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[MV] Demonstration zum 1.Mai in Greifswald

Am heutigen 1. Mai versammelten sich am Greifswalder Südbahnhof 250 Menschen für die von der Antifagruppe Defiant organisierten Demo unter dem Motto „Zukunft statt Profite“ .
Während die Teilnehmer_innen nach und nach eintrafen, wollten es sich zwei Zivilbeamte der Mobilen Aufklärung Extremismus (MAEX) nicht nehmen lassen, sich unter die Masse mischen. Einige Antifaschist_innen stellten diese zur Rede, was die Beamten sichtlich beunruhigte und sie zu fadenscheinigen Ausreden zwang. Letztlich entfernten sich diese und die Demo konnte Aufstellung nehmen.
Nach den einführenden Grußworten folgte ein erster Redebeitrag u.a. zur Rolle der Jobcenter im System Kapitalismus. Es wurde zur Sprache gebracht, dass nicht angebliche „Schmarotzer“ oder Arbeitslose das Problem in unserer Gesellschaft sind, sondern vielmehr fehlende Solidarität und das Abspeisen der „Armen“ mit HartzIV und unwürdigen Jobs. Nach diesen inhaltlichen Beiträgen setzte sich der Demozug in Bewegung. Durch die Hertzstraße und den Ernst-Thälmann-Ring schallte lautstark „Wir wollen Zukunft statt Profite, hoch mit dem Lohn und runter mit der Miete!“. Am Einkaufszentrum im Thälmann-Ring folgte eine historische Einordnung des 1. Mai, insbesondere die faschistische Vereinnahmung dessen, sowohl in der Vergangenheit als auch Gegenwart. Unter lauten Sprechchören zog es die Demo immer weiter in das Herz von Schönwalde. Am Stadtteilzentrum „Schwalbe“ stieß ein Redebeitrag zum Thema „sozialer Wohnungsbau in Greifswald“ auf großes Interesse, sowohl in den Fenstern als auch auf der Straße. Insbesondere die zunehmende Entmischung in Greifswald, dürften viele Anwohner_innen bereits am eigenen Leib erfahren haben. Während die Innenstadtmieten konstant steigen und neuer Wohnraum selten bezahlbar ist, muss man in Schönwalde und dem Ostseeviertel nehmen, was man bekommt.
Während „Hoch die internationale Solidarität“ von den Wänden der Plattenbauten widerhallte, zog es die AktivistInnen über die Makarenko- und Anklamer Straße zum Universitätsklinikum.
Hier folgte ein Redebeitrag zur Situation der Care-Arbeit. Ob nun steigende Arbeitsbelastung bei gleichem Lohn oder die Behandlung kranker Menschen als profitable Einnahmequelle, Arbeitnehmer_innen im Bereich der Sorge- und Reproduktionsarbeit stehen enorm unter Druck und werden oftmals an die Grenze ihrer Belastbarkeit getrieben. Dieser Zustand ist nicht hinnehmbar!
Auf dem letzten Stück der Demonstration zur Europakreuzung spielten einige Hausbewohner_innen, die sich solidarisch mit der Demo zeigten und gerade selbst mit ihrem Vermieter streiten, für die anwesenden Demonstrant_innen „Bella Ciao“, wofür sich diese mit lautstarkem Jubel bedankten. Die Abschlusskundgebung fand auf der Europakreuzung statt, wo die Aktivist_innen der Basisgewerkschaft IWW Rostock sich mit einem ausführlichen Redebeitrag an die Anwesenden wandten und diese ermutigten, sich Abseits der großen Gewerkschaften wie DGB und Verdi zu organisieren und zu wehren.
Die Demoteilnehmer_innen bewegten sich anschließend in Richtung Marktplatz, wo das Kulturfest des Bürgerbündnisses „Greifswald für alle“ unter dem Motto „Solidarität, Vielfalt und Gerechtigkeit“ stattfand.

