Wien/Hambacher Forst

Patriarchale Seilschaften und Expansionsdrang: Von der Hofbauergasse in die Rosiwalgasse

Wir müssen über die Verflechtung von Besitz, Privileg und Gewalt in unserer Stadt sprechen. Es reicht nicht mehr, nur von "den Immobilienhaien" zu sprechen – wir müssen die konkreten Strukturen benennen, die FLINTA-Räume bedrohen.

Das Döblinger Erbe: Mitbestimmung durch Privileg

In der Hofbauergasse 1 (Meidling) zeigt sich ein klassisches Bild: Ein Besitzer, der sicher und wohlbehütet in Döbling residiert, delegiert die Macht über den Wohnraum seiner Mieter*innen an seine Tochter. Diese Konstellation ist kein bloßes Familienverhältnis, sondern ein Machtinstrument. Hier wird nach Gutsherrenart entschieden, wer ein Dach über dem Kopf verdient und wer nicht.

Doch die Ambitionen der Eigentümerfamilie enden nicht in Meidling.

Der Angriff auf die Rosiwalgasse 39

Die Tochter des Besitzers tritt nicht nur als Verwalterin in der Hofbauergasse auf, sondern agiert als Speerspitze einer aggressiven Landnahme. Mit einer Entourage aus "Freunden" und scharf gemachten Hunden ist sie in der Rosiwalgasse 39 (Favoriten) aufgetaucht.

Das Ziel: Die Aneignung des Hauses und die rücksichtslose Vertreibung der dort lebenden FLINTA. Der Einsatz von Hunden als Drohkulisse gegen Schutzsuchende und marginalisierte Personen ist eine ekelhafte Methode, um physische Dominanz auszuüben und Menschen aus ihrem sicheren Hafen zu drängen.

Kritik: Wo bleibt die Solidarität des EKH?

Besonders bitter stößt in diesem Zusammenhang das Verhalten des EKH (Ernst-Kirchweger-Haus) auf. Während FLINTA in der Rosiwalgasse massiv unter Druck gesetzt, bedroht und mit Hunden eingeschüchtert werden, bleibt eine klare solidarische Positionierung oder Unterstützung aus dem EKH aus.

Es ist beschämend, wenn vermeintlich linke Strukturen wegsehen, wenn patriarchale Gewalt und kapitalistischer Aneignungstrieb direkt vor ihrer Haustür (oder in ihrer Nachbarschaft) zuschlagen. Unsolidarität in den eigenen Reihen spielt den Immobilienbesitzern direkt in die Hände!

Unsere Forderungen:

  • Hände weg von der Rosiwalgasse 39! Keine Vertreibung von FLINTA durch Döblinger Immobilienerb*innen.

  • Schluss mit der Einschüchterung! Hunde sind keine Waffen zur Durchsetzung von Eigentumsinteressen.

  • Solidarität ist eine Waffe! Wir fordern alle linken Räume, insbesondere das EKH, auf, ihre Passivität aufzugeben und sich an die Seite der Bedrohten zu stellen.

Gegen die Privilegierten in Döbling – Für den Erhalt von FLINTA-Freiräumen in ganz Wien! Wohnraum ist keine Erbmasse für Schlägertrupps!


Dieser Text versteht sich als Weckruf an die Wiener Szene. Schaut nicht weg, wenn Verdrängung mit Gewalt und Hunden durchgesetzt wird!

Anarchie heißt Solidarität

Wir erklären unsere Solidarität mit Ronja und wenden uns gegen die Art und Weise, wie ihr Rauswurf aus dem EKH Wielandgasse abgelaufen ist. Die Ereignisse der letzten Wochen haben deutlich gemacht, wie verletzend und spaltend Ausschlüsse wirken können, wenn sie ohne transparente Kommunikation und ohne Rücksicht auf die betroffene Person durchgesetzt werden.

In den vergangenen Tagen haben wir Ronja dabei unterstützt, ihr finanzielles Auskommen für das kommende Jahr abzusichern. Für uns war das ein Akt gegenseitiger Hilfe – ein Prinzip, das in selbstverwalteten Strukturen nicht nur propagiert, sondern auch gelebt werden sollte. Solidarität endet nicht an der Tür eines Hauses, und sie endet auch nicht, wenn Konflikte entstehen.

Die Resonanz auf unsere Unterstützung war größer als erwartet. Viele Menschen haben deutlich gemacht, dass sie Ronjas Situation nicht gleichgültig lässt und dass sie sich eine andere Konfliktkultur wünschen – eine, die nicht auf Ausschlüsse setzt, sondern auf Gespräch, Verantwortung und gemeinsame Lösungen.

Wir möchten klarstellen, dass es derzeit keine weiteren Aktionen im Umfeld des EKH geben wird. Die Situation ist komplex, und wir sehen es als notwendig an, Raum für Reflexion und Austausch zu lassen, statt die Spannungen weiter zu erhöhen. Unser Ziel war und ist es, Ronja zu unterstützen – nicht, bestehende Konflikte zu eskalieren.

Wir hoffen, dass dieser Moment genutzt wird, um über Strukturen, Entscheidungsprozesse und solidarische Praxis nachzudenken. Selbstverwaltung lebt davon, dass Menschen füreinander einstehen – gerade dann, wenn es schwierig wird.

HAINBURG BLIEB, HAMBACHER FORST BLEIBT!

Bericht über eine Soliaktion in Wien am 11.10.18 für die Kämpfe rund um den Hambacherforst und die Verbindung zum Kampf um die Hainburger Au im Jahre 1984. Inkl. Verlauf und Kommentar zur Praxis von Verweigerung der Personen- und Identitätsbezogenen Daten und Nicht-Kooperation mit der Polizei.

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