Antifa

[HRO] Mehrere ungeklärte Brandstiftungen (Dokumentation)

 

Im Folgenden werden ausgewählte Brandstiftungen in Rostock dokumentiert. Es geht bei der Zusammenstellung der Vorfälle nicht zwingend um die Konstruierung eines Tatzusammenhanges. Mit der Dokumentation und Wissensbereitstellung soll zunächst lediglich vermieden werden, dass Informationen verloren gehen.

Doch unabstreitbar nehmen Angriffe auf linke und alternative Freiräume in ganz Deutschland zu. Brandstiftungen an Häusern, in denen Menschen wohnen und schlafen können dabei (wieder) als eine neue Stufe der Gewalt betrachtet werden. Ein direkter Zusammenhang zwischen den aufgeführten Vorfällen lässt sich bisher weder ausschließen noch mutmaßen.

Nazi Outing Tom Klie

 

Nach längerer antifaschistischer Recherche konnten wir erfolgreich einen weiteren Nazi aus der Anonymität holen.

 

Hiermit stellen wir vor:

 

Tom Klie, 24 Jahre

Zuletzt wohnhaft in Göttingen und Zwickau

  

Tom Klie tauchte 2018 erstmals im Umfeld der Identitären Bewegung auf. 

Im Jahr 2019 radikalisierte er sich weiter und wurde bei mehreren Aktionen der NPD in Niedersachsen und Nordhessen gesehen.

Zwischen 2020 und 2023 beteiligte sich Tom Klie wiederholt an Angriffen auf antifaschistische Häuser in Göttingen. 

 

2021 wurde er wegen gefährlicher Körperverletzung sowie wegen Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen verurteilt. 

 

Im Jahr 2024 tauchte Tom Klie für kurze Zeit in Zwickau auf, wo er sich im Umfeld zweier lokaler Faschos bewegte - Sanny Kujath (ehemals III. Weg) und Wladislav Sirbu (Sirbu war Anführer der 2020 verbotenen Neonazi-Vereinigung "Nordadler".)

 

Seit Ende 2024 hält er sich nach Hinweisen wieder im Raum Göttingen auf. 

 

Zur Antifa Demo heute in Lichtenberg

Ein paar Eindrücke vom und Überlegungen zum heutigen Nachmittag in Lichtenberg. Disclaimer: Dieser Text enthält keine Informationen, die die Nazis – u.a. ein rechter Youtuber hat auch mal wieder ununterbrochen die Demo abgefilmt – nicht eh schon hätten.

 

Friedensfahrzeug angegriffen

Tesla platt gemacht

International Solidarity Event

Am 12.,13. und 14. Dezember veranstalten wir ein antifaschistisches und internationales Eventwochenende. Gemeinsam mit Genoss:innen aus ganz Europa wollen wir uns zusammen über die aktuelle Repression gegen linke Bewegungen austauschen und Erfahrungen teilen.

More than music? – Neonazis in der (linken) Subkultur Leipzigs & darüber hinaus

Schon länger scheinen sich verschiedenste Konzertveranstalter_innen, Booking-Crews und Bands, vor allem aus dem Bereich Hardcore und Metalcore, von dezidiert linken, selbstverwalteten Locations wie dem „Conne Island“ in Leipzigs Süden abgewandt zu haben. Die dafür ursächlichen Gründe können hier nicht abschließend bewertet werden. Fest steht aber, dass Konzerte dieser Subkultur stattdessen vermehrt im „Felsenkeller“ im Leipziger Westen stattfinden. Dort steht ein großer Saal, der eigentliche „Felsenkeller“, sowie ein angegliederter kleinerer Saal, das „Naumanns Tanzlokal“, zur Verfügung.
Dabei steht der „Felsenkeller“ weder für den Do-It-Yourself-Spirit, der durch die Punk-und Hardcore-Szene stark geprägt wurde, noch ist der „Felsenkeller“ ein explizit antifaschistischer (Schutz-)Raum.

Aufruf zur solidarischen Prozessbegleitung am 24.11.25 im Kontext von Tag X

Am 24.11.25 findet um 13.00 Uhr die Fortsetzung des Prozess am Amtsgericht Leipzig vom 5.11.25 statt. Angeklagt ist eine Person, der Widerstand gegen Vollstreckungsbeamt*innen vorgeworfen wird.

[B] Dankeskarten für Judenmord - Ein Veranstaltungsbericht aus dem kfetisch und Kritik des Palästina-Nationalismus

Am Mittwoch, 19.11., fand im kfetisch in Berlin-Neukölln eine Veranstaltung mit der stalinistischen Gruppe Zora statt. Bereits im Vorfeld hatten wir darauf hingewiesen, dass Zora und deren Mutterorganisation young struggle das pogromartige Massaker vom 7.10 als legitim betrachten. Das kfetisch entschied sich dennoch, die Veranstaltung durchzuführen. 

