neue version: **english below** Die Ereignisse von Samstag Am 4.7.2026 morgens sind ca. 15 vermummte und bewaffnete Antideutsche in unser Hausprojekt, das AJZ KiTa / La Casa in Hellersdorf, eingedrungen. Sie haben angefangen, das Zimmer von einer*m Comrade mit Gewalt zu räumen. Dabei markierten sie die Person als vermeintlichen "Kopf" der palästina-solidarisch eingestellten Bewohner*innen. Zu diesem Zeitpunkt haben im Zimmer Gäste geschlafen. Die Gäste wurden von den vermummten Personen gewaltvoll herausgedrängt, leisteten aber Widerstand. Gegen 10 Uhr kamen weitere Bewohner*innen des AJZ KiTa zur Situation hinzu und versuchten, die vermummten und bewaffneten Personen zu stoppen. Die antideutschen Angreifer*innen besprühten die Bewohner*innen direkt und gingen dabei mit Pfefferspray und Schlagstöcken vor. Ein*e Bewohner*in musste daraufhin ins Krannkenhaus. Anschließend verbarrikadierten sich die antideutschen Angreifer*innen in Teilen des Hauses. Sie versuchten, die gesamte rechte Haushälfte sowie die Veranstaltungsräumlichkeiten des "La Casa"-Kneipenkollektivs für sich einzunehmen und vom Rest des Hauses abzutrennen. Während der gesamten Zeit befanden sich außerdem noch unbeteiligte Bewohnende in einer Wohngemeinschaft. Dabei nahmen die Angreifer *innen insbesondere die mentale und physische Gesundheit von Menschen in Kauf. Einige Bewohner*innen sind damit einverstanden, hier zitiert zu werden : "Um 10 Uhr morgens wurde ich von 6 Maskierten geweckt, die angefangen haben vor meiner Zimmertür eine Barrikade zu bauen. Einige waren mit Tränengas und Schlagstöckern bewaffnet. Sie sagten, ich solle mich beruhigen und dass sie nur die Zugänge verschließen. Ich konnte sehen, dass einige meiner Mitbewohner*innen starke Retraumatisierung durch ihre Zeit in Gefängnis-Camps erlebten. Trotz unserer Versuche, sie aus der Wohnung zu bekommen, verschafften sie sich immer wieder gewaltsam Zutritt. Das ging so über Stunden." "Einige weiße Männer unterbrachen meinen Schlaf, machten Pfefferspray in meine Augen. Ich konnte nicht atmen, weil ich eine allergische Attacke hatte. Mein Gesicht brannte noch noch den ganzen Tag. Ich wusste nicht, wo meine persönlichen Sachen waren. Das war extrem retraumatisierend." Innerhalb kürzester Zeit erfolgte eine Mobilisierung solidarischer Kreise, um die Besetzung zu beenden und der antideutschen Raumnahme Einhalt zu gebieten. Mit einem solchen Ausmaß an Gegenwind hatten sie nach eigenen Aussagen nicht gerechnet. Auch ihr Versuch, Unterstützer*innen von außen zu mobilisieren,scheiterte. Durch entschlossenes Handeln der solidarischen Menschen vor dem Haus konnten die Besetzer*innen zum Gehen bewegt werden. Trotzdem mobilisierten sie weiterhin Leute zum AJZ Kita, woraufhin noch einige wenige aufgekreuzt sind. Mit der Aktion haben die selbsternannten Besetzer*innen ihre eigene Aktionsbereitschaft und ihr Mobilisierungspotenzial scheinbar maßlos überschätzt. Durch unsere gute Vernetzung in libertäre und palästinasolidarische Bewegungen, unsere schnelle Reaktionsfähigkeit und das entschlossene Auftreten unserer Comrades ist es gelungen, ihren gewaltvollen Versuch, die Räumlichkeiten an sich zu reißen, scheitern zu lassen. Als die antideutschen Macker feststellten, dass sie ihre "Besetzung" alleine nicht halten konnten, versuchten sie, die inzwischen aufgetauchten Cops für ihre Zwecke einzuspannen. Einer der antideutschen Vereinsvorstände versuchte zwischendurch, das Gelände räumen zu lassen. Die Polizei hatte daran wohl wenig Interesse. In dem von ihnen veröffentlichten Statement verkündeten sie eine "Besetzung gegen Antisemitismus". Sie sprachen von einem "antisemitischen Mob". In ihrer Aufzählung der sog. antisemitischen Aktionen wird deutlich, dass ihre Antisemitismus-Definition schon bei der Kritik vom Genozid und Siedler-Kolonialismus anfängt. Was davor geschah Als palästinasolidarische Menschen, als junge Menschen mit Visionen für das AJZ Kita, haben wir hier schon länger Anfeindungen erlebt. Wir setzen uns gegen