Repression

Radikaler Zweifel

aus: Autonomes Blättchen, Ausgabe 50 (1)(2)

Der Zweifel – auch der am eigenen Vorgehen – ist essenzieller Bestandteil einer radikalen linken Praxis. Wir sehen uns genötigt, in eine zunehmend autoritäre Linke zu intervenieren. Autoritär formierte Subjekte verwechseln Entschlossenheit und entschiedenes Handeln mit dem Wegdrücken begründeten Zweifelns. Die ‚Ermittlungsarbeit‘, die zum bundesweiten Outing eines ehemaligen Kölner Aktivisten geführt hat, macht uns fassungslos. Geäußerte Zweifel am Vorgehen der Ermittlungsgruppe und an der Sinnhaftigkeit des Outings mit aktivem Täterschutz gleichzusetzen, ist eine gängige, aber wenig überzeugende Abwehrreaktion einer autoritär strukturierten Linken.

Berlin: Soli-Adbustings für Wehrverweigerer vor belorussischer Botschaft

Aufregung in der Belarussischen Botschaft: Auch in Berlin ist der das belarussische Staatsoberhaupt Lukaschenko nicht mehr vor Kritik sicher. Rund um den Wirkungsort der Angestellten des Diktators kaperte die Aktionsgruppe LIDUS ("Lukaschenko ist doof und stinkt") unerlaubt alle Werbevitrinen der Firma WallDecaux. In den Werbekästen konnten die Botschaftsangehörigen folgendes lesen: „Stop the 2. front!“ und „Asylum for war resisters from Belarus now“. Dazu findet sich auf den Plakaten das Logo der Oppositions-Organisation „Nash Dom“ (Unser Haus). "Kriegsverweigerer aus Belarus brauchen dringend unsere Unterstützung“, erklärt die Aktionsgruppe LIDUS ("Lukaschenko ist doof und stinkt"). "Deswegen haben wir uns zu einer Solidaritätsaktion mit Adbustings vor der Botschaft entschlossen."

Updates zum anarchistischen Gefangenen Davide Delogu // Updates about the anarchist prisoner Davide Delogu

***english below***

Am 17. März diesen Jahres ist der sardische Anarchist Davide Delogu in einen Knast nach Neapel verlegt worden. Vorher war er in Vibo. Er sitzt seit 2010 im Knast, die meiste Zeit davon in Isolation. Es geht ihm okay und er freut sich über Post. Die Post an seine alte Adresse kommt nicht an, deswegen hier nochmal die neue Adresse, um ihm Briefe zu schreiben. 



Davide Delogu,
Via Roma Verso Scampia, 350,
80144 Napoli (NA)

Um ihn finanziell zu unterstützen, kann auf diese Konto überwiesen werden:



POSTEPAY
ZAHLBAR AN: LAURA GARGIULO
IBAN: IT17I3608105138295981295990

***english***

On March 17 of this year, Sardinian anarchist Davide Delogu was transferred to a prison in Naples. Before he was in Vibo. He has been in jail since 2010, most of the time in isolation. He is doing okay and is happy to receive letters. The letters to his old address will  arrive, so here again is the new address to write him. 



Davide Delogu,
Via Roma Verso Scampia, 350,
80144 Napoli (NA)

To support him financially, you can transfer money to this account:



POSTEPAY
PAYABLE TO: LAURA GARGIULO
IBAN: IT17I3608105138295981295990

more infos: https://www.prisonersolidarity.com/prisoner/davide-delogu

Nachrichten aus dem ökologischen Krieg, Chile

Warum die folgende Auflistung von Angriffen auf die Forstindustrie in Chile auf de.indymedia stellen? - Nun, die Front im ökologischen Krieg verläuft ebenso in Deutschland, wenn auch die hier von der Zerstörung der Natur profitierenden Unternehmen und Politiker*innen nicht ganz so rabiat vorgehen, wie auf dem vom chilenischen Staat besetztem Territorium.
Die Art und Weise der Verteidigung ihrer Lebensräume durch die Mapuche, kann als richtungsweisend betrachtet werden, wenn die Argumente der Klimabewegung in Deutschland nicht als Alarmismus abgetan werden sollen.

Zudem ist der hier dokumentierte Umgang mit Jahrestagen von polizeilichen Morden inspirierend, wie auch eine Kampagne, ähnlich der gegen die Verantwortlichen in Südamerika, im europäischen Kontext sicher eine positive Resonanz finden würde.

