Leipzig

Mit linker Anarchie rechter Aggression konsequent begegnen!

André Poggenburg will im Süden (Connewitz) aufmarschieren. Es ist sein vierter Versuch und dieses Mal wird es keine kurzfristige Verlegung in die Innenstadt geben. Er und seine Gefolgschaft werden kommen – oder es versuchen. Damit auch der vierte Versuch scheitert, bedarf es eines entschlossenen Auftretens.

Es ist Abend in der Stadt und die Polizei schlägt dich bewusstlos #le1007

Am Abend vom 09.07 auf den 10.07. eskalierte es im Leipziger Osten. Eine geplante Abschiebung, am frühen Abend angesetzt, traf auf eine Stadtteilvernetzung, die an diesem Abend ihrem Namen alle Ehre machte. Innerhalb weniger Stunden wuchs die Masse an Menschen, die solidarisch die Abschiebung verhindern wollten von ungefähr 30 Blockierenden auf rund 500 Abschiebegegner*innen, welche über Stunden die Bullenaktion behinderten. Die Abschiebung konnte jedoch trotz des massiven Widerstand nicht verhindert werden. Was jedoch ins Auge sticht, ist das fast absurde Level von gewalttätiger Eskalation, das die sächsische Polizei an den Tag gelegt hat.

Leipzig: Jeder Aufmarsch der Rechten in Connewitz hat einen Preis, den bestimmen wir!

Am 17. Juli versucht André Poggenburg mit seinen „Aufbruch deutscher Patrioten Mitteldeutschland“ (AdPM) erneut einen rechtsradikalen Aufmarsch in Leipzig-Connewitz durch zu führen. Der Ex-Afdler und Vorsitzende der "Linksextremismus-Kommission" im Landtag von Sachsen-Anhalt sammelt alle Rechtsradikalen in seiner "Partei" ein, die für die AfD "zu radikal" sind.

Sein Ziel ist es ist es bei den kommenden Landtagswahlen in Parlamente zu kommen, damit er und seine Faschisten weiterhin Geld vom Staat bekommen. Viel Aufmerksamkeit hat er nicht mehr, seit Poggenburg nicht mir in der AfD ist, daher versucht er mit Kundgebungen in Connewitz, Schlagzeilen in der Presse zu bekommen. So klar die Strategie der Rechten ist, können wir dies nicht ohne antifaschistischen Widerstand geschehen lassen.

Anquatschversuch in Leipzig

 Am Nachmittag des 20.06.2019 ist es in Leipzig zu einem Anquatschversuch durch den VS gekommen.

 

Ausgrenzung und Rassismus innerhalb der Leipziger Linken

Schon seit ich mich erinnern kann, habe ich mich nie irgendwo zugehörig gefühlt. In meiner Kindheit wurde ich aufgrund mangelnder Sozialkompetenz und gebrochenem Deutsch gemobbt, in meiner Jugend setzte sich dies Fort. Ich war so ziemlich in jeder erdenklichen „Szene“ die es Anfangs der 2000er gab. Ich selber bin Anfang der 90er geboren. Ich war sehr frühreif und hatte meinen ersten Alkoholvollrausch mit 11, zu Zeiten in denen ich es noch ausnutzen konnte, dass es an Zigarettenautomaten keine Alterskontrolle gab. Damals war ich, als Gymnasiastin in der eigenen Klasse ausgegrenzt, nur mit älteren HauptschülerInnen unterwegs, fand es cool mich zu schminken (was für mein Alter und Familie sehr rebellisch war), von daheim abzuhauen und war in einer Zwischenwelt aus Slipknot und Cetin Cetinkaya (googlet es, youtube. Ich kann es nicht erklären, was das für Musik war) gefangen. Ich konnte/wollte mich nie festlegen. Parallel zu meinen rosa Nike Airforce 1 hatte ich 20 Loch Springerstiefel. Lange Rede, gar kein Sinn - es hat sich bis heute nichts geändert, außer meine politische Bildung, Meinung, Stellung und mein Bewusstsein. Das war nun mein 20. Umzug in meine aktuelle Wohnung, ich habe somit einige Referenzwerte zu folgender Thematik: Die Linke Szene im deutschsprachigen Raum, hat ein immenses Ausgrenzungsproblem. 