Genozid-Leugnung, rassistische und antimigrantische Dynamiken, Mackerverhalten, Raumnahme durch ältere Personen und die Einschüchterung jüngerer Genoss*innen ein. Außerdem wenden wir uns gegen autoritäres Verhalten, das u.a. durch die Anwendung von bürokratischen Druckmitteln und das jahrelange Zurückhalten von Wissen und Zugängen ausgeübt wird. Aus diesem Grund hat sich vor einiger Zeit das "New Casa"-Kollektiv gegründet.Ziel des "New Casa" ist es, einen Freiraum aus der Hand von einigen wenigen zu nehmen und ihn insbesondere für junge, queere under antikoloniale Perspektiven zu öffnen. Auf unsere Kritik wird dabei grunsätzlich mit dem Narrativ "Wir waren schon länger hier und ihr seid unrechtmäßig eingedrungen" reagiert, obwohl es gerade die Verantwortung von Menschen ist, die schon lange hier sind,den Raum für engagierte, nächste Generationen zu öffnen anstatt Neuzugänge und die Diversifizierung von Perspektiven zu bekämpfen. Entgegen ihrer Darstellung, dass wir nur gekommen seien, um "das Haus von den Zios zu befreien" und bestehende Strukturen zu zerstören, haben wir die nicht-funktionierenden Arbeitsgruppen im Haus wiederbelebt, finanzielle Mittel organisiert, notwendige Großbaustellen umgesetzt, Initiativen ergriffen, um das Haus sozial zu öffnen und Moderationsprozesse zur Konfliktdeeskalation iniitiiert (die aber blockiert wurden). Wir sind auch keine unbekannten Leute, sondern teilweise Menschen, die schon länger das Haus handwerklich und solidarisch unterstützen.Wir sind junge Menschen, die sich im Kiez und in diesem Jugendclub organisieren wollen. Trotzdem wurden unsere Einzugsprozesse blockiert. Dies entspricht keiner Logik, es ist gegen die demokratisch festgelegten Vorschläge zu Einzugsprozessen und eine Akzeptanz dieser pauschal ausgesprochenen Vetos hätte zum finanziellen und sozialen Bankrott des Hauses geführt, weshalb alle Parteien beschlossen haben, Einzugsentscheidungen vorübergehend in die Verantwortungen der WGs zu legen. Zuletzt hatten im Zuge einer geplanten Aktion eine Gruppe von Alt-Antideutschen etliche Menschen zu einer Sitzung mobilisiert, um sich von ihrem Umfeld in den Vereinsvorstand wählen zu lassen. Ihre Hoffnung war es, mit dieser Aktion den Verein zu übernehmen und jüngere, palästinasolidarische Menschen zu verdrängen. Die bis dahin unbedeutende Aufgabe des formellen Vereinsvorstandes wird seither von ihnen missbraucht, um sich über demokratische Prozesse hinwegzusetzen, die über Jahre im Haus praktiziert wurden. Stattdessen gibt der Vorstand nun Anweisungen und delegitimiert gemeinsame Entscheidungsstrukturen. Die Zuspitzung des Machtmissbrauchs des Vorstandes zeigt sich auch im Vorgehen bei Neueinzügen ins Haus. Personen aus dem vorstandsnahen Freundeskreis bekommen ohne Zustimmung der betreffenden Wohngemeinschaft gültige Mietverträge und Schlüssel ausgehändigt. Der Angriff des Anti-Deutschen Schlägertrupps, die Kampagne "Reclaim La Casa", ist das Resultat der oben beschriebenen Entwicklungen um den neuen Vereinsvorstand. Wie wir weitermachen Wir als Bewohner*innen freuen uns sehr über die schnelle Hilfe und die breite Solidarität, die wir seitdem erleben und die auch in Zukunft dringend nötig sein wird. Angriffen von Mackern, Antideutschen, Vereinsbürokraten und ihren Schlägertrupps setzen wir Solidarität und Gemeinschaft entgegen. Eine Solidarität, die uns befähigt, einen tatsächlichen Kampf gegen Krise und Krieg zu führen. Wir haben nicht vor, nach dem Abklingen der Eskalation zum Status quo zurückzukehren. Wir möchten dazu einladen, sich einzubringen. Viele Jahre haben alte Menschen Prozesse blockiert, Ideen ausgebremst und Räume zur Mitgestaltung verschlossen. Die voranschreitenden Änderungen im Haus ermöglichen es uns, gemeinsame Visionen für das Haus noch stärker umzusetzen. Wir wollen ein Hausprojekt, in dem es nicht nur um Wohnraum geht, sondern ein Movement zu schaffen, das klar gegen jede Form von Kolonialismus,Genozid / Vertreibung und Rassismus kämpft. Wir wollen einen Ort der Bewegung, des