Es ist eine Zahl, die in den Berliner Parteizentralen für Schweißausbrüche sorgen dürfte. Eine aktuelle Insa-Erhebung offenbart, was viele Strategen der etablierten Parteien lange für undenkbar hielten: Die AfD ist nicht mehr nur das vermeintliche Phänomen frustrierter Männer im Osten – sie ist mittlerweile auch unter den weiblichen Wählern die mit Abstand stärkste politische Kraft des Landes. Der so oft beschworene "Gender-Gap", der die Partei angeblich klein halten sollte, hat sich in Luft aufgelöst.
27 Prozent bei den Frauen – das Märchen vom Männerphänomen ist zerplatzt
Würde am kommenden Sonntag der Bundestag gewählt, gäben laut der Umfrage 27 Prozent der Frauen ihre Stimme der Partei um Alice Weidel und Tino Chrupalla. Zum Vergleich: Die Union, einst stolze Volkspartei, kommt bei den Damen auf magere 19,5 Prozent. Dahinter folgen die Grünen mit 15,5 Prozent, die SPD mit 14 Prozent und die Linkspartei mit 12,5 Prozent. Die einst staatstragende FDP versinkt mit drei Prozent endgültig in der Bedeutungslosigkeit.
Bei den männlichen Wählern liegt die AfD mit 30,5 Prozent erwartungsgemäß noch etwas höher, die Union erreicht hier 24,5 Prozent. Doch der entscheidende Befund lautet: Die Unterschiede zwischen den Geschlechtern betragen höchstens fünf Prozentpunkte.Das jahrelang gepflegte Narrativ, wonach Frauen die AfD reihenweise ablehnen würden, ist damit empirisch erledigt.
Ost und West – zwei politische Welten
Während sich Männer und Frauen also kaum unterscheiden, klafft zwischen Ost- und Westdeutschland ein tiefer Graben. Im Westen erreicht die AfD 26,5 Prozent – im Osten dagegen sagenhafte 40 Prozent. Die Union schrumpft im Osten auf 14,5 Prozent zusammen, während sie im Westen noch 24 Prozent hält. Auch die Grünen, im Westen mit 16 Prozent noch halbwegs präsent, werden im Osten mit 8,5 Prozent regelrecht abgestraft. Die Bürger in den neuen Ländern, die jahrzehntelange Erfahrung mit politischer Bevormundung haben, scheinen ein besonders feines Gespür dafür entwickelt zu haben, wann eine Regierung gegen ihre eigene Bevölkerung arbeitet.
Der Kanzler als Klotz am Bein
Besonders bitter dürfte für die Union das Urteil über den eigenen Mann an der Spitze ausfallen. Ganze 60 Prozent der Befragten sind der Ansicht, dass Bundeskanzler Friedrich Merz seiner Partei schade. Nur klägliche elf Prozent meinen, er nütze ihr.
Ein Kanzler, dem die eigenen Anhänger mehrheitlich bescheinigen, der Partei zu schaden – das ist kein politisches Detail, sondern ein verheerendes Zeugnis.
Selbst unter den eigenen Unionswählern wird der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Hendrik Wüst inzwischen als nützlicher eingeschätzt als der Mann, der vollmundig versprach, keine neuen Schulden zu machen – und dann ein 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen durchwinkte. Wer sich fragt, warum die Wähler scharenweise davonlaufen, findet hier eine Antwort.
Das Vertrauen in die Staatssender bröckelt
Spannend ist auch der Blick auf das Medienvertrauen. Knapp die Hälfte der Bürger – 47 Prozent – hält die öffentlich-rechtlichen Sender noch für vertrauenswürdig, während 35 Prozent sie für unglaubwürdig halten. Wenig überraschend genießt der gebührenfinanzierte Rundfunk vor allem bei Anhängern von SPD und Grünen mit jeweils 74 Prozent hohes Ansehen. AfD-Wähler hingegen misstrauen den Staatsmedien zu 60 Prozent – ein Zeichen dafür, dass ein wachsender Teil der Bevölkerung die mediale Dauerbeschallung satthat.
Was diese Zahlen wirklich bedeuten
Die Umfrage ist mehr als eine Momentaufnahme. Sie ist ein Misstrauensvotum gegen eine politische Klasse, die den Kontakt zur Lebensrealität der Menschen verloren hat. Steigende Energiepreise, eine ausufernde Kriminalität, eine Migrationspolitik ohne Konzept und eine Schuldenpolitik, die kommende Generationen knebeln wird – all das schlägt sich in diesen Zahlen nieder. Dass die AfD nun auch bei Frauen vorne liegt, zeigt: Die Sorge um Sicherheit, wirtschaftliche Stabilität und den Erhalt traditioneller Werte ist längst keine Frage des Geschlechts mehr.
Die Große Koalition unter Merz und Klingbeil hatte angetreten, das Vertrauen zurückzugewinnen. Das Gegenteil scheint einzutreten. Wer Politik gegen die eigene Bevölkerung macht, darf sich über das Ergebnis nicht wundern.