Berlin

Razzien am 24.03 in Berlin, Hamburg, Düsseldorf und Kyritz

 

In den frühen Morgenstunden am 24.03.26 kam es zu einer Vielzahl von Überfällen bei unseren Freund*innen und Gefährt*innen durch die Bullen.

 

 

zwei LAP Filialen angegriffen

Am Wochenende haben zwei LAP Filialen Besuch bekommen. Die Filiale am Boxhagener Platz wurde mit Steinen und Farbe verschönert. Diesmal hat die Scheibe einen Sprung, beim nächsten Mal wird sie komplett weg sein. Die Filiale in der Gormanstr wurde mit Farbe um dekoriert und die Botschaft "verpisst euch" hinterlassen.

(Berlin) Auf den Busch klopfen, um zu sehen was sich bewegt Über die Razzien am 24.3.2026

[english below]

 Folgender Text ist das erste Statement unseres auf den Ideen von Solidarität, Selbstorganisierung und Freiheit von Unten aufbauenden politischen Kollektivs. Im Laufe unseres Entstehungssprozesses hatten wir eigentlich beschlossen, mit einem Text auf der Bildfläche zu erscheinen, in dem wir uns vorstellen, unsere Ideen mitteilen und den Prozess, durch den wir zusammengekommen sind, reflektieren würden. Dieser Text kommt nun anders als erwartet, stellt er doch auch ein Statement bezüglich des kürzlichen Repressionsschlages gegen anarchistische Strukturen und all jene wie uns, die Teil sozialer und Klassenkämpfe sind, dar. Mit den Razzien bei etlichen Leuten, der Repressionswelle im allgemeinen, und dem direkten Anvisieren einer unserer Genoss*innen, sehen wir zum einen die Notwendigkeit, unsere praktische Solidarität durch diesen Text auszudrücken. Zum anderen wollen wir die letzten repressiven Ereignisse in den Kontext der Anstrengungen des deutschen Staats stellen, der durch den Versuch der Auslöschung jeder Form des Widerstandes die Militarisierung der Wirtschaft und Gesellschaft vorantreibt. Zum jetztigen Zeitpunkt das erste mal als Kollektiv aufzutreten heißt für uns: dem staatlichen Angriff entgegnen und einen Schritt vorwärts machen, da wir glauben gemacht werden sollen, dass es nur die Option des Rückzugs gibt.

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 The following text is the first statement of our political collective which is based on the ideas of solidarity, self-organisation and freedom from below. In the course of forming our collective, we intended to step forward with a text that would introduce who we are, share our ideas and reflect on the process through which we came together. Now this text comes in another way than we expected, since it is at the same time also a statement regarding the recent crackdown on anarchist structures and anyone who is part of social and class struggles, including us. As several people are being targeted by the raids and this recent wave of repression, including one of our comrades who is directly targeted, we, first of all, see the necessity of showing our practical solidarity through this text. Secondly we want to put the latest repression in the context of the german states' efforts of militarizing the economy and society by attempting to eliminate any form of resistance. Coming out at this point as a collective means for us countering the state's attacks and taking a step forward when we should be made to believe that there is just the option of retreat.

 

Görlitzer Park: Experimentierfeld für kreativen Ungehorsam

Der Görli entwickelt sich vom Testfeld für staatliche Kontrolle immer mehr zum Experimentierfeld für kreativen Ungehorsam.

Erfolgreiche Kundgebung gegen Überwachung und Ausgrenzung (B)

Mehrere hundert Menschen protestierten am Samstag 25.04. im Görlitzer Park nicht nur gegen die geplante 24-Stunden-Überwachung mit KI-Unterstützung des Görli und anderer sogenannter "kriminalitätsbelasteter Orte", sondern auch gegen die allgemeine und zunehmende Überwachung und Kontrolle durch Staat und Big-Tech-Konzerne, gegen Gesetzesverschärfungen und die permanente weitere Aushöhlung des Datenschutzes.

[B] Widerstand gegen KI-gestützte Kameras in der Rigaer Straße

[english below]

Nach dem Willen des Berliner Senats soll jetzt der nächste Schritt in eine dystopische Kontrollwelt kommen, für die der Roman „1984“ von George Orwell die Vorlage ist. Nach einer Testphase am Alex, am Kotti, auf der Warschauer Brücke sowie am Görli, soll in der zweiten Jahreshälfe auch im sogenannten kriminalitätsbelasteten Ort (kbO) Rigaer Straße mit künstlicher Intelligenz nach verdächtigem Verhalten gefahndet werden. Eine Grenzkontrolltechnik die auch zur Verhinderung „illegaler Einreise“ in die EU und anderer autoritärer Staaten verwendet wird. Nach der Gewöhnung an biometrische Passfotos kommt nun die individuelle Speicherung von Skelett und Bewegungsprofilen.