 

Es gibt im folgenden ein paar Punkte die ich dahingehend näher beleuchten möchte, die sich im spezifischen auf meine Erfahrungen jetzt in Leipzig beziehen. 

 

  1. "Wenn du psychisch krank bist, feiern wir die Kunst die daraus entsteht, wollen aber mir der Person die dahinter steht nichts zu tun haben, weil wir uns in unserer Komfortzone gestört fühlen.“ - Bedeutet, dass ich hier die Erfahrung gemacht habe, dass es in politischen Gruppen oft um die Kunst (Rap (Lena Stoehrfaktor - Komisch), Literatur, usw.) von Menschen mit psychischen Erkrankungen geht, man sich in Plena super solidarisch mit denen zeigt, sich darüber unterhält, Inspiration daraus zieht und es unterm Strich einfach abfeiert, was ein Mensch alles so kreieren kann. Tja… nur ist eine psychisch Krankheit wie zB eine Depression, Psychose oder Persönlichkeitsstörung, halt nicht immer so inspirierend und schön. Es beflügelt einen Danebenstehenden auch nicht immer, manchmal überfordert es einen. Es kann Angst machen zu sehen, wie ein Mensch aufgrund einer Panikattacke anfängt sich selber zu schlagen. Es kann Angst machen sich mit dem Thema Suizid auseinandersetzen zu müssen oder eineN FreundIn in einer psychiatrischen Einrichtung zu besuchen. Auch verhalten sich psychisch kranke Menschen vielleicht nicht immer so gesellschaftskonform. Und meine Erfahrung ist, obwohl man in der „Linken“ solche gesellschaftlichen Normen scheinbar ablehnt, man doch immer wieder vom Gegenüber fordert, sich an diese zu halten. Und meine Erfahrung hier ist, dass man psychische Krankheiten nur so lange toleriert, so lange man selber einen Nutzen daraus ziehen kann. Wenn sich die hässliche Fratze dieser Störungen dann jedoch zeigt und man direkt in einen Handlungszwang kommt, kehrt man dem Ganzen, also in dem Fall dem von der Krankheit Betroffenen, lieber den Rücken zu, statt zB das offene Gespräch zu suchen oder gegebenenfalls offen darüber zu reden, dass man überfordert ist. Es regiert eine Vermeidungstaktik in solchen Fällen.

 

