Freiräume

Das Berliner ASOG, eine Hommage an die Stasi

stasi kamera alexanderplatz

Im Wettstreit des Kalten Krieges um die Legitimation der eigenen Bevölkerung zu erlangen, war eines der wichtigsten Argumente der West-BRD, die Freiheit des Bürgers (damals noch nicht gegendert). Im Gegensatz zur DDR, so das Narrativ von 1949 bis 1990, würden die Westdeutschen nicht von ihrem Staat bespitzelt und überwacht, weil dieser demokratisch sei. Entsprechend oft tönte es aus den Mündern von Politiker*innen und Journalist*innen, die Stasi der DDR sei besonders verwerflich, weil sie ihre Bevölkerung offen und verdeckt überwache, technisch und durch inoffizielle Mitarbeiter. Die DDR solle sich gefälligst wegmachen mit ihrem Unrechtsstaat. Noch Jahre nachdem Egon Krenz und Konsorten diesem Wunsch nachgekommen sind, schreibt Peter Wensierski 2014 einen Artikel für den Spiegel unter dem Titel „Geheimes Staatsfernsehen Video-Spitzel am Alexanderplatz“

Aufruf zum Boykott des TÜWI: Solidarität gegen Täter-Opfer-Umkehr!

Wir rufen ab sofort zum konsequenten Boykott des TÜWI (Wien) auf. Ein Ort, der sich selbst als linker, emanzipatorischer oder kritischer Freiraum versteht, hat in den vergangenen Vorfällen bewiesen, dass patriarchale Dynamiken und institutionelle Gewalt dort schlussendlich reproduziert werden, anstatt ihnen solidarisch zu begegnen.

Was ist passiert?

Nach einem patriarchalen Übergriff / Männerangriff in den Räumlichkeiten des TÜWI hat sich eine FLINTA*-Person gegen den Angreifer gewehrt. Anstatt der betroffenen Person im Sinne einer konsequenten Awareness-Arbeit beizustehen und den Angreifer zur Verantwortung zu ziehen, passierte das Gegenteil:

  • Täter-Opfer-Umkehr: Gegen die FLINTA*-Person, die sich gegen die Gewalt gewehrt hat, wurde ein Hausverbot verhängt.

  • Falschbehauptungen: Der Vorfall wurde durch maßlos übertriebene und verdrehte Darstellungen im Nachhinein so umgedeutet, dass die Selbstverteidigung als Aggression denunziert wurde.

  • Kooperation mit den Bullen: Als wäre die Ausgrenzung der betroffenen Person nicht genug, zeigt das TÜWI immer wieder die Tendenz, bei Konflikten die Polizei zu rufen. Wer in vermeintlich linken Räumen die Cops ruft, bricht mit den fundamentalsten Prinzipien von Antirepression und kollektiver Selbstorganisation. Die Polizei schützt keine von patriarchaler Gewalt betroffenen Personen – sie gefährdet sie.

Unsere Forderungen und Konsequenzen

Ein Raum, der sich mit linker Kultur schmückt, aber im Ernstfall FLINTA*-Personen kriminalisiert, Falschbehauptungen vorschiebt und die Repressionsbehörden involviert, hat seinen Anspruch als „Safe Space“ oder solidarischer Ort komplett verspielt.

Wer Täter schützt, Betroffene ausschließt und mit staatlichen Organen kooperiert, muss mit kollektivem Widerstand rechnen. Die jüngsten direkten Aktionen gegen dieses täterschützende Verhalten haben gezeigt, dass die Ignoranz der Verantwortlichen nicht unbeantwortet bleibt – und sie waren möglicherweise erst der Anfang, wenn kein radikales Umdenken einsetzt.

Wir fordern:

  1. Die sofortige Rücknahme des Hausverbots gegen die FLINTA*-Person.

  2. Eine öffentliche Richtigstellung der Falschbehauptungen und eine transparente Aufarbeitung des Vorfalls.

  3. Ein klares, verbindliches und konsequentes Bullen-Verbot im TÜWI – Konflikte und Vorfälle müssen intern, emanzipatorisch und ohne staatliche Repressionsorgane gelöst werden.

Boykottiert das TÜWI!