Bericht vom 64. Prozesstag im Antifa Ost-Verfahren am OLG Dresden am 10.08.2022

Der 64. Prozesstag begann erst um 13.44 Uhr. Es wurde nur eine Zeugin zum Tatkomplex Wurzen gehört und ein Antrag der Verteidigung – auf Protokollierung einer Shoa-Relativierung durch die Nebenklagevertretung – besprochen. Nur wenige Zuschauer:innen und Pressevertreter:innen waren an diesem Nachmittag zugegen.

Im ersten Wortbeitrag der Verhandlung bekundete die Verteidigung ihren Wunsch, einen Antrag beim Gericht einzureichen. Der Vorsitzende schob diesen auf einen späteren Zeitpunkt des Prozesstages und begann die Verhandlung mit der Vernehmung der vorgeladenen Zeugin.

Blockade gegen den Fundi-Marsch in Berlin am 17.09.2022 - ein Aufruf

Auf dem Bild sind queerfeministische Aktiv*innen die sich mit ihren Armen einhaken. diese werden von 2 Polizist*Innen gewaltvoll geräumt. Außerdem sind auf dem Bild noch 2 weitere Polizist*innen, unter anderem filmt einer die Auflösung der Blockade

TW: Beschreibung von Polizeigewalt, Nennung, von Abtreibungsgegner*innen, Ableismus, Fundis

Am 17.09.2022 marschierten Fundamentali*innen, rechte Chrst*innen und Abtreibungsgegner*innen in Berlin. Wir haben uns in einer Kleingruppe aus autonomen Menschen dazu entschieden diesen Aufmarsch zu stoppen!

Fotos by PM Cheung Photography

Rom: Kommuniqué über die Paketbombe gegen Alessandro Profumo

Die Reichen bluten auch
Die Schrecken des Krieges bewegen die sensiblen Seelen. Uns erinnern sie stattdessen daran, dass es die Ungerechtigkeit ist, die diese Welt beherrscht.. Die verstümmelten Körper sind immer die der armen Leute, es ist nie ein Reicher, der stirbt, der eine Hand verliert.
Wir glauben nicht, dass wir mit der Gewalt des Staates konkurrieren können, eure Fähigkeit zur Zerstörung und zum Tod ist unerreichbar. In den letzten Jahren habt ihr das in Syrien, im Irak, heute in der Ukraine gezeigt, und wir haben es bei den Folterungen und Massakern in den italienischen Gefängnissen im März 2020 gesehen. Wir haben weder vergessen noch verziehen.

(je) Hausdurchsuchungen in Jena

(17. September 2022) Am Donnerstag, Freitag und Samstag gab es in Jena Hausdurchsuchungen.

Bericht vom 63. Prozesstag – Freitag 05.08.2022

Bericht vom 63. Prozesstag im Antifa Ost-Verfahren am OLG Dresden am 05.08.2022

Der Senat setzte im Laufe des Prozesstages die Befragung des Johannes Domhöver (im Weiteren abgekürzt mit J.D.) fort, wobei vorrangig dessen Bezüge zu Leipzig und den weiteren Beschuldigten im Fokus standen. Hierbei ging es zumeist um Kommunikation, Sport und Graffiti.

Zum Ende des Prozesstages hin durfte auch die Oberstaatsanwältin der Bundesanwaltschaft, Alexandra Geilhorn, sowie der Neonazi-Nebenklagevertreter Arndt Hohnstädter Fragen stellen. Letzterer nutzte diese Gelegenheit, um die Shoa zu relativieren. Anstatt dies zu unterbinden – oder wenigstens protokollarisch festzuhalten –, verstieg sich der Senat in die Ausrede, nichts gehört zu haben, die Bundesanwaltschaft schwieg wenig überraschend gänzlich, Zuschauende reagierten lautstark und wütend.

Bekennung zum Brandangriff auf Polizeifahrzeug in Cochabamba (Bolivien)

Am frühen Morgen des 12. September, um 2:40 Uhr, platzierten wir einen Brandsatz, der aus vier mit Benzin gefüllten und mit Klebeband zusammengehaltenen Halbliter-Plastikflaschen bestand, die mit einer Lunte aus fünf Streichhölzern und drei zusammengebundenen Räucherstäbchen angezündet wurden.

Diesen rudimentären Brandsatz brachten wir hinter einem der Vorderräder an, um sicherzustellen, dass der Motor den größten Schaden davontrug.

 

 

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