  1. „Ich bin antirassistisch, aber auf meine Dreads möchte ich nicht verzichten.“ - Das ist schön für dich, nur widersprichst du dir in einem solchen Moment. Ich hätte vielleicht noch erwähnen sollen, dass ich PoC bin. Ich muss kurz ausholen: Bevor ich nach Leipzig, also Sachsen gezogen bin, hab ich mir viele Gedanken dazu gemacht, wie es mir hier als Migrantin ergehen wird. Ich dachte jedoch, „hey die Linke Szene in Leipzig ist groß, da hast du deine Nische. Einen Rückzugsort in dem du dich erholen und über rassistische Erfahrung reden und sie aufarbeiten kannst.“ Kurz nach dem ich hergezogen bin, habe ich einen heute noch guten Freund kennengelernt. Ich habe damals in Connewitz gewohnt. Er meinte „Hier ist es rassistisch. Mach dich darauf gefasst, auch von vielen „Linken“ hier mit Rassismus konfrontiert zu werden.“ Ich hab diese Aussage für so dermaßen lächerlich gehalten, wurde jedoch eines besseren belehrt. Überall sah ich „Refugees Welcome“-Shirts und Aufkleber und durchweg alle hatten was gegen Nazis. Ich war dann in einem bekannten Fußballverein aktiv, welcher sich als antifaschistisch deklariert und hatte dort meine erste Erkenntnis, dass mein besagter Freund mit seiner Aussage eventuell gar nicht so falsch liegt. Wir waren in einer Kneipe und es ging im Generellen um Geflüchtete und Muslime. Es waren zwei, im Verein nicht unbekannte Menschen mit dabei. Einer der beiden erzählte in einer Diskussion: „Also als ich in Berlin war und dort aus dem Fenster schaute und die ganzen Frauen mit Kopftüchern gesehen habe, war ich echt froh, als ich wieder in Leipzig war, da das hier ja zum Glück nicht so ist.“ Ein weiterer Satz von ihm war (begründet damit, dass die Geflüchteten sich wohl scheiße benommen haben) „Ich bin froh, dass das Asylheim endlich zu gemacht hat und die Flüchtlinge weg sind. Jetzt haben wir hier wieder unsere Ruhe.“ Der andere Mensch, der regelmäßig Parties innerhalb Leipzigs organisiert meinte: „Also Flüchtlinge lasse ich wenn, dann nur sehr ungern auf meine Parties. Mit denen gibts immer nur Ärger.“ Ich lasse das einfach mal so stehen. Jemand der hier bereits den Fehler nicht sieht, wird es auch mit einer Erklärung meinerseits nicht verstehen. So viel zum Thema antifaschistischer Fußballverein. Ein weiteres Mal, als ich mit besagtem Freund, welcher mich bereits vorgewarnt hatte in einer bekannten Bar in Connewitz war, sahen wir 5 marokkanische Geflüchtete. Wir haben dann beschlossen zu denen hinzugehen und sie auf ne Runde Mexikaner einzuladen. Gesagt, getan. Super nette Jungs mit einer extrem traumatischen Lebensgeschichte und sichtbaren körperlichen Blessuren (u.a. sich selbst zugefügte Schnitte im Gesicht). Wir wollten mit denen dann weiterziehen, in eine andere, als „links“ deklarierte Bar. In die wurden die 5 Jungs dann nicht reingelassen. Zu meinem Kumpel und mir (ich habe ein hohes White-Passing) wurde gesagt, wir könnten bleiben. Die Marokkaner müssten jedoch gehen, mit denen gäbe es nur Ärger. Ich weiß gar nicht wo ich noch weitermachen soll, um euch meinen Punkt hier deutlich zu machen. Es gibt hier so unzählig viel Alltagsrassismus unter euch „Linken“ und ihr checkt es nicht mal ansatzweise. Ihr checkt auch nicht, dass wir als (BI)PoC einfach oft weder Lust noch Kraft haben euch das zu erläutern. Stellt euch, als Person mit Uterus vor, ihr müsstet einer Person ohne Uterus, die der Meinung ist besser als ihr zu wissen wie es ist seine Periode zu haben, erklären und euch rechtfertigen, warum er das bitte sein lassen soll. Das zehrt, ist anstrengend und meistens aussichtslos. Genauso geht es uns, wenn wir mit weißen Menschen darüber reden müssen, warum es zB rassistisch ist als weißer Mensch Dreads zu tragen bzw. wieso Leipzig im Generellen ein Rassismusproblem innerhalb der „Linken“ hat. Ich bin es leid und mir fehlt die Kraft dazu. Ihr hört uns nicht zu. Das zeigt doch eindeutig der prozentuelle Anteil der MigrantInnen in politischen Gruppen hier. Ihr unterhaltet euch in euren Plena über uns und unsere