Bis diese Punkte nicht erfüllt sind und ein grundlegendes Umdenken stattgefunden hat, bleibt das TÜWI für uns kein Raum mehr, den wir unterstützen, besuchen oder unkritisch belassen können.

  • Tragt den Protest hinein: Redet mit den Leuten, die dort arbeiten oder verkehren. Macht den Vorfall öffentlich.

  • Meidet den Konsum vor Ort: Unterstützt keine Strukturen, die patriarchale Gewalt durch Hausverbote gegen Betroffene decken.

Solidarität mit allen, die sich gegen patriarchale Angriffe wehren! Gegen Täter-Opfer-Umkehr und Cop-Kooperation in vermeintlich linken Räumen!

Solidarität mit Florentine - Stellungnahme zu den Vorwürfen gegen Henning

Zu den Vorwürfen gegen Henning und dem Statement seiner Freundinnen. Wir positionieren uns solidarisch an der Seite von Florentine und allen Betroffenen sexualisierter Gewalt.

Stellungnahme gegen die Verleumdung von Henning

Wir sind Frauen, die sich Ende der 1980er und Anfang der 1990er Jahren politisiert haben und seither und bis heute in den verschiedensten Projekten, Gruppen und Organisierungen linke Politik machen. Wir lehnen die Vorwürfe des anonymen, auf Indymedia veröffentlichten Schreibens gegen Henning mit aller Entschiedenheit ab.

Farbangriff auf LAP (München)

Aus Wut auf die bestehende Gesamtscheiße haben wir am Samstag den 16.05., aus der Krachparade heraus, die LAP-Filale in der Klenzestraße mit roter Farbe angegriffen. LAP steht symbolisch für die immer weiter fortschreitende Gentrifizierung & Aufwertungsprozesse in München. Aus logischer Konsequenz steigen die Mieten seit Jahren ins Exorbitante. Doch dafür das München die Stadt mit den höchsten Mieten in ganz Deutschland ist und nur noch diejenigen die genug Kohle haben, sich das Leben hier leisten können, lassen wir uns all das, schon viel zu langen gefallen.

 

Seit Jahren befinden wir uns als autonome Bewegung an einem historischen Tiefpunkt. Aus Zeiten der Ohnmacht & Vereinzelung gilt es sich endlich zu befreien und neue Kraft für kommende Kämpfe zu schöpfen. Wir haben aus den Erfolgen & Fehlern der 2000ern und 2010ern gelernt. Nun heißt es raus aus der Defensive, rein in die Bewegung und verdfammt nochmal handlungsfähig zu werden. Ob München, Berlin, Frankfurt, Hamburg, Leipzig oder anders wo. Die Nacht ist unsere Freundin, also schließt euch mit Gefährt*innen zusammen und färbt die Yuppie-Läden in euren Kiezen ein, sorgt für klirrende Scheiben und lodernde Feuer.

 

Zeigen wir den Herrschenden, dass die Jahre der Ruhe vorbei sind. In dem Sinne: Viva la Revolte!

 

Antiolympisches Schanzenfest Hamburg

Das Schanzenfest findet am 23. Mai vor dem Referendum zu Olympischen Spielen in Hamburg statt. Neben Ständen von Anwohner:innen und Initiativen gibt es eine Livebühne, Kundgebungen und inhaltliche Veranstaltungen gegen Gentrifizierung, Überwachung und Vertreibung und die Folgen olympischer Spiele. Zudem kündigen wir bereits zum jetzigen Zeitpunkt für den Fall, dass eine Olympiabewerbung nicht bereits durch das Referendum mit einem Nein verhindert werden sollte, ein Schanzenfest zu den Eröffnungsfeiern der Spiele 2036, 2040 oder 2044 an.

Als direkt betroffene Anwohner:innen von Sicherheitsarchitekturen und Umstrukturierungen wird unser Protest und Widerstand gegen olympische Spiele weitergehen. Insgesamt 20 der 33 geplanten Wettkampfstätten liegen direkt im Hamburger Stadtgebiet, 17 davon – also 85 Prozent – in einem Radius von nur sieben Kilometern rund um das Heiligengeistfeld. Was euphemistisch als Spiele der kurzen Wege beworben wird, bedeutet für alle, die hier leben, wochenlange Polizeieinsätze, Hochsicherheitszonen, Kontrollen, Aufenthaltsverbote, Kameras, Hubschrauber- und Drohneneinsätze. Die Wirklichkeit ist weit davon entfernt, ein olympisches Dorf zu sein. Und wir werden dieses nicht in Hamburg willkommen heißen.