Bayernweite NIKA-Kampagne startet

Bayern 2018: während CSU und Staatsregierung im Wochentakt mit neuen Gesetzesverschärfungen gegen Refugees, Migrant_innen, Menschen mit psychischen Erkrankungen und soziale Bewegungen vorgehen, etabliert sich die AfD mit besten Aussichten auf parlamentarische und gesellschaftliche Macht. Folgen diesen Rechtsrucks sind Ausbeutung, Abwertung, Ausgrenzung und Abschottung.

Nürnberg: 3000 Menschen gegen den reaktionären Vormarsch!

Am 1. Mai haben in Nürnberg etwa 3000 Menschen an der revolutionären 1. Mai Demonstration teilgenommen. Die Demonstration war laut und kämpferisch. Die Polizei provozierte durch permanentes Filmen, hielt sich aber deutlich auf Abstand. 

Über 200 Menschen protestieren in Prien gegen rechten „Schweigemarsch“

Polizeigewalt überschattet Protestaktionen

Prien. Über 200 Menschen sind gestern (30.04.) in Prien gegen den rechten Aufmarsch auf die Straße gegangen. Dabei kam es zu massiver Polizeigewalt, als die Aktivist*innen versuchten, ihren Protest in Hör-und Sichtweite der Rechten zu tragen.

[GS] - Keinen "Tag der deutschen Zukunft" in Goslar 2018

Wir sind ein überregionales Bündnis gegen den Naziaufmarsch „Tag der deutschen Zukunft“ (TddZ), welcher am 2. Juni 2018 in Goslar stattfinden soll. Wir werden diesen Aufmarsch verhindern und den Tag für die Nazis zu einem Desaster machen. Material und Informationen zu dem Naziaufmarsch und unseren geplanten Gegenaktionen gibt es auf dieser Seite. Wenn Ihr an Mobimaterial oder einer Mobiveranstaltung interessiert seid, könnt Ihr uns gerne kontaktieren. Sagt Euren Freund*innen Bescheid, liked und teilt unsere Facebook-Seite. Stay tuned!

Naziaufmarsch verhindern! – #notddz

[NMS] Wer ist die UETD Neumünster?

Die UETD hat am 28. April eine Veranstaltung in der Stadthalle Neumünster (genauer: im Stadttheater) durchgeführt, zu der sie den AKP-Politiker Yalcin Akdogan aus Ankara einlud. Offiziell hatte die UETD die Veranstaltung bei der Stadt Neumünster als „Info zur Kommunalwahl“ angemeldet. Der Holsteinische Courier berichtete (https://www.shz.de/lokales/holsteinischer-courier/stadt-neumuenster-erla...). Wer steckt hinter der UETD?

Augsburg für Krawalltouristen – Den AfD-Bundesparteitag am 30.06./01.07.2018 angreifen

Cover des Reiseführers Augsburg für Krawalltouristen

Wir rufen anlässlich des AfD-Parteitags in Augsburg zur Revolte gegen das Kollektiv der Deutschen auf. Wir wollen nicht nur der AfD den Kampf ansagen, sondern unseren Krawall gegen jedes Kriegerdenkmal, gegen jede Repressionsbehörde des Staates, gegen jedes Parteibüro einer rassistischen Partei, gegen jeden Kollaborateur eines erneut aufkeimenden Faschismus richten.

 

Setzen wir in Augsburg ein Zeichen und zeigen der deutschen Mehrheitsgesellschaft, dass jede rassistische, jede antisemitische, jede antiziganistische, jede antifeministische Aggression ihren Preis hat und von uns nicht unbeantwortet bleiben wird!

Nazi-Randale in Apolda: 03.03.2018 - Recherche

Am Sonntagabend 03.03.2018 randalierten rechte Jugendliche in Apolda. Sie zogen laut Pressemitteilungvon der Christian-Zimmermann-Strasse in die Buttelstädter Strasse. Nachdem Sie mehrere Mülltonnen umwarfen, riefen sie mehrfach “Sieg Heil“ und bedrohten andere Menschen Zaunlatten.