Von der Veranstaltung wurde uns ein Augenzeugenbericht zugesandt, den wir im Anschluss analysieren. 

Neugründung der Jugendorganisation der AfD in Gießen 2025

 

Der Jugendverband der AfD soll am 29. und 30. November 2025 in Gießen neu gegründet werden. Die AfD-Bundespartei hat dafür die Hessenhallen angemietet. Dies knüpft an frühere Entwicklungen an: Auch die AfD und ihre damalige Jugendorganisation „Junge Alternative“ (JA) wurden 2013 in Hessen gegründet.

 

Die JA wurde 2023 vom Bundesamt für Verfassungsschutz als „gesichert extremistische Bestrebung“ eingestuft. Im Februar 2025 beschloss die AfD auf einem Parteitag, sich von der JA zu trennen, um einem drohenden Verbot zuvorzukommen. Die JA hatte eine zentrale Rolle bei der Einschätzung der AfD als „gesichert rechtsextrem“ gespielt. Im März 2025 wurde schließlich die offizielle Auflösung der JA bekannt gegeben. Eine Entmachtung oder ein Ausschluss rechtsradikaler Mitglieder aus AfD oder JA erfolgte jedoch nicht.

 

Die JA war als formal unabhängiger Verein organisiert. Dadurch war ein Vereinsverbot deutlich leichter durchzusetzen gewesen als ein Parteiverbot. Mitglieder der JA waren teilweise auch (ehemalige) Angehörige anderer, für AfD-Mitglieder eigentlich unvereinbarer Organisationen. Viele dieser rechtsgerichteten (Ex-)Mitglieder waren zugleich in der AfD aktiv. Die JA hatte etwa 2.400 Mitglieder.

 

Die neue Jugendorganisation soll enger an die AfD angebunden sein. Geplant ist, dass entweder alle AfD-Mitglieder zwischen 16 und 35 Jahren automatisch auch Mitglieder der Jugendorganisation sind (wobei eine Jugendorganisations-Mitgliedschaft auch ohne AfD-Mitgliedschaft möglich sein soll) und/oder dass alle Mitglieder der Jugendorganisation zugleich AfD-Mitglieder sein müssen (wobei auch hier eine AfD-Mitgliedschaft ohne Jugendorganisations-Mitgliedschaft möglich wäre). Mögliche Namen für die neue Organisation sind „Patriotische Jugend“, „Junge Alternative“ oder „Deutschland-Jugend“.

 

Bei der Gründungsveranstaltung in Gießen sollen ein Statut, ein Name, ein Logo und ein Vorstand beschlossen werden. Die AfD rechnet mit rund 1.000 Teilnehmenden. Insgesamt 26 Organisationen, Medien, Vereine und Influencer wurden offiziell eingeladen, darunter mehrere rechtskonservative Gruppen sowie Ausstellende mit Informationsständen, die teilweise im rechtsextremen Umfeld aktiv sind.

 

Eine Forderung ehemaliger JA-Funktionstragender lautete:
„Wir müssen unser Grundgesetz abschaffen und uns eine eigene Verfassung geben. Aktuell sind wir von den Amerikanern besetzt.“

 

 

 

 

[LE] Kurzbericht zur Kundgebung vom 09.11.2025 im Gedenken an das Novemberpogrom 1938

Auch in diesem Jahr hatten wir für den 9. November zu einer antifaschistischen Kundgebung in Erinnerung an das Novemberpogrom 1938 aufgerufen. An der Kundgebung nahmen ca. 150 Leute teil. Eröffnet wurde die Kundgebung mit einem Redebeitrag von uns, der sich mit dem Novemberpogrom in Leipzig und dem Schicksal der Familie Joske beschäftigte. Der zweite Beitrag von disput kritisierte, dass die radikale Linke hinter einer antideutschen Kritik von Staat, Kapital und Antisemitismus zurückfalle. Im dritten Beitrag einer Genossin aus der translib wurde beleuchtet, wie gegenwärtig Antisemitismus von der Politik verhandelt wird: nicht um Jüdinnen:Juden zu schützen, sondern um „die eigene politische Heimat zu markieren“. Der vierte Beitrag kam vom Bündnis Reclaim Antifa und thematisierte, dass Antisemitismus eher mit einem brüchigen Tabu belegt und von einer oberflächlichen Erinnerungskultur begleitet ist, statt ernsthaft aufgearbeitet zu werden. Der letzte Beitrag von einigen Genossen von alea beschäftigte sich mit dem Verhältnis des gegenwärtigen Antizionismus und Antisemitismus. Beendet wurde die Kundgebung mit dem ersten Satz von Dmitri Dmitrijewitsch Schostakowitschs 13. Sinfonie, dessen Grundlage das Gedicht „Babi Jar“ von Jewgeni Alexandrowitsch Jewtuschenko ist.

Wir freuen uns, dass so viele unserem Aufruf folgten und dokumentieren hier alle Beiträge.

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