Austausches und des Kampfes, den wir gemeinsam mit Leben füllen. Es gibt keinen ruhigen Randbezirk!Hoch die internationale Solidarität!Viva Palästina! ------------------------------------------------------------------------------------ Saturday’s events On the morning of 4 July 2026, around 15 masked and armed "Antideutsche" individuals forced their way into our housing project, the AJZ KiTa / La Casa in Hellersdorf. They began forcibly clearing out the room of a comrade. In doing so, they singled out this person as the alleged ‘leader’ of the residents who support the Palestinian cause. At that time, guests were sleeping in the room. The guests were forcibly pushed out by the masked individuals, but put up a fight. At around 10 am, other residents of the AJZ KiTa arrived on the scene and attempted to stop the masked and armed individuals. The "Antideutsche" attackers sprayed the residents directly, using pepper spray and batons. One resident subsequently had to be taken to hospital. The "Antideutsche" attackers then barricaded themselves inside parts of the building. They attempted to take over the entire right-wing half of the building, as well as the event spaces of the “La Casa” pub collective, and to cut them off from the rest of the building. Throughout this time, there were also uninvolved residents in a shared flat. In doing so, the attackers showed particular disregard for people’s mental and physical well-being. Some residents have agreed to be quoted here: “At 10 o’clock in the morning, I was woken up by six masked people who started building a barricade outside my bedroom door. Some were armed with tear gas and batons. They told me to calm down and said they were only blocking the entrances. I could see that some of my flatmates were experiencing severe retraumatisation due to their time in prison camps. Despite our attempts to get them out of the flat, they kept forcing their way back in. This went on for hours.” “Some white men interrupted my sleep and sprayed pepper spray into my eyes. I couldn’t breathe because I was having an allergic reaction. My face was still burning all day. I didn’t know where my personal belongings were. It was extremely re-traumatising.” Within a very short time, solidarity groups mobilised to end the occupation and put a stop to the "Antideutsch" takeover. By their own account, they had not anticipated such a level of opposition. Their attempt to mobilise external supporters also failed. Thanks to the determined action of those showing solidarity outside the building, the squatters were persuaded to leave. Nevertheless, they continued to mobilise people to the AJZ Kita, whereupon a few more turned up. With this action, the self-proclaimed squatters appear to have grossly overestimated their own capacity for action and their potential to mobilise support. Thanks to our strong networks within libertarian and Palestine solidarity movements, our ability to react quickly and the resolute stance of our comrades, we succeeded in preventing their violent attempt to take over the space. When the ‘Antideutsche’ thugs realised they couldn’t maintain their “occupation” on their own, they tried to enlist the cops—who had arrived in the meantime—for their own purposes. One of the ‘Antideutsch’ association’s board members even tried at one point to have the area cleared. The police seemed to have little interest in doing so. In the statement they published, they proclaimed an “occupation against anti-Semitism” . They spoke of an “anti-Semitic mob”. In their list of so-called anti-Semitic actions, it becomes clear that their definition of anti-Semitism begins with criticism of genocide and settler colonialism. What happened before As people in solidarity with Palestine, as young people with a vision for the AJZ Kita, we have long faced hostility here. We campaign against genocide denial, racist and anti-migrant dynamics, macho behaviour, the monopolisation of space by older people, and the intimidation of