Bedürfnisse, statt mit uns darüber zu reden. Ihr fällt Urteile über die Legitimität und die Stellung von Kopftüchern ohne mal mit Frauen zu reden, die ein Kopftuch tragen. Diese westliche Arroganz ist unerträglich. Und ich überlege während ich hier schreibe schon wieder Hin und Her, wie ich das Ganze möglichst unprovokant schreiben kann, damit ihr nicht sofort blockiert und euch angegriffen fühlt, aber ganz ehrlich? Ich kann das nicht mehr. Ihr redet ständig von Privilegien hier und Privilegien da. Cis-Privilegien, Thin-Privilegien usw. Das Privileg finanziell die Möglichkeit für ein Studium zu haben, die Muttersprache des Landes in dem man lebt zu sprechen und das Privileg weiß zu sein oder einen deutschen Pass zu haben, scheint dabei jedoch jedes Mal völlig unterzugehen. Zum Thema Weiße und Dreads, das wohl beste Erklärvideo: https://www.instagram.com/p/BxwogafhBl-/?utm_source=ig_web_copy_link&fbclid=IwAR3BKaHl66GjER3uzEiRGQ4-2hHJMud6EJcTebyr0PYKqzIm83QPIfAOTkM
  • Ergänzend dachte ich mir nach dem Durchlesen dieses Abschnittes, dass ich viel zu wenig konkrete Beispiele genannt habe, die den Rassismus innerhalb der „Linken“ deutlich machen. Als Beispiel, hieß es von einem blonden, deutschen Cis-Mann vor kurzem zu mir: „Es ist dasselbe wenn sich (BI)PoCs Nazis entgegenstellen, wie wenn es Weiße tun. Man ist denselben Gefahren ausgesetzt.“
  • Zum Thema Dreads, von einer linken, weiblich-gelesenen, weißen Person: „Ich sage doch auch nicht, wenn eine schwarze, lockige Frau sich die Haare glättet und blondiert, dass es kulturelle Aneignung ist.“
  • Als ich in eine große, linke Gruppe hier wollte, hieß es, dass die Gruppe voll sei und niemanden mehr aufnehmen könne. Kurze Zeit darauf, wurde eine weiße, deutsche in die Gruppe aufgenommen. Es wurde nie in Frage gestellt ob das so in Ordnung war oder mir ein Grund genannt, weshalb es mir verwehrt wurde.
  • Ich habe wie erwähnt, ein großes White-Passing. Das ist aber nicht als Privileg zu betrachten. Unter „Linken“ muss ich gefühlt ständig beweisen, dass ich institutionellem Rassismus ausgesetzt bin, auch wenn ich oft als Weiß gelesen werde. Auch das ist anstrengend. Da kamen schon Aussagen wie „Naja du legst ja auch voll viel Wert darauf migrantisch zu sein, vielleicht kommt das ja auch daher.“ Als wäre es meine aktive Entscheidung Rassismus ausgesetzt zu sein.
  • Sprache. Ich rede gerne in meiner Muttersprache mit FreundInnen. Dies wird oft von „Linken“ als ausgrenzend empfunden. Wenn jedoch im Gegenzug Geflüchtete in derselben Gruppe waren und alle Englisch hätten reden können, sich aber entschieden haben deutsch zu reden, war dies legitim. Verurteilt Leute nicht die in ihrer Muttersprache reden. Es ist oftmals ein so erfüllendes und schönes Gefühl, wenn man seine Familie seit Monaten nicht gehört hat und erstmals auf eine weitere betroffene Person trifft, die dieselbe Sprache spricht. Es geht nicht immer nur um euch.
  • Das Gleichsetzen vom kurdischen Befreiungskampf (und anderen National- oder Volksbefreiungskämpfen) mit faschistischem, nationalsozialistischem Gedankengut. Der dafür genannte Grund war der „Volkgsbegriff“. Ich will dazu ja eigentlich echt nichts weiter schreiben, aber Leute… euch gehts echt zu gut, wenn ihr der Meinung seid, das als Faschismus zu bewerten.
  • Als es hier feministische Plakate gab, in der viele Frauen* abgebildet waren, u.a. eine mit Kopftuch, ist eine Gruppe politisch motivierter Menschen durch die gesamte Stadt gerannt und hat die Person mit Kopftuch von den Plakaten gerissen oder überklebt. Davor gab es wohl hitzige Diskussionen darüber, ob dieses Plakat so überhaupt veröffentlich werden kann.
  • In der Straße in der ich lebe gibt es zwei Häuser weiter eine Nazikneipe. Es gibt auch ein Hausprojekt, auf der anderen Seite. Da ich einen offensichtlich ausländischen Nachnamen habe, hat mir dies sehr Angst gemacht, weshalb ich Leute aus dem Hausprojekt fragte, ob man sich austauschen könnte, damit man sich im Ernstfall beiseite stehen kann. Das war nicht gewünscht.

