Eine Warnung: Der CSD Bochum und sein Bolschewismus

Regionen: 

In wenigen Tagen findet wieder der CSD Bochum statt. Der CSD prahlt mit seinem „Politisch-sein“ und gibt nach außen hin damit an wie radikal und implizit links er ist. Doch was steh inhaltlich eigentlich dahinter?

Eine Version mit Screenshots findet ihr auf unserem Blog: boautoritaer.noblogs.org

Dieses Jahr wirbt der CSD Bochum mit einem brennenden Polizeiauto und u. a. einer Person mit einem „ACAB-T-SHIRT“. Was steht dahinter? Die Radikale Ablehnung jeder Polizei? Der Einsatz für eine Welt ohne Knäste und Gefängnisse? Gar ohne Staat? Oder ist das nur alles eine Show um rumzumackern? Oder viel schlimmer, sind die Organisator*innen des CSD gar nicht gegen die Polizei an sich, sondern wollen nur eine andere Polizei? Vielleicht eine Polizei, die den Willen einer staatssozialistischen Diktatur umsetzt?

Brennendes Polizei Auto als pseudo-antiautoritäre Performance – die Inhalte hinter dem CSD-Plakat

Wüssten menschen doch nur was in der Gedanken- und Gefühlswelt von Beteiligten des CSD vor sich geht…

Oh, wir haben diesbezüglich tatsächlich Infos. Uns wurde ein Chat mit einer der zentralen Designperson des Bochumer CSD-Plakates zur Verfügung gestellt. In diesem Chat, einen Tag nach der Wahl Trumps, greift die Design-Person eine andere queere nicht-binäre Person an, weil diese ungefragt politischen Content schicken würde. Zum Kontext, das Kollektiv von dem der besagte Text stammt, ist Crimethinc. Bei Crimethinc handelt es sich um ein seit Jahrzehnten aktives anarchistisches Kollektivs, dass massiv am Widerstand gegen das erste Trump-Regime beteiligt war. Wer die anarchistische Bewegung in den USA kennt und auch die Inhalte von Crimethinc, kann ziemlich sicher davon ausgehen, dass dort auch queere Menschen aktiv sind. Nun der Chatverlauf:

Zu gestern Nacht: Elections serve to represent us to each other at our worst, distilling the most offensive, cowardly, and servile aspects of the species. Many people who would never personally wrest a mother from her children are capable of endorsing deportation from the privacy of a voting booth, just as most people who eat meat could never work at a slaughterhouse. Were it not for the alienation that characterizes government itself, most of the ugly policies comprising the Trump agenda could never be implemented https://de.crimethinc.com/2024/11/06/history-repeats-itself-first-as-farce-then-as-tragedy-why-the-democrats-are-responsible-for-donald-trumps-return-to-power

Hey, schick mir doch bitte nicht ungefragt politischen content an einem Tag, an dem ich erstmal nur mit Trauer und Verzeiflung in meiner queer community beschäftigt bin.“

(Die besagte Person hat übrigens der CSD-Design-Person nicht täglich oder wöchentlich inhaltliche Texte geschickt, sondern maximal 2-3 mal im Jahr.)

Wenn wer Menschen, die seit Jahrzehnten in anarchistischen Kämpfen u. a. massiv im Widerstand gegen das erste Trumpregime aktiv waren und selbstverständlich enorme Risiken eingegangen sind, am Tag nach der Wiederwahl von Trump 1. abspricht Teil der queeren Community zu sein (weil dort angeblich alle nur trauern und nicht kämpfen wollen) und deren Inhalte als zu politisch ansieht (obwohl der Text von wem aus der queeren Community geteilt wurde).

– dann ist entweder die Aussage hinter dem brennenden Polizeiauto und „ACAB“ rein performativ – geschauspielert, um rumzumackern, oder das Problem der Person ist nicht, das Dinge zu „politisch sind“, sondern die Ausrichtung dieser Politik.

Keine Anti-Autoritäre Person würde einen Beitrag von anarchistischen Beteiligten des Widerstandes gegen Trump nach seiner Wahl einfach runter machen. Anti-Autoritäre Menschen würden ihn vielleicht inhaltlich kritisieren, aber nicht als zu politisch ansehen.

Wenn die Person also nicht nur um rumzumackern brennende Polizeiautos designt, können wir der Design-Person des CSD realistisch nur zuschreiben Autoritäres Kommunisti zu sein. Nazi oder Islamisti ist die Person wohl kaum. Den das sind die drei anderen Gruppen neben Anarchist*innen und Anti-Autoritären die in Deutschland hauptsächlich aus politischen Gründen ein Problem mit der Polizei haben.

(Übrigens wer die Design-Person damit verteidigen möchte, diese habe den Hintergrund des Kollektives nicht gekannt, es wurde danach erklärt und es gab keinerlei Reaktion).

Um es zusammenzufassen: vermeintlich militant gegen die bestehende Ordnung zu mobilisieren, bedeutet nämlich Inhaltlich garnichts Positives . Islamist*innen, Nazis, Lenist*innen/Stalinist*innen, sie haben alle auch schon mal Polizeiautos kaputt gemacht und ACAB verbreitet. Es geht um die wirklichen Inhalte und Ziele die Menschen und Organisationen verfolgen.

Und welche sind das beim CSD Bochum genau?

Bleiben wir beim Plakat. Denn wir haben noch weitere Informationen zu der Designperson. Diese Person beteiligt sich u. a. an der Mobbing- und Rachekampagne aus autoritär-linken Kreisen gegen eine nicht-binäre Person. Konkret versuchte sie die Person mundtot zu machen, als diese versuchte andere über das Mobbing aufzuklären, um es zu unterbinden. Sie unterstützt dabei direkt Person EG I. Die die betroffene Person nicht lange danach in einem Hinterhof einsperrte. Zum Schutz der Persönlichkeit der Betroffenen Personen können wir hier leider nicht den Original Chattext dazu veröffentlichen. Auf Anfrage können wir ihn aber gerne zur Verifikation an vertrauenswürdige Menschen zur Verfügung stellen.

