Beginnen wir mit einem Witz. Sicher kennt ihr die "Hobbit"-Filme. Was haben der Drache Smaug und die Vulkangruppen gemeinsam? – Sie reden zu viel …
Aber Spaß beiseite. In den letzten Tagen ist das gesamte Spiel mit den Erklärungen vermeintlicher oder tatsächlicher Vulkangruppen brandgefährlich geworden und als außenstehender Beobachter denke ich hier sollte von Seiten einer ganzen Szene eine klare Trennlinie gezogen werden. Das wahrhaft Gefährliche ist der Gedanke, sich Legitimität verschaffen zu wollen, indem man vermeintliches oder tatsächliches Täterwissen publiziert. Denn die Wahrheit ist: Die Einzige Legitimität die man sich dabei verschafft ist die in den Augen der Bullen! Nur Bullen können bewerten, ob Täterwissen authentisch ist. Traut man den Bullen und anderen Repressionsbehörden jedoch zu – und das ist hier offensichtlich der Fall –, unter anderem mit Fake Communiques den Szene-Tratsch anzuregen und die gesuchten Leute zu Erklärungen zu provozieren, dann kann man auch Verlautbarungen zur Authentizität von Täterwissen durch Bullen und Medien nicht trauen. Ergo: Keiner kann sich durch die Publikation von Täterwissen wirklich legitimieren, es bleibt eine willkürliche Behauptung.
Die Konsequenzen daraus, dass die Debatte jedoch auf eine Ebene gezogen wird, in der die Legitimität der Publizierenden dadurch hergestellt werden soll, dass vermeintliches Täterwissen an den Anfang gestellt wird, sind den Ermittlungen der Bullen jedoch überaus nützlich. Zum einen kann man vielleicht (einmal mehr) provozieren, dass sich die Täter mit einer Richtigstellung äußern, in dem Versuch ihrer dabei habhaft zu werden, vor allem aber erzeugt man jede Menge Getratsche über etwas, über das es unter keinen Umständen Getratsche geben sollte. Im schlimmsten Fall verweist so der Szene-Blick in die richtige Richtung und liefert einen Ermittlungsansatz. Aber gleichzeitig nehmen die Bullen auch jeden Ansatz, ganz egal ob er in die "richtige" Richtung weist, um weitreichende Repressionsmaßnahmen darauf abzustützen. Das laut Aussagen der Presse momentan laufende 129a-Verfahren rechtfertigt so gut wie jede erdenkliche Maßnahme inklusive Wohnraumüberwachungen, Staatstrojanern und sowieso längerfristige Observationen, verdeckte Ermittler, usw. usw.
Deshalb sollte spätestens jetzt, wo Diskussionen offensichtlich in die Richtung der Bewertung davon, ob vermeintliches Täterwissen für plausibel gehalten wird, abdriften, dem Ganzen kollektiv ein Riegel vorgeschoben werden. Soetwas diskutieren wir nicht, wenn wir auch nur minimal solidarisch mit Sabotageakten sind! Don't feed the trolls!
Und falls es tatsächlich authentische Wortmeldungen irgendwelcher Vulkane unter all dem gab. Bitte, um Himmelswillen lasst euch nicht auf so eine durchsichtige Bullen-Troll-Psyop-Debatte ein. Manchmal muss man das Geschwätz auch einfach aushalten; außer denen, die eh nicht mehr zu retten sind, nimmt es sowieso keiner ernst!