 

[B] Recherche #3: "Deutsche Patrioten Voran" - Neuaufstellung, ideologische Beliebigkeit inklusive Hitler-Verehrung

Ende Januar 2026 veröffentlichten wir den zweiten Recherche-Output zu den "Deutschen Patrioten voran". Damals war wenig Aktivität der Gruppierung zu verzeichnen. Die Inhaftierung von Mandy Gietz im September 2025 hatte die (eigenständigen) Gruppenaktivitäten fast vollständig zum Erliegen gebracht. Stattdessen waren einige Rückzüge von vorher aktiven Mitgliedern zu verzeichnen und die Orientierung an deutlich aktiveren Gruppen wie der "Deutschen Jugend Voran" (DJV). Drei Monate später hat, verbunden mit der Haft-Entlassung von Gietz Anfang März, eine Reaktivierung der Gruppierung stattgefunden. Damit einher geht eine Klärung, wer noch zur Gruppe gehört und wer nicht mehr. Wir zeichnen mit diesem dritten Output die aktuelle Lage der Neonazi-Truppe nach und versuchen uns an einer Bewertung. 

KRIEG BEGINNT HIER: Protest gegen Rheinmetall-Aktionärsversammlung vor der Berliner Waffenfabrik

Wann: 12.05.2026, 17:00 Uhr
Wo: Rheinmetall, Scheringstraße 2, Wedding

Rheinmetall profitiert weltweit von Krieg, Aufrüstung und Militarisierung – und feiert am 12. Mai wieder seine stetig steigenden Profite. Während Milliarden in Waffen und Kriegsproduktion fließen, fehlen Gelder für Wohnen, Bildung, Gesundheit und soziale Infrastruktur.

Das nehmen wir nicht hin!

Kommt am 12. Mai zur Kundgebung gegen die Aktionärsversammlung von Rheinmetall und gegen den Ausbau der Waffenproduktion in Berlin. Krieg beginnt nicht erst an der Front – er wird auch hier organisiert, finanziert und produziert. Solange mit Menschenleben Kasse gemacht wird, kann es keinen Frieden geben!

Lasst uns gemeinsam ein Zeichen setzen gegen Aufrüstung, Kriegsvorbereitung und Profite auf Kosten von Leben.

Geld für Soziales statt für Krieg und Aufrüstung!
Keine Waffenproduktion in Berlin!
Rheinmetall stoppen!

Revolutionäre 1. Mai Demo blockiert!

Die 1. Mai Demo in Berlin wurde von besoffenen Jugendlichen blockiert, die nicht einmal gemerkt haben, dass sie mitten auf der Demoroute stehen.

Das Argument ist immer wieder, dass der 1. Mai zu gewaltvoll sei. Migrantifa und mit uns viele andere, die an der Demo teilnahmen, sprechen von „(...)einer der gefährlichsten 1. Mai Demos der letzten fünf Jahre(…)“. Denn wie wir spätestens seit der Loveparade 2010 wissen; einen erstickenden Menschenandrang sollte man nicht unterschätzen. Wer zur Demo wollte, musste durch ein Meer aus besoffenen Vape-rauchenden Tiktok-Teenies und hatte Glück, wenn er noch Luft bekommen hat. Man wurde nicht nur von besoffenen kleinen Jungs angetanzt, sondern hat auch ein Gedränge erlebt, dass gefährlich nah an einem Crowd Crush war.

Während in Palästina und im Libanon im großen Stil mit deutschen Waffen vertrieben und vernichtet wird, die Deutsche Regierung das fleißig unterstützt und nebenbei den „Sozialstaat“ abbaut, Kürzungen im Gesundheitswesen und der Kulturbranche vornimmt und wieder faschistische Ideale in den Vordergrund stellt, meinen viele wirklich es gäbe noch etwas zu feiern. Ein Schlag ins Gesicht für die vielen Palästinenser, für die von den Protesten das Leben ihrer eigenen Familie abhängt. Und für die Menschen aus der Unterschicht und Arbeiterklasse, die sich für Hungerlöhne abschuften. Oder Menschen mit Behinderung und chronischen Krankheiten, die in noch größere Systemlücken fallen.
2003 ging die ganze Scheiße los, mit dem Myfest als Party-statt-Randale-Strategie. Es findet nicht mehr statt, doch die Menschen gehen trotzdem weiter nach Kreuzberg. Es ist halt „angesagt“.