Spektrum des Wahns – Zur rechtsesoterischen Tagung »Spektrum der Spiritualität« in Rodgau

Vom 10.-13. Mai findet im Konferenzhotel Rodgau zum wiederholten Male der selbsternannte »bodenständige 4-Tageskongress ohne »abgehobene Esoterik«« (1) mit dem Titel »Spektrum der Spiritualität« statt. Schwerpunktthemen der Tagung sind »Die Weltsituation – alternative Ansichten zum Mainstream« und »alternative geistige Heilungen«. Schon ein Blick auf die Homepage der Zeitung »Die Andere Realität«, auf der der Kongress angekündigt wird, erschlägt einen mit Informationen zu den Referent*innen und dem umfangreichen Programm. Wir sind der Auffassung, dass den Teilnehmer*innen für schlappe 320 Euro nicht nur »packende Podiumsdiskussionen, exklusive Vorträge […], Livemusik und ein netter Oldie-Tanzabend« (was an sich schon schlimm genug wäre), sondern auch eine ganze Portion Antisemitismus, rechte (vielleicht auch abgehobene?) Esoterik und Verschwörungsglaube, bis hin zur Umdeutung und Leugnung der Shoah, geboten wird. Über ersteres wird auf der Homepage der Zeitschrift ausführlich informiert, über letzteres wollen wir in aller Kürze im Folgenden schreiben.

Da wäre zum einen der prominente Rechtsesoteriker Trutz Hardo (bürgerlich: Tom Hockemeyer), der seinen Lebensunterhalt als Reinkarnationstherapeut, Autor (u. a. ehemals bei der Bild-Zeitung (2)) und antisemitischer Esoteriker bestreitet und sich unter anderem mit Nahtod-Erfahrungen und »Sterbeforschung« beschäftigt. In seinem Vortag auf der Tagung wird er sich mit seinem »Spezialgebiet«, der »alternativen geistigen Heilung« und der Reinkarnationstherapie auseinandersetzen. In seinem Buch »Jedem das Seine« (der Titel ist der Losung am Eingang des KZ-Buchenwald entlehnt), das in Deutschland verboten wurde, stellt Hockemeyer die These auf, dass Jüdinnen und Juden von den Nazis für ihre angeblichen Sünden, die sie in einem früheren Leben begangen hätten, bestraft worden seien. Weiterhin geht Hockemeyer davon aus, dass »[d]ie meisten, die vergast wurden, […] durch diesen Gewalttod noch nicht ausgeglichenes Karma abtragen [mussten]« (3). Hierfür wurde er 1998 vom Amtsgericht Neuwied wegen Volksverhetzung und Beleidigung des Andenkens Verstorbener verurteilt. Zu seiner eigenen Entlastung führt er an, dass nicht er, sondern sein »höheres Selbst« bzw. »ein anderer Autor« das Buch verfasst habe. Na dann…

Ein weiterer bekannter Referent ist der Journalist und ehemalige Fernsehmoderator der RTL Reihe »Unglaubliche Geschichten« Rainer Holbe. Seine Anstellung bei RTL verlor er fristlos, da seiner Ansicht nach die »Menscheitsentwicklung von den Juden durch Kreuzigung Jesu« (4) gestoppt worden sei. Auf dem Kongress soll Holbe als Moderator auftreten.