Täterschaft von Simion Steinwachs, Siegen (NRW)

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Der nachfolgende Brief wurde im Dezember 2025 mit den öffentlich bekannten linken Gruppen in Siegen geteilt:

 

(Diese Veröffentlichung hier geschieht nicht aus dieser Gruppe heraus.)

 

Hallo,
wir als Zytun wenden uns an euch, um euch von der Täterschaft einer Person in eurem Umfeld zu informieren, sowie über eine Täterschutz betreibenden Organisation. Wir bitten euch dies zu beachten und einen angemessenen Umgang damit zu finden.  Vor etwas über einem Jahr kam uns über betroffene Personen aus unserem Bekanntenkreis zu Ohren, dass Simion Steinwachs, ein SDAJ-Mitglied, in zwei Fällen sexuell übergriffig wurde und sexualisierte Gewalt angewendet bzw. angedroht hatte.
Von den betroffenen Personen wurde uns gegenüber das Vertrauen erbracht, mit ihrem Einverständnis und in gemeinsamer Entscheidungsfindung, eine Aufarbeitung anzustoßen.  Wir haben Simion darauf aus unseren Strukturen ausgeschlossen und uns mit der SDAJ in Kontakt gesetzt. Unser Ziel war es einen geregelten Täterprozess durchzuführen, der sich transformativ auswirken sollte. Damit wollten wir die Sicherheit betroffener Personen und unseres politischen Umfelds gewährleisten, und bei Simion eine Auseinandersetzung mit patriarchalen, grenzüberschreitendem und gewaltvollen Verhalten auslösen, im Sinne von „transformative justice“. Die SDAJ zeigte sich zuerst kooperativ. Nach einem Jahr wird nun deutlich, dass Simion Steinwachs keinerlei Einsicht zeigt. Er erkennt sich nicht als Täter an und spricht den betroffenen Personen ihre Gewalterfahrungen ab. Er diffamiert uns, die versuchen den Aufarbeitungsprozess zu führen, als Lügner. Er arbeitet zur Zeit in der Bluebox, einer Einrichtung der Kinder- und Jugendhilfe, einem Schutzraum für vulnerable Menschen. Dort ist er auch mit grenzüberschreitendem Verhalten aufgefallen. Wir finden es überaus erschreckend, dass er dort arbeitet. Wir haben die Bluebox kontaktiert und über die Sachlage informiert. Der Leiter der Bluebox teilte uns aber mit, nichts machen zu können.
Die SDAJ stellt sich nun schützend vor den Täter:
1. Die SDAJ stützt das Narrativ eines grenzüberschreitenden „Spaß“, statt von einem sexuellen Übergriff zu sprechen, und erkennt die Gewalterfahrungen zu Teilen nicht an oder spielt sie runter.
2. Sie haben versucht zu verschleiern, dass Simion keine Einsicht in seine Täterschaft zeigt.  Sie sind intransparent über Maßnahmen, die innerhalb der SDAJ bezüglich des Täter geschehen sind, lokal so wie auf Landes- oder Bundesebene. Sie waren nicht dazu in der Lage uns zu versichern, wie die von der SDAJ ausgewiesenen Strukturen und Prozesse, die
Aufarbeitung unterstützen oder darin involviert sind.
3. Sie haben das Interesse einer betroffenen Person daran, wie sich die Aufarbeitung auf Simions außer-aktivistisches Leben auswirkt, als übergriffig gebrandmarkt. Seine Arbeit in einer Einrichtung für Jugendliche wird weder von ihm noch der SDAJ als unangebracht
betrachtet oder thematisiert. Unsere Forderung, dass die SDAJ uns dabei unterstützt die Gefahr für die Bluebox anzugehen, wurde abgelehnt: mit der Begründung sich „nicht in die Angelegenheiten der Bluebox einmischen zu wollen“.
Wir haben der SDAJ klargemacht, dass der Prozess nun gescheitert ist und wir nun selbstständig zum Schutz von uns selbst, Betroffene wie Unterstützer:innen, und Anderer, Konsequenzen ziehen müssen.
Die SDAJ hat nun mit einem Ausschluss Simions aus der SDAJ geantwortet. Nach dem vorherigen Auftreten der SDAJ, werten wir das als reine pro-Forma-Maßnahme, um sich weiter aus der Verantwortung zu ziehen. Zumal die SDAJ ausdrücklich von einer vorübergehenden
Maßnahme gesprochen hat. Die SDAJ war sich auch nicht zu schade noch einmal zu behaupten, dass Simion „Einsicht und die
Bereitschaft sich zu entwickeln“ zeigt. Alle vorherigen Aussagen der SDAJ und Simions widersprechen dieser Darstellung. Wir haben nun beschlossen aktivistische Strukturen, die mit der SDAJ kooperieren, von diesem Sachverhalt zu informieren. Daten und Details zu den Übergriffen oder Betroffenen werden als vertraulich betrachtet und deswegen nicht mit euch geteilt. Wir halten die geteilten Informationen für ausreichend, um eine energische Reaktion eurerseits zu ermöglichen.
Bei Fragen stehen wir euch natürlich zur Verfügung.
Wir hoffen auf eine angemessene Reaktion eurerseits und entsprechende Schritte im Umgang mit Simion und der SDAJ.
Zaytun