Die Person war übrigens lange in einer engen Beziehung mit einer*einem der drei hauptamtlichen Mitarbeitenden der Oval Office Bar. Hat also enge Beziehungen zu dieser.

Zensur und unter Drucksetzen durch die CSD-Orga

Wir wollen es nicht zu ausufernd wiederholenm aber eine der Hauptorga-Gruppen des CSD ist  die OVAL OFFICE mit autoritär kommunistische Bezügen bis hin zum Stalinismus
Letztes Jahr gab u. a. eine Veranstaltung bei der Menschen sich Hammer und Sichel auf die Fingernägel malen lassen  konnten und einen Performance zu Revolution von Luce deLire, die sich einen Pinken Totalitarismus wünscht. Und Sätze wie diesen abgibt:

«If anything can beat Hipster Hitler and Pepe the Frog, It’s queer stalin in pink camouflage. » („Wenn irgend etwas Hipster Hitler und Pepe den Frosch schlagen kann Ist es queer Stalin in pinker Tarnkleidung.“)

Siehe den Screentshot hier.

Letztes Jahr protestierte eine Person, die unter Stalin und Lenin im Lager gelandet oder ermordet worden wäre, mit einem Schild mit folgender Aufschrift gegen die Beteiligung der Bar am CSD und verteilte Belege zur autoritär-kommunistischen Haltung der Oval Office Bar:

Vorderseite: „Hammer und Sichel sind kein „süßes Nageldesign“ gegen jede Diktatur!Autoritäre Linke Runter vom CSD Keinen CSD mit OVAL OFFICE BAR/Kosmopolis e.V.

Rückseite„ „Wenn irgend etwas Hipster Hitler [ …] schlagen kann, ist es queer Stalin in pinker Tarnkleidung.“ Mehrfache Referentin in der Oval Office Bar, Lest Gay in the Gulag, Kein CSD mit Stalin Lenin, Bolschewiki -Fans Kein CSD mit der Oval Office Bar!“

Bis zum Abschluss Kundgebung lief das glimpflich und kam auch bei vielen Menschen gut an, einige waren auch geschockt über die Inhalte der Bar. Dann wurde die Person von einer Orga-Person des CSD verbal angegangen und unter Druck gesetzt, das Schild zu entfernen.

Dabei handelt es sich schlicht um die Wahrheit und die Forderung autoritäre Linke auszuschliessen. Diese zensieren zu wollen, entspricht exakt dem was Diktaturen und auch teilweise andere Staaten tun, um an der Macht zu bleiben.

Fazit: Es geht nicht um Befreiung, sondern neue Herrschaft

Wenn ein CSD mitorganisiert wird von autoritären Kommunist*innen und Menschen, die sich dagegen wehren, versucht wird mundtot zu machen. Wenn die Leute, die auf menschenfeindliche autoritäre Organisationen dort aufmerksam machen, unter Druck gesetzt werden zu schweigen. Dann geht es nicht um die Befreiung aller Menschen von Herrschaft und Unterdrückung.

Es geht um das Streben nach marxistischer – linker Herrschaft, welche Menschen nach den Wünschen der Herrschenden erzieht.

Und wohin das führt haben wir in Russland ab 1917 gesehen.

Die Bolschwist*innen haben vor ihrem Putsch auch die Polizei angegriffen. Das hat nichts daran geändert – das sie aufgrund ihres Verhältnisses zum Staat – dem Wunsch Menschen über ihn umzuerziehen eine Diktatur geschaffen haben.

Übrigens war Teil der bolschewistischen Strategie genau die Pseudo-Radikalität. So unterstützte sie nach außen hin die Räte (Soviets), baute diese aber gezielt so um, das ihre Partei dort die Kontrolle und mehr erlangte. Und sie begannen ein Landreform, um die bäuerliche Bevölkerung für sich zu gewinnen.

Als sie dadurch die anderen sozialistischen Kräfte ausgebootet hatten, entmachteten sie die Räte und nahmen die Kollektivierung des Landes zugunsten von Verstaatlichung, die Lenin immer schon geplant hatte, zurück.

Jede queere Person mit Geschichtsbewusstsein sollte sich fragen, ob sie*er für eine neue staatskommunistische Diktatur auf die Straße gehen möchte, oder lieber für eine herrschaftsfreie Gesellschaft. Nicht nur wegen der Verfolgung queerer Menschen in der UdSSR, sondern auch aus Liebe und Solidarität zu den hunderten Millionen anderer Unterdrückten der realexistierenden marxistischen Regime. Und um es klar zu sagen, wir reden hier nicht von Kapitalist*innen oder Anführer*innen Rechter, sondern einfachen Bäuer*innen, Arbeiter*innen, Indigenen, Anarchist*innen, Kommunist*innen und anderen Sozialist*innen.

Wer letztere in seinem*ihren Herzen trägt, sollte den CSD Bochum boykottieren, oder noch besser dagegen protestieren. Wir werden auf jeden Fall weiterkämpfen, alle Menschen die sich u. a. über die Inhalte der Oval Office Bar und ihren Zusammenhang mit anderen Teilen der autoritären Linken informieren wollen, sind herzlich zu unserem monatlichen Rundgang zu dem Thema Autoritäre Linke in Bochum eingeladen.

 

Lizenz des Artikels und aller eingebetteten Medien: 
Creative Commons by-nc-sa: Weitergabe unter gleichen Bedingungen - nicht kommerziell