Allgäu

Transmisstrauen, Misgendering und die Eskalation im Altdorfer Wald: So geht man nicht mit nicht-binären Autist:innen um!

Wir schreiben diesen Text, um eine massive Grenzüberschreitung öffentlich zu machen, die sich im Altdorfer Wald im Kontext linker Strukturen abgespielt hat. Es ist unerträglich, dass gerade in Räumen, die sich als solidarisch und emanzipatorisch verstehen, ein derartiger Mangel an Sensibilität und grundlegendem Respekt herrscht.Vorsätzliches Misgendering und Outing
In der Kommunikation auf Indymedia wurde eine nicht-binäre Person konsequent mit den Pronomen "er/ihm" bezeichnet – und das, obwohl im Vorfeld unmissverständlich und deutlich kommuniziert wurde, welche Pronomen korrekt sind. Doch damit nicht genug: In den Beiträgen wurde zusätzlich der Anfangsbuchstabe des Deadnames der Person genannt. Das ist kein versehentlicher Fehler, das ist psychische Gewalt, eine bewusste Missachtung der geschlechtlichen Identität und ein strukturelles Outing, das die betroffene Person massiv gefährdet.  Eskalation statt Deeskalation
Anstatt in der aufkommenden Konfliktsituation innezuhalten und Verantwortung zu übernehmen, haben die beteiligten Personen jegliche Deeskalation verweigert. Niemand hat das Ego zurückgeschraubt oder einfach aufgehört, Druck auszuüben. Im Gegenteil: Der emotionale und psychische Meltdown der betroffenen Person wurde von den Beteiligten sehenden Auges auf die Spitze getrieben.Diese rücksichtslose Dynamik führte letztlich zu einer Situation, in der es zu Gewalt gegen Fahrzeuge und zu massiven Androhungen gegenüber Einzelpersonen kam. Diese Eskalation wäre komplett vermeidbar gewesen, wenn die Beteiligten auch nur ein Mindestmaß an Empathie und Konfliktfähigkeit gezeigt hätten.Fehlendes Problembewusstsein trotz "Fachkompetenz"
Besonders bitter und beschämend ist, dass einige der involvierten Personen selbst in sozialen oder heilpädagogischen Einrichtungen arbeiten. Sie müssten durch ihren Beruf genau wissen, wie neurodivergente Menschen in Krisensituationen reagieren, was ein autistischer Meltdown ist und wie wichtig Reizreduktion und Deeskalation sind. Dass dieses Wissen stattdessen ignoriert oder womöglich sogar gegen die Person verwendet wurde, setzt dem Ganzen die Krone auf.Unsere Forderung
So geht man nicht mit nicht-binären, autistischen Genoss:innen um! Wir fordern eine sofortige Löschung bzw. Korrektur der entsprechenden Passagen auf Indymedia, eine ernsthafte Reflexion des eigenen Verhaltens durch die Beteiligten und ein Ende der transfeindlichen und ableistischen Hetze in unseren Strukturen. Solidarität muss praxisnah sein – oder sie ist wertlos. 

 

 


Neonazis zerstören Zeichen der Solidarität in Immenstadt

In der Nacht vom 21. auf den 22. Juli wurden in Immenstadt im Allgäu eine Reihe rassistisch motivierter Sachbeschädigungen begangen. Es wurden unter anderem an einer vor wenigen Tagen eröffneten Flüchtlingsunterkunft über 100 neonazistische Aufkleber verklebt, eine flüchtlingssolidarische Installation an einer evengelischen Kirche und ein Fahnenmast der örtlichen muslimischen Gemeinde zerstört. Die betroffene Gemeinde gewährte kürzlich zwei Kirchenaslyplätze. 1991 wurde in der Stadt ein Pfarrhof, in dem Flüchtlinge ungergebracht waren, angezündet.

Usman frei! Erfolgreiche Aktionen in Memmingen

(by: flickr.com/fromoutback2)

Usman G. geriet am 21.01.2015 in eine rassistische Polizeikontrolle am Münchner Hauptbahnhof und wurde wegen Verstößen gegen die Residenzpflicht festgenommen. Der Asylsuchende, der sich aktiv für seine Rechte einsetzt, wartete in Untersuchungshaft 7 Wochen auf seinen Prozess am 10. März vor dem Amtsgericht Memmingerberg. Etwa 30 Personen zeigten sich vor und teils im Gericht solidarisch. Nach der Einstellung des Verfahrens entschlossen sich einige der Unterstützenden zu einer spontanen Demonstration durch die Memminger Innenstadt.

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