younger comrades. Furthermore, we oppose authoritarian behaviour, which is exercised, amongst other things, through the use of bureaucratic pressure and the withholding of knowledge and access over many years. For this reason, the “New Casa” was founded some time ago. The aim of “New Casa” is to take a free space out of the hands of a select few and open it up, in particular, to young, queer and anti-colonial perspectives. Our criticism is generally met with the narrative that “we’ve been here for a long time and you’ve trespassed”, even though it is precisely the responsibility of those who have been here for a long time to open up the space to committed younger generations, rather than fighting against newcomers and the diversification of perspectives. Contrary to their portrayal that we have only come to ‘liberate the house from the Zios’ and destroy existing structures, we have revived the non-functioning working groups in the house, organised financial resources, carried out necessary major building works, taken initiatives to open the house up to the wider community, and initiated mediation processes to de-escalate conflicts (which were, however, blocked). Nor are we unknown people; some of us have long supported the house through practical work and solidarity.We are young people who want to organise ourselves in the neighbourhood and in this youth club, and yet our move-in processes were blocked. This defies all logic; it goes against the democratically established proposals regarding move-in procedures, and accepting these blanket vetoes would have led to the financial and social collapse of the house, which is why all parties have decided to temporarily place responsibility for move-in decisions with the flat-sharing groups. Most recently, as part of a planned campaign, a group of long-standing "Antideutsche" activists mobilised a number of people to attend a meeting in order to get themselves elected to the association’s executive committee by their peers. Their hope was that this action would enable them to take over the association and oust younger people who support Palestine. The previously non-hirarchical role of the formal association’s executive committee has since been abused by them to override the democratic processes that had been practised in the house for years. Instead, the executive committee now issues instructions and undermines collective decision-making structures. The escalation of the executive committee’s abuse of power is also evident in the way new tenants are handled. People from the circle of friends close to the executive committee are being issued with valid tenancy agreements and keys without the consent of the relevant flat-sharing community. The attack by the "Antideutsch"-thugs, the “Reclaim La Casa” campaign, is the result of the developments described above surrounding the new association’s executive committee. How we will move forward We, as residents, are very grateful for the rapid support and widespread solidarity we have experienced since then, and which will remain urgently needed in the future. We counter attacks by thugs, Anti-Deutsche association bureaucrats and their gangs with solidarity and community. A solidarity that empowers us to wage a genuine struggle against crisis and war. We do not intend to return to the status quo once the escalation has subsided. We would like to invite you to get involved. For many years, older people have blocked processes, slowed down ideas and closed off spaces for co-creation. The ongoing changes in the house enable us to realise our shared visions for the house even more effectively. We want a housing project that is not just about living space, but about creating a movement that clearly fights against every form of colonialism, genocide, displacement and racism. We want a place of movement, exchange and struggle, which we fill with life together. There is no such thing as a quiet outlying district!Long live international solidarity!Viva Palestine!