“To our Compas in Buenos Aires“ #2 - about the G20 in Hamburg

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This time without any short links and with cool readable versions in only one language and the bilingual (with English) versions as well.

Dieses Mal ohne Short links und mit besser lesbaren einsprachigen Versionen. Die mit Englisch kombinierten Versionen sind hier ebenfalls abrufbar,

“To our Compas in Buenos Aires“

ist eine ausführliche Reportage und Reflexion über das, was vor, während und nach dem G20 - Gipfel in Hamburg passiert ist. Gleichzeitig ist es ein Brief, der an die Aktivist*innen und Bewohner*innen von Buenos Aires, Argentinien gerichtet ist - wo nun bald der nächste Gipfel (-Protest) stattfinden wird…

Hier die deutsche Version: https://cloudfront.crimethinc.com/assets/articles/2018/09/28/to-our-compas_deutsch.pdf

und hier die deutsch / englische Version: https://cloudfront.crimethinc.com/assets/articles/2018/09/28/to-our-compas_deutsch_english.pdf

Ceci est un rapport détaillé et une réflexion sur ce qui s'est passé avant, pendant et après le sommet du G20 à Hambourg. En même temps, il s'agit d'une lettre adressée aux activistes et résidentes de Buenos Aires, en Argentine - où le prochain sommet, accompagné de mouvements de résistance, auront lieu bientôt…

La version française : https://cloudfront.crimethinc.com/assets/articles/2018/09/28/to-our-compas_francais.pdf

Et la version français / english : https://cloudfront.crimethinc.com/assets/articles/2018/09/28/to-our-compas_francais_english.pdf

This is a detailed report and reflection on what happened before, during, and after the 2017 G20 summit in Hamburg, Germany. At the same time, it is a letter addressed to the activists and residents of Buenos Aires, Argentina—where the next summit (protest) will soon take place…

Here the only English version as PDF / e-book: https://cloudfront.crimethinc.com/assets/articles/2018/09/28/to-our-compas_english.pdf

And here the direct link to the website of Crimethinc with an article in english: https://crimethinc.com/2018/09/28/to-our-compas-in-buenos-aires-a-full-retrospective-on-the-2017-g20-protests-in-hamburg

Es un reportaje detallado y una reflexión sobre lo que ocurrió antes, durante y después de la cumbre del G20 en Hamburgo. Al mismo tiempo, se trata de una carta dirigida a lxs activistas y residentes de Buenos Aires, Argentina - donde dentro de poco tendrá lugar la próxima cumbre (y protesta)…

Acá la versión solo en castellano: https://cloudfront.crimethinc.com/assets/articles/2018/09/28/to-our-compas_castellano.pdf

Y además la versión castellano / english: https://cloudfront.crimethinc.com/assets/articles/2018/09/28/to-our-compas_espanol_english.pdf

Pauli – Paname Connexion

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Ergänzungen

Bei allem, was ich bisher gelesen habe finde ich erstaunlich, dass ihr mal geradezu „prollig“ und dann wieder intellektuell, fast schon bürgerlich schreibt. Das ist mal echt zumindest außergewöhnlich. Allerdings sind die vielen Sprachversionen toll. Das Kapitel Welcome to Hell finde ich sehr realistisch geschrieben. Die Kritik an der Aktion bei der Elbchaussee empfinde ich allerdings eher unsolidarisch. Das Kapitel mit der Reflexion gefällt mir persönlich am besten, insbesondere den Schluss. Auf alle Fälle hat das ein deutlich anderes Niveau, als z.B. bisherige Verlautbarungen aus der Autonomen Ecke oder das Buch der linken Intellektuellen um Dellwo.

Alles einmal runtergeschrieben, nichts Wesentliches ausgelassen, alle und alles erwähnt, die vielen Nacht- und Nebelaktionen mal mit eingebracht. Und schließlich noch den Bogen nach Buenos Aires geschafft. Eine tolle Arbeit, danke. @Zora: Guck dir doch mal die Passage zur Elbchaussee auch im Kapitel 16 bei „Geheimdiensten“ an. Da wird u.a. die Spannbreite der Autoren ja auch deutlich. Ich finde das sehr in Ordnung. Recht gebe ich Dir bei deiner Bewertung zu den bisherigen Veröffentlichungen, insbesondere zum Buch „was war da los in Hamburg“ - wirklich übel. Außerdem finde ich bemerkenswert, dass die Autoren mit dem Mythos rings um die Rote Flora kritisch umgehen, was ja nun wirklich auch mal nötig scheint.


Ich finde das Buch ist ganz schön lang geworden und verstehe nicht, warum dann auch noch in Kapitel 17auf Rattenlinie und NSU ausgedehnt wird. Das ist unangenehm zu umfassend und schließlich bei diesen komplexen Themen zu ungenau. Ansonsten bin ich sehr bei Kuno. Und überhaupt ist das Ganze natürlich großartig geschrieben. @Zora: „Prollig“ kann ich dabei gar nicht entdecken. Meinst Du vielleicht die „Straßenschlachtbeschreibungen“ im Kapitel „Out of control“? Die finde ich wiederum sehr packend geschrieben… wenn auch mit umgangssprachlichen Mitteln. Aber das ist doch wohl um Längen besser als was bisher andere dazu zu Papier gebracht haben – oder?

