlossen. Dieser hatte mit einer Kundgebung gegen die Politik des eigenen Verbandes demonstriert. Die ausgeschlossenen Mitglieder klagten. Eine erste Klage wies das Landgericht nun ab.  „Israelhass in der DFG-VK ist also Meinungsfreiheit, Kritik daran nicht“, kommentiert Toni Schmitz, Sprecher*in von zwei der klagenden Mitglieder, die Entscheidung des Gerichtes. „Wenn sich diese Entscheidung durchsetzt, haben antisemitische Positionen gegenüber Meinungsfreiheit und Selbstreflexion in der DFG-VK gesiegt.“

Prozessbericht Berufungsverfahren am Landgericht Leipzig zum "Tag X"-Kessel - 2. Verhandlungstag, 19.08.2026

2. Verhandlungstag, 19.08.2026

Am zweiten Termin im Berufungsprozess wegen "Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte" im Kontext des "Tag X" waren wieder ein paar solidarische Zuschauer:innen zur kritischen Begleitung anwesend.

Prozessbericht Berufungsverfahren am Landgericht Leipzig zum "Tag X"-Kessel

1. Verhandlungstag, 12.08.2026

Am 12.08.26 startete der erste Berufungsprozess im Kontext von "Tag X" am Landgericht Leipzig. Zunächst sind zwei Verhandlungstage (12.08. und 19.08.2026) angesetzt.

Der angeklagten Person wird "Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte" (§ 113 StGB) vorgeworfen. Sie soll sich zusammen mit anderen Personen im Kessel eingehakt haben, als nachts gegen 3 Uhr die Cops angefangen haben, Menschen wegzuziehen und zur erkennungsdienstlichen Behandlung (ED-Behandlung) zu bringen. Aufgrund dessen hätten die Bullen besonders stark zuschlagen und an Menschen zerren müssen, wodurch aus Sicht der Staatsanwaltschaft der Straftatbestand "Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte" erfüllt wäre. Der Person wird keine individuelle Gewalt vorgeworfen und auch der Kollektivvorwurf des "besonders schweren Landfriedensbruchs", der viele Genoss:innen betrifft, ist nicht Teil der Anklage.

In der ersten Instanz vor dem Amtsgericht Leipzig wurde die angeklagte Person zu 30 Sozialstunden verurteilt, wobei nach Jugendstrafrecht verhandelt wurde.

Angriff auf Alpha-Gym von Kollegah und Heidrich Kopelke in Solingen

Wie trainieren eigentlich richtige Alpha-Männer und rechte Idioten?

Um dieser Frage auf den Grund zu gehen besuchten wir heute Morgen am 25. August das erste Fitness Studio der AlphaGE GmbH von Felix Blume (Kollegah) und Heidrich Kopelke auf der Konrad-Adenauer-Straße in Solingen. Der Eindruck war ernüchternd. Das „Alpha-Gym“ in einem Hinterhof neben dem örtlichen Norma, na toll das hatten wir uns anders vorgestellt. 
Nicht nur die Fassade ist ziemlich schäbig, einige der Fenster beklebt und andere wiederum nicht, außerdem merkten wir bei unserer Ankunft direkt einen unangenehmen Geruch. War das der Geruch einer fehlgeschlagenen Bosstransformation?
Wenn das also die Atmosphäre ist, in der Alphaboys und diese, die welche werden wollen, ihrer harten und muskellbepackten Männlichkeit näher kommen möchten, helfen wir gerne nach. Deshalb haben wir Buttersäure in den Innenräumen des ach so maskulinen Alpha-Gyms verteilt und die Scheiben mit der passenden Beschriftung „Nazi Incels“ bemalt.
Wie viele nun wirkliches Interesse am Besuch des Gyms von Felix Blume und Heidrich Kopelke haben, bleibt offen. Bei der Eröffnung von ca. 10 Menschen besucht, braucht Blume seine Limitierung auf 800 Personen nun wirklich nicht…
24/7 geöffnet, aber nie jemand da für das absolute Spitzenerlebnis. Deshalb haben wir euch einen kleinen Schubs gegeben, um euer ursprüngliches Vorhaben noch weitere Studios zu eröffnen vielleicht nochmal zu überdenken. Weder kommt irgendwer, um sich bei euch zum „Boss“ zu transformieren, noch wollen wir euch in Solingen, noch in irgendeiner anderen Stadt. Ich würds mir überlegen…

Der Berliner AfD den Wahlkampf vermiesen!

Kaputtes AfD-Plakat

Du hast es satt, überall rassistische Hetze auf Plakaten lesen zu müssen? Vor dem Supermarkt ist schon wieder ein AfD-Infostand? Du und deine Friends suchen noch ein Ziel für den nächtlichen Adbusting-Ausflug? Dann werde mit uns gemeinsam aktiv und melde AfD Wahlaktionen in Berlin!

Was passiert, wenn die AfD an die Macht kommt?

Dieser Text ist ein fiktives Szenario. Er beschreibt nicht, was die AfD nach einer Regierungsübernahme zwangsläufig tun würde. Er beschreibt vielmehr, was geschehen könnte, wenn sich die autoritären, völkisch-nationalistischen und rechtsextremen Kräfte innerhalb der AfD politisch durchsetzen. 

Dass dieses Szenario fiktiv ist, bedeutet allerdings nicht, dass die darin beschriebenen Entwicklungen unrealistisch wären.

Die AfD ist längst nicht mehr nur eine Partei des sogenannten Protests, wie manche akademische und bildungsbürgerliche Irrlichter sie darstellen. In ihr haben sich Positionen etabliert, die klar als völkisch, rassistisch und autoritär zurückgewiesen werden müssen. Der Verfassungsschutz beobachtet die Partei bundesweit wegen rechtsextremistischer Bestrebungen. Der AfD-Landesverband Sachsen-Anhalt wird als gesichert rechtsextremistisch eingestuft.

Wer völkisches Denken, rassistische Ausgrenzung, autoritäre Staatsvorstellungen und die Abwertung gesellschaftlicher Minderheiten bekämpfen will, darf nicht erst dann aufmerksam werden, wenn eine rechtsextreme Partei bereits die staatliche Macht übernommen hat.

Faschismus beginnt nicht erst mit Stiefeln vor dem Parlament.

Er kann auch dort wachsen, wo demokratische Institutionen noch funktionieren, Wahlen stattfinden und Regierungen sich weiterhin auf Gesetze berufen.

Das folgende Szenario zeigt deshalb aus ausdrücklich, wie eine demokratisch gewählte AfD-Regierung in Sachsen-Anhalt Schritt für Schritt versuchen könnte, gesellschaftliche Machtverhältnisse zu ihren Gunsten zu verändern.

Es geht nicht um einen Putsch.

Es geht um den schleichenden Umbau.

Denn die gefährlichste Vorstellung wäre, Faschismus könne man nur dann erkennen, wenn er offen erklärt, dass er Faschismus ist.

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