 

  1. „Politisch korrekte Sprache ist unser Aufnahmekriterium und wir mobben Leute aufgrund von falscher, deutscher Sprache.“ - Als Beispiel, der Bulle der „Barista, Barista…“ verstanden hatte in dem Feine Sahne Fischfilet Gerichtsprozess. Leute, daraus wurde sogar fckng Merchandise gemacht, so sehr wurde das in den Dreck gezogen. Dass aber bereits, das mobben aufgrund der Sprache an sich, extrem elitäres, deutsches Verhalten ist, will niemand sehen. Nehmen wir das Beispiel Body-Positivity. Wäre der Bulle übergewichtig gewesen, wäre es doch auch nicht in Ordnung ihn deshalb fertig zu machen, weil er ein übergewichtiger Bulle ist. Genauso ist es mit der Sprache. Auch wenn ein Nazi Rechtschreibe- oder Grammatikfehler macht, ist das nicht der Punkt an dem man sich aufhängen sollte. Man sollte ihn inhaltlich kritisieren und meinetwegen sogar bloß stellen, aber nicht aufgrund der Sprache. Wisst ihr wie das für Menschen, die schlecht deutsch sprechen rüberkommt? Es ist extrem bedrohlich. Es zeigt, dass auch sie Opfer solcher Bloßstellung werden könnten, wenn sie Sprachfehler machen. Es muss als antirassistische Linke doch unser Ziel sein inklusiv zu handeln. Barrierearm zu sprechen. Nicht zum Selbstzweck mit (Achtung gezielt:) eloquenten, rhetorischen Phrasen um uns zu werfen und sich dann auch noch darüber lustig zu machen, wenn das jemand nicht schafft. Genauso hält es sich mit politisch korrekter Sprache. Was ist denn euer Ziel? Wollt ihr Politik von „Linken“ für „Linke“ machen oder die Gesellschaft bewegen? Ich für meinen Teil, will eine politische Masse und keine Elite. Das bedeutet aber auch, dass ich mich mit Leuten auseinandersetzen muss, die mal „behindert“, „Schwuchtel“, oder „Hurensohn“ sagen. Dieses ausgrenzende Verhalten, dieses herablassende Belehren von oben herab, diesen Menschen gegenüber, wird doch nichts an deren politischer Meinung ändern, zumal - und das Folgende ist jetzt sehr wichtig - es auch nichts über den Menschen und sein politisches Potential an sich aussagt, wenn er mal solche Wörter benutzt. Die werden doch niemandem zuhören, der allwissend auf sie einpredigt und dann sagen „mhh ja hast voll Recht, mach ich nie wieder“, nein. Wir müssen uns auf Augenhöhe begegnen. Wenn ihr weg wollt, von einem rein studentisch-akademisch gebildeten, elitären Kreis, müsst ihr auch mal in den sauren Apfel beissen und euch mit solchen Dingen auseinandersetzen. Wie wollt ihr denn die Masse verändern, wenn ihr der Masse den Rücken zukehrt, weil sie nicht genau in euer Bild von „es Wert sein sich mit ihnen zu beschäftigen“ passt. Kurz, das Ganze nennt sich Bildungselitarismus.

 

 

Dieser Text hier ist auf einen Vorschlag meines (weißen) Partners hin entstanden. Er meinte viele wüssten gar nicht, wie es einem Migranten hier zum Teil ergeht. Hier bitte sehr. Jetzt wisst ihr es. Ich werde hier wieder wegziehen sobald ich kann. Nicht wegen der rechten sondern wegen der „linken“. Ich wohne seit fast zwei Jahren hier und habe aufgrund oben genannter Gründe nur meinen Partner und den erwähnten Freund als regelmäßigen Kontakt, bzw. als Menschen die den Begriff "Freund" verdient haben. Ich habe hier keinen Anschluss gefunden und ich fühle mich hier als psychisch kranke Migrantin auch nicht erwünscht oder Willkommen. Und wie bereits erwähnt, nicht von Seiten der Rechten oder der bürgerlichen Mitte. Ganz explizit von Seiten der (queer-)feministischen, antirassistischen und politischen Gruppen. Ich habe viel an mir gezweifelt und mich viel mit mir und meiner Art auseinandergesetzt, da ich solche Fehler immer erst einmal an mir selber suche um sie zu lösen, doch nach zwei Jahren bin ich nun bei der Erkenntnis, dass ich definitiv nicht das Problem bin, sondern die hier herrschende Arroganz und das Gefühl der Allwissenheit innerhalb der „Linken“. Zu dem spielt die Individual- und Identitätspolitik eine große Rolle.