Jan van Helsing (bürgerlich: Jan Udo Holey) ist Autor und Buchverleger beim Verschwörungs- und Esoterikverlag Amadeus und bezeichnet sich als Heilpraktiker. Er wuchs bereits in einem »esoterisch geprägten« Familienumfeld auf: seine Mutter soll Seherin, sein Vater Autor esoterischer Bücher gewesen sein. Beim Blick auf Holeys Leben sind einige auffällig Wendungen zu beobachten. Verbrannte er noch in jugendlichem Alter auf dem Crailsheimer Rathausplatz Deutschlandflaggen und sympathisierte mit der Roten Armee Fraktion, erkannte Holey jedoch schnell, dass es sich bei der dritten Generation der RAF lediglich um einen »Killerdienst« im Auftrag der bei Verschwörungstheoretiker*innen beliebten Bilderbergerkonferenz handele. (5) Heute bietet er das gesamte Repertoire zeitgenössischer Verschwörungstheorien an: jüdische Weltverschwörung, Geheimbünde (hauptsächlich Illuminaten), Hitler der in Argentinien weiterleben soll und auch die allseits beliebten Ufos. Mit solchen Themen und seinen Theorien dazu, scheint er eine Menge Bücher zu verkaufen. Neben den klassischen Erkenntnissen, mit denen Verschwörungstheoretiker*innen versuchen sich die (zugegebenermaßen sehr komplexe) Welt zu erklären, sind einige Behauptungen Holeys doch überraschend originell. Beispielsweise sei Helmut Kohl ursprünglich jüdisch und heiße eigentlich Henoch Kohn. Außerdem vertritt Holey die Auffassung, dass die Krankheit HIV von den angeblich »jüdischen Illuminaten« künstlich erzeugt worden sei. (6) Falls jemand den Autor schon immer mal persönlich kennenlernen wollte: während des Kongresses signiert er seine Bestseller und steht für nette Gespräche bereit. Was auch immer das heißen mag.

Neben diesen drei genannten Referenten gibt es auf dem Kongress ein reichhaltiges Angebot an spirituellem Schmuck, Naturkosmetik, Büchern, Gesichtsdiagnostik, alternativen Heilmethoden, Aura-Lesungen, Tierkommunikation, Handlesungen, Medialität, Aura, Rückführungen, Beratungen, etc. Auch wenn es sich hierbei um ein Thema handelt, das gerne mit einem oder mehreren Augenzwinkern diskutiert wird, sollte sich stets vor Augen geführt werden, dass man es hier mit durchaus ernstzunehmende Antisemit*innen, Holocaustleugner*innen und rechten Spinner*innen zu tun hat. Diese verbreiten Welterklärungsmuster, die eine große Anschlussfähigkeit an Debatten der sogenannten bürgerlichen Mitte haben. Ein kurzer Blick auf die Klickzahlen von antisemitischen Verschwörungstheoretiker*innen wie dem Rapper Kollegah (bürgerlich: Felix Antoine Blume) zeigt, dass genau diese Themen immer schon Teil der Popkultur waren. In der äußerst ungenügenden aktuellen Debatte anlässlich der ECHO-Preisverleihung 2018, wird weitestgehend verkannt, dass Antisemitismus ein integrales Element der bürgerlichen Gesellschaft darstellt und sich in allen Klassen, sozialen Gruppen und Milieus findet. Auch die drei genannten Autoren verfügen über eine Reichweite, die von einer Gesellschaft und besonders einer Linken, die es mit dem Kampf gegen Antisemitismus ernst meint, nicht unterschätzt werden darf!

Gegen jeden Antisemitismus! Rechte Spinner*innen entlarven!

(1) https://www.d-a-r.de/spektrum-der-spiritualitaet/

(2) http://www.bildblog.de/1421/bild-beschaeftigt-volksverhetzer/

(3) https://twitter.com/jonas_fedders/status/859380843302801410

(4) https://www.zeit.de/1990/17/harry-rowohlt-poohs-corner

(5) Mader, Hubert Michael: Studien und Berichte. Politische Esoterik – eine Rechtsextreme Herausforderung, Wien 1999, S. 60-68.

(6) Wippermann, Wolfgang: Agenten des Bösen. Verschöwrungstheorien von Luther bis heute, Berlin 2007, S. 147-148 und S. 190.

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