 

 

 

 

Görlitzer Park: Experimentierfeld für kreativen Ungehorsam

Der Görli entwickelt sich vom Testfeld für staatliche Kontrolle immer mehr zum Experimentierfeld für kreativen Ungehorsam.

[Anarchist:innen aus Freiburg & Anarchistischer Aufbau] Besetzung von alter Messehalle

Die seit Jahren leerstehende alte Messehalle wurde von autonomen Anarchist:innen besetzt, um auf Leerstand in Freiburg und Umland aufmerksam zu machen. Seit Tagen wohnen dort die Aktivist:innen und gestalten ihren Alltag. 

In den letzten Jahren gab es ähnliche Projekte in denen Leerstand besetzt wurde, wie die Villa in der Maria-Theresia-Straße oder die Villa bei der Haltestelle Mattenstraße. 

Wir kämpfen weiter und besetzen weiter bis es kein Leerstand mehr gibt und der Anarchismus erkämpft wurde! 

Die Häuser denen, die drin WOHNEN!

 

 

Das war der 40. autonome 1. Mai in Wuppertal

Spontandemo zum 40. autonomen 1. Mai in Wuppertal

Der Autonome 1. Mai in Wuppertal startete viel zu früh um 9:30 beim DGB. Dort wurde auf der Demonstration ein lauter und antiautoritärer Block gebildet, aus dem antifaschistische, anarchistische und kommunistische Parolen gerufen wurden. Auf Transparenten wurde „Lifestyle Teilzeit für Alle!“, „Antifaschismus verteidigen“ und „Free all antifas“ gefordert.
Die Demo zog zum Laurentiusplatz, einige Autonome waren jedoch noch nicht fertig mit demonstrieren und so zog eine kleine Sponti direkt weiter durch das Luisenviertel und bis zum Schusterplatz auf den Ölberg. Untermalt wurden die Forderungen mit buntem Rauch und kämpferischen Parolen für den Erhalt des AZ, gegen den sozialen Angriff und für ein besseres Leben für Alle.
Anwohner*innen erzählten später, sie seien kurz danach eine halbe Stunde von Schweinen festgehalten worden.

Um 13 Uhr startete auf der Trasse am Mirker Bahnhof das Autonome Radrennen mit einem glitzernden Startschuss um 13:12h.
Motiviert und kämpferisch radelten einige Autonome in Richtung des Ottenbrucher Bahnhofs. Manche hatten jedoch ihr Fahrrad vergessen und liefen als Demozug mit Transparenten wie „40. Autonomer 1. Mai Wuppertal“ über die Trasse. Zur allgemeinen Freude hingen an diversen Orten weitere Transparente, „Hände weg von unseren sozialen Errungenschaften!“, „Merz leck Eier!“, und „Wir sterben nicht für Deutschland“ wurde darauf gefordert und mit buntem Rauch in Szene gesetzt.

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