30.Prozesstag gegen die 6 angeklagten Antifaschist*innen im OLG Düsseldorf
30. Verhandlungstag – 08.07.2026Jul 12, 2026
Der heutige Verhandlungstag war unspektakulär. Der geladene Neonazi Liptak ist nicht vor Gericht erschienen. Stattdessen wurden ein BILD-Artikel und weitere Videos ins Verfahren eingebracht.
Wie bereits erwartet, ist der ungarische Nazi der gerichtlichen Ladung nicht gefolgt. Er soll wann anders, vermutlich online, vernommen werden.
Die dadurch gewonnene Zeit nutzte der Senat um einen bereits thematisierten BILD-Artikel zu verlesen. Darin wurden unter anderem sämtliche Angeklagten dieses Verfahrens mit vollem Namen und unverpixelten Lichtbildfotos veröffentlicht und mit erwartbarem Springer-Framing. Genau diese Fotos wurden nach Veröffentlichung in vielen Fällen Zeug*innen zur Identifizierung vorgelegt. Es ist zweifellos erkennbar, dass die veröffentlichten Daten von der Polizei selbst durchgestochen worden sein müssen.
Dazu läuft bereits ein Ermittlungsverfahren gegen Unbekannt wegen Verletzung des Dienstgeheimnisses. Den Antrag dessen Ermittlungsakten in das hiesige Verfahren einzubringen weist der Senat , weil mit dem Verlesen des BILD-Artikels alle für das Verfahren relevanten Informationen abgedeckt seien.
Anschließend lehnt der Senat den Antrag der Verteidigung ab, den Cop Krämer zu laden, weil die Information, wonach er bezeugen soll (Emmi ist 1,72m groß – ohne Schuhe), als Tatsache angesehen werden könne.
Dann weitere Videos.
Zunächst die altbekannte Haltestellen-Beobachtung. Wieder Szell Kalman Ter. Wieder die selbe Szene. Wieder eine minimal andere Perspektive. Wieder exakt eine halbe Stunde ohne erkennbare Gründe.
Im Zusammenhang mit einer angekündigten Erklärung der Verteidigung zu den Straßenbahnvideos merkt schließlich sogar der Vorsitzende Richter an, damit habe es keine Eile – „angesichts der Vielzahl der Videos, auf denen wenig zu sehen war“. Eine treffende Zusammenfassung der bisherigen Beweisaufnahme.
Nun folgen 2 kürzere Videos, die den Eingangsbereich einer Bar am 10.02.2023 zeigen. Mehrere Personen gehen erst in die Bar hinein, später wieder hinaus. Sie sind hier nicht gut erkennbar.
Abschließend ein Video aus dem Inneren der Bar. Die Personen kommen rein und ziehen ihre Jacken aus. Dann bewegen sie sich in den hinteren Teil der Bar, der auf der Kamera schlecht sichtbar ist. Nach 45 Minuten, um 22 Uhr 50, verlassen sie die Bar wieder.