For the report. It´s really informative for foreigners. Thank you!

Eine Mischung aus Bewegungsmanagement, Noten verteilen, unverpixelten Fotos, unsolidarischem Gedisse, Agism, Spekulationen und Verschwörungstheorien. So ziemlich das Gegenteil von dem was die G20 Mobilisierung und politischen Strukturen in Hamburg ausgemacht hat. Deshalb eine ziemlich üble Broschüre die hierdurch linke Strukturen schädigt und gegen Betroffene der aktuellen Repression gerichtet ist. Es braucht niemand der Noten über Proteste verteilt. 

Derzeit wird ein Aktivist aus Frankreich nach Deutschland ausgeliefert. Vorwurf nach allem was mensch lesen kann u.a. Elbchaussee. Ihr spekuliert darüber ob das alles eine False Flag oder Bullenaktion gewesen ist und spekuliert über Hintergründe. Das ist (unabhängig von Ermittlungskonstrukten) kein solidarischer Umgang, sondern fällt Betroffenen von Repression in den Rücken. 

Anna und Arthur haltens Maul!

Unterstützt die Gefangenen der G20 Proteste!

 

Gerüchte und Spekulationen sicherlich nicht. Aber in diesem konkreten Fall der Elbchaussee haben wir uns dafür entschieden, die doch tatsächlich massiv vorhandenen Spekulationen darzustellen und diese aber auch als solche gekennzeichnet. Ansonsten waren auch wir zum Thema durchaus unterschiedlicher Meinung, was wir ebenfalls versucht haben so kundzutun. Generell finden wir, dass Bewertungen zu G20 in Hamburg über das Darstellen der Repression hinausgehen sollten, und stattdessen durchaus auch selbstkritisches Hinterfragen von eigenen Aktionen beinhalten müssen – notfalls kontrovers, was aus unserer Sicht keinesfalls mit „unsolidarisch“ gleichzusetzen ist.

Das ist aber auch natürlich eine gefährliche Grauzone. Nicht umsonst wird die deutlich weitergehende Spekulation im Text „Verkehrsprobleme in einer Geisterstadt“ (Nautilus) zur Elbchaussee in unserem Text kritisiert. Am Sinnvollsten wäre u.E. eine Erklärung der Leute selber, die die Elbchaussee geplant haben. Natürlich hätten wir diese – wenn denn vorgelegen – auch im Buch / offenen Brief mit einbezogen, vermutlich in alle anderen Sprachen zusätzlich übersetzt und verlinkt.

Bei eigentlich allen anderen wesentlichen Punkten, wie bei den Blockaden, der Freitagnacht (hier mit Abstrichen), der Welcome to Hell Demo, der Distanzierungen (oder Abgrenzungen), der militanten Aktionen sonst, der Samstagsdemo waren wir uns hingegen ziemlich schnell und weitgehend in unserer Bewertung einig.

@Küstennebel: Wenn Du oder ihr zu anderen Bewertungen an Punkten kommen oder die unsrigen für undifferenziert erachten ist ja gerade hier die Möglichkeit, dies konkreter zu formulieren und einzubringen. Generell aber einfach „Maul halten“ einzufordern empfinden wir als unzureichend… das bringt dann wen voran?

Mal abgesehen davon plädiert der Text ja gerade an die internationale Solidarität – insbesondere gegenüber den von der Repression betroffenen Genoss*innen aus anderen Ländern – ein sogar auslösendes Moment diesen zu verfassen.

Die von uns benutzten Fotos und Videos sind übrigens allesamt im Netz offen zugänglich, von einer zusätzlichen Verpixelung haben wir deswegen bewusst abgesehen.

Vielleicht sind ja einige Aussagen in dem Text diskussionswürdig. Aber insgesamt geht er mir fast schon zu diplomatisch daher. Auf keinen Fall kann von Gedisse gesprochen werden, oder bist Du etwa der Meinung, dass z.B. die Welcome to Hell Demo anders verlaufen ist, als wie dargestellt?

Du hast Recht, die Beschreibung der Freitagnacht ist sehr informativ, nachvollziehbar und dann auch noch selbstkritisch. „Prollig“ fande ich die Ausdrücke aus der männlichen Fußballwelt. Na Ja.

Wenn der Erfolg der G20 Proteste von Pauli – Paname Connexion gerne im trendy postautonomen Bewegungs-Dreiklang mit Parteien und NGOs, ordentlich Sachschaden und dufte RAS und St. Pauli Fans beschrieben wird und das Ganze noch mit etwas Flora und alte Leute Bashing und Autonomen-Klischees garniert wird, geschenkt. 



Allerdings werden dazu auch zahlreiche Unwahrheiten behauptet oder Dinge bewusst oder unbewusst in einem falschen Kontext dargestellt und selbst Verschwörungstheorien Raum eingeräumt.



Es gab in den öffentlichen Vollversammlungen und Arbeitsgruppen zu Welcome to hell (so closed war der Shop nämlich gar nicht) zum Beispiel keine einzige Stellungnahme oder vorgetragene Position, die davon ausgegