Griechenland

WAS DEM LEBEN EINEN SINN GIBT, GIBT AUCH DEM TOD EINEN SINN

 Am 31.10. ereignete sich im dritten Stock einer Wohnung in der Arkadias-Straße bei der Verarbeitung von Sprengstoff durch den Partisanen und meinen Gefährten Kyriakos Xymitiris eine Explosion mit der tragischen Folge seines Todes. Innerhalb weniger Minuten und während ich mich zufällig im Nebenzimmer befand, blieb die Zeit stehen, alles wurde schwarz und ich konnte mich nicht mehr bewegen. Der Zustand unbegreiflich, die Entwicklung unvorstellbar. Begraben unter Trümmern versuchte ich herauszufinden, was passiert war. Hilfe suchend sahen sich meinen Augen nach meinem Partner um. Langsam wurde mir klar, dass der Handlungsfaden meines Gefährten zwar abrupt durchtrennt wurde, sein Leben und seine Entscheidungen für den Kampf jedoch ein historisches Beispiel für entschlossenen Widerstand, Konsequenz und Hingabe, ein Sprungbrett und eine Inspiration für den Kampf sein würden. Zwei Gestalten erschienen und boten mir ihre Hilfe an, während ich ihnen die Stelle zeigte, an der ich meinen Gefährten zum letzten Mal gesehen hatte, die Stelle, an der sich unsere schuldbewussten Blicke trafen, Blicke voller Wut auf die Welt, in der wir leben, voller Glauben und Sehnsucht nach Momenten wahrer Freiheit.

 

Das Massaker von Pylos

An den Grenzen des Mittelmeers geht ein mörderisches Jahr zu Ende. Das Massaker von Pylos am 14. Juni hat noch keine ausreichende Vergeltung erfahren. Immerhin ist nun eine deutsche Übersetzung der Broschüre zu diesem Verbrechen verfügbar. Das Foto zeigt die deutsche Außenministerin Baerbock (Grüne) beim freudigen Handschlag mit dem griechischen Ministerpräsidenten Mitsotakis (ND). Beide Regierungen verfolgen mit allen Methoden den Krieg gegen Migration. Deutschland ist in Griechenland mit Beamt*innen von Frontex und dem BKA zur Flughafenkontrolle beteiligt. Deutsche Konzerne liefern entsprechende Technik an die verantwortlichen Behörden.

[Griechenland] Finanzielle Unterstutzung der anarchistischen politischen Gefangenen Pola Roupa und Nikos Maziotis - mitglieder des Revolutionaren Kampfes - und uber familie

Wir sind zwei politische Gefangene, Mitglieder der bewaffneten anarchistischen Organisation Revolutionary Struggle, die von 2003 bis 2017 aktiv war. Unsere Organisation übernahm die Verantwortung für 18 Angriffe auf politische und wirtschaftliche Ziele des Regimes, des Staates und des Kapitals. Revolutionary Struggle führte Bombenanschläge und bewaffnete Angriffe auf das Finanz- und Arbeitsministerium, die Athener Börse, die Bank von Griechenland sowie das Büro des Internationalen Währungsfonds durch. Wir griffen Banken, Polizeistationen an und waren an der Unterdrückung von Unruhen und Demonstrationen durch die Bereitschafts polizei beteiligt. Zudem bekannten wir uns zu einem Attentat auf den Minister für öffentliche Ordnung und zu einem Raketenangriff auf die US-Botschaft in Athen. Meine Partnerin Pola Roupa versuchte außerdem 2016, eine Hubschrauber entführung durchzuführen, um den inhaftierten Genossen Maziotis sowie andere Gefangene zu befreien und den Kampf von Revolutionary Struggle fortzusetzen.