Dieses Jahr hat die Partei Die Linke nicht weit von der eigentlichen Demo Ikkimel und Co. eingeladen und somit die Logik des Myfests übernommen. Kreuzberg wurde im Massensaufen und Techno-Geballer vergraben.
Wir beobachten schon lange eine Institutionalisierung der linken Szene. Die Szene wird absorbiert und assimiliert bis zum geht nicht mehr. Nirgendwo war das bisher so deutlich zu spüren wie beim diesjährigen 1. Mai.

Die Demoteilnehmer saßen stundenlang fest und wurden von Feiernden am Demonstrieren gehindert. Nachdem sich die Blöcke Stück für Stück mühsam durchquetschten, waren sie getrennt und erschöpft. Konterrevolution par excellence. Aber haben sie es jetzt endgültig geschafft?
Nicht wenn wir aus den Geschehnissen lernen und unsere Strategie verbessern. Man sollte mal wieder in einer anderen Gegend laut werden (z.B. Wedding/Mitte). Ihr mögt an die Utopie glauben, diese besoffenen Zombie-Tiktoker noch irgendwo abzuholen und fasst sie lieber mit Samthandschuhen an. Aber sie checken es halt nicht und die Verblödung nimmt zu. Wenn man vor den feiernden auf großer Leinwand Videos von Israelis zeigen würde, wie sie beispielsweise in den Trümmern einer zerstörten Schule in Gaza tanzten (True Story), würden diese Menschen das auch noch feiern. Sind wir doch mal ehrlich; Sie wollen temporäre Freiheit, wir wollen langfristige Befreiung. Sie wollen vor der Realität flüchten, wir wollen uns den Umständen in den Weg stellen. Sie wollen dem Staat gehorchen, wir wollen ihn umkrempeln/abschaffen. Wir müssen niemanden abholen, der die Logik des Staates unterstützt. Abgrenzung ist der letzte Lichtblick.

„Im Namen der Toleranz sollten wir uns das Recht vorbehalten, die Intoleranz nicht zu tolerieren“
- Karl Popper -

Klar, die Partei Die Linke, der Senat und die Bullen haben zu dem Chaos beigetragen , aber sie allein dafür verantwortlich zu machen, würde den Menschen die uns blockiert haben ihr eigenständiges Denken und ihre generelle Eigenverantwortung absprechen. Auch dieses Verhalten darf man kritisieren, und es ist sogar wichtig.
Dass die Party-statt-Randale-Strategie nun endgültig funktioniert hat heißt de facto, dass der Staat garnicht mehr selber eingreifen muss, um uns zu repressieren. Er schickt einfach ein paar Marionetten, lässt sie ungestört konsumieren und schon sind wir blockiert. Rechtsgesinnte und Senat lachen sich gemeinsam schlapp.
Die Partei Die Linke ist längst unterwandert, weil sie unfähig ist, sich von neoliberalen, kapitalistischen und rechten Ideologien abzugrenzen. Ist das noch Links oder kann das weg?
Klassenkampf ist gefragter denn je in dieser verrohten Gesellschaft. Bonzen und Spießer haben die Straßen Stück für Stück besetzt und zersetzt als ob die Stadt Krebs hat. Wo früher Grünflächen oder besetzte Häuser standen, steht längst psychisch belastende Architektur. Berliner checken.
Wo wir früher Freunde auf der Straße getroffen haben, sehen wir uns jetzt vor lauter Zugezogenen und Touris garnicht mehr. Orte, wo wir uns getroffen haben, wurden verdrängt. Die Vereinsamung nimmt gewaltig zu.
Und am meisten davon betroffen sind die Unterschicht und die Arbeiterklasse. Vor allen Frauen, BIPOC und Behinderte aus dieser Klasse. Und vor denen jene, auf die mehrere dieser Kategorien zutreffen.
Wir driften auseinander. Diesen 1. Mai literally. Die Demo-Blöcke wurden blockiert und getrennt, ein Sinnbild für unsere Gesellschaft. Auf der einen Seite Kapitalismus, Drogen, Party und TikTok, auf der anderen Menschen, die die aktuellen Zustände nicht länger hinnehmen wollen und btw für ein besseres Leben all derjenigen die im Weg standen kämpfen. Ist unsere Wut so süß und lieb geworden, dass sie sich mittlerweile trauen, saufend im Weg rumzustehen? Oder woran liegt es? Hätten sich letztes Jahrhundert auch Tausende saufende Jugendliche dem schwarzen Block in den Weg gestellt? Und wieso nicht? Den Rest müsst ihr euch denken. Wacht auf.

„Lieber stehend sterben, als auf den Knien leben.“
- Emiliano Zapata -

(Anmerkung:
Wir sind Demoteilnehmer und haben mit anderen Demoteilnehmern gesprochen. )

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