 

Dieser Text hier hat keinerlei Anspruch auf durchdachte Vollständigkeit, es war ein Herz auf der Zunge Ding und musste mir einfach von der Seele. Bedenkt bei euren Kommentaren darunter jedoch bitte, dass ich auch ein Mensch mit Gefühlen bin und mir Dinge weh tun können und ich sie vermutlich lesen werde. Mir fällt es nicht leicht, das Ganze öffentlich zu machen, aber ich bin es vielen Menschen und auch mir selber schuldig und wenn nur einer von euch dadurch sein Verhalten reflektiert oder sich anders seinen Mitmenschen gegenüber verhält, hat es sich für mich gelohnt.

 

 

 

Wer weitere Fragen hat oder auch betroffen ist, auch aus anderen Städten, kann mir hier gerne schreiben: leipzigerkanackin@riseup.net

Die rechten Schläger von Mallorca und ihre Netzwerke

Johannes Herre mit Hitlergruß. Foto: Ara Balears

Neuigkeiten im Fall des mutmaßlich rassistisch motivierten Übergriffs Leipziger Neonazis auf Mallorca: Der Betroffene soll sich auf dem Weg der Besserung befinden und nicht querschnittsgelähmt sein.

[Leipzig] Zweite Wagendurchsuchung auf Wagenplatz Focke 80

Am Samstag, dem 03.05.2019, fand in den frühen Morgenstunden eine Wagendurchsuchung auf dem Wagenplatz Focke 80 statt. Dies ist bereits die zweite Durchuchung innerhalb eines dreiviertel Jahres, und folgt einem ähnlichen Muster.

Unser Hass verjährt nicht! KIK in Leipzig besucht.

In der Nacht vom 5.6 auf den 6.6. hatten wir die KIK Filiale in der Lützner Straße in Leipzig-Lindenau besucht. Mit Hämmern hatten wir unseren Hass an ihren Scheiben Ausdruck verliehen.

Endstation Mallorca: Leipziger Neonazis nach Angriff verhaftet

Polizeieinsatz am 8. Juni 2019 in Palma de Mallorca

Am 8. Juni 2019 gegen 21:30 Uhr griffen zwei deutsche Neonazis einen schwarzen Türsteher der Discothek “Megapark” in Palma de Mallorca brutal an. Wie die lokale Zeitung “Ultima Hora” berichtet, schlugen und traten die jungen Männer auf den Sicherheitsmann ein, ohne vorher ein Wort gewechselt zu haben. Fünf weitere Türsteher mussten eingreifen, um die Täter zu fixieren. Bei den Verdächtigen stellten sie zwei Mundschutze, wie sie im Kampfsportbereich verwendet werden, sicher, die sie wahrscheinlich während der Tat auch getragen hatten. Auf einem Mobiltelefon entdeckten sie zahlreiche Bilder von Hakenkreuzen und der rassistischen Terrororganisation “Ku Klux Klan”.

Wir wählen den Angriff als Antwort auf die Bullenbesatzung in Connewitz!

Seitdem die Bullenwache in Connewitz am 05.05.2019 angegriffen wurde, ist die Präsenz der Bullen im Viertel massiv gestiegen. Nach endlosen Nächten im Helikopterlärm nach der Räumung des Black Triangles und alltäglicher permanenter Bestreifung und Bewachung unter Bernd Merbitz, hat sich der neue Leipziger Bullenpräsident Thorsten Schultze eine neue Methode ausgedacht, um den Widerstand im Viertel zu bekämpfen: Fußpatroullieren von BFE-Einheiten, meist zu viert, die von tagsüber bis mittlerweile spät in die Nacht durch den Kiez streifen und verstärkt streifende Fahrradbullen. Aber auch das Gefahrengebiet in der Eisenbahnstraße, die verstärkte Bestreifung im Leipziger Westen, wo es ebenfalls rebellische Strukturen gibt und die anlasslosen Kontrollen auf dem Unicampus sprechen für eine Law & Order Politik des neuen Bullenpräsidenten.  Lange genug haben wir uns das angesehen. Am 01.Juni gingen wir dann zum Angriff über, inspiriert von den neuerlichen Ereignissen gegen Repression und Bullen in der Berner Reitschule [1], dem Bremer Ostertorviertel [2] und dem Berliner Dorfplatz [3].

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