[GR] Statement von D. Hatzivasiliadis beim Prozess gegen die Org. Revolutionäre Selbstverteidigung - Für internationsalistische Solidarität

 

Mit Blick auf die Weltrevolution spricht Dimitris Hatzivasiliadis seit Beginn des Prozesses über Bewegungen und Kämpfe in allen Teilen der Welt und drückt seine Solidarität mit den Kämpfenden aus, mit den aktuellen Kämpfen, mit den politischen Gefangenen sowie ihrem heutigen Kampf und bezieht sich auf gefallene Kämpfer*innen. Um diese Solidaritätsbekundung zu vervollständigen, wollen wir die Worte von Dimitris aus dem Prozess über jeden Punkt, jeden Kampf und jede*n Gefangene*n und jede*n ermordete*n Kämpfer*in in anderen Teilen der Welt, auf die er sich bezog, wiedergeben.

 

 

Griechenland: Mitsotakis entschuldigt sich aber Wut bricht weiter aus

Nach dem Zugunglück von Tempi ist die Stimmung in Griechenland weiter aufgewühlt. Ministerpräsident Mitsotakis hatte sich zwar am Wochenende mit einer rhetorisch geschliffenen Entschuldigung an die Bevölkerung gewendet, am Sonntagmittag versammelten sich trotzdem mehr als 10.000 Menschen auf dem Syntagma Platz in Athen.

Greece: Staatstrauer mittels Tränengas, Gesellschaft wehrt sich

Nach dem schwersten Zugunglück in Griechenland am Dienstag Abend, 28. Februar, hatte das Mitsotakis-Regime eine dreitägige Staatstrauer verkündet und seitdem ausgiebig mit chemikalischen Kampfstoffen gegen Protestkundgebungen zelebriert. In Athen und Thessaloniki kam es täglich zu Auseinandersetzungen.

Durststreik von Thanos Chatziangelou erfolgreich

Thanos Chatziangelou hat seinen Durststreik am 5. Januar beendet. Seine Entscheidung erfolgte nachdem ihm zugesagt wurde, dass er in das Gefängniskrankenhaus von Korydallos gebracht würde.

Zuspitzung der sozialen Kämpfe in europäischen Gefängnissen

Die sozialen Kämpfe in Gefängnissen in Europa verschärfen sich. Giannis Michailidis ist wieder in den Hungerstreik getreten, nachdem Thanos Chatziangelou von der Organisation Anarchistische Aktion in den Durststreik gegen seine Verschleppung getreten ist. Und Ivan Alocco hat sich nach der italienischen Entscheidung, Cospito im 41bis Folterregime zu lassen, auch wieder eingereiht. Hier ist erst einmal der Text von Giannis Michailidis.

Firefund für Gerichtskosten - „Genossen-Genossinnen“-Verfahren

Liebe Genoss*innen,

Die vier im "Genossen – Genossinnen"-Verfahren verfolgten Genoss*innen erwartet den Beginn der Gerichtsverhandlung am 6. Februar 2023 am Athener Berufungsgericht (Efetio Athinon). Angeklagt sind sie der Gründung einer angeblichen terroristischen Vereinigung mit dem Namen "Genossen – Genossinnen" und drei Angriffe auf staatliche Institutionen. Neben dem Versuch über Einzelpersonen eine gesamte politische Bewegung ins Visier zu nehmen, ist das Verfahren auch ein Versuch die angeklagten Genoss*innen durch Gerichtskosten in den finanziellen Ruin zu treiben.

Die ständige Ablehnung der Aufhebungsanträge der Beschränkungsmaßnahmen, denen die Angeklagten unterliegen, sowie der Prozess am 6. Februar 2023 sind eine enorme finanzielle Belastung. Als Soligruppe der vier angeklagten Anarchist*innen übernehmen wir Verantwortung für ihre finanzielle Unterstützung. Deshalb haben wir diesen "firefund" gegründet, mit dem Ziel, zumindest einen Teil der tausenden Euros die anfallen werden, übernehmen zu können. Unsere Stärke ist die Solidarität, die praktische, politische, ethische und materielle Unterstützung der verfolgten Anarchist*innen.

Wir bitten um internationale Unterstützung der vier Genoss*innen. Niemand ist allein ist gegenüber dem Staat.

Hier könnt ihr die Genoss*innen unterstützen: https://www.firefund.net/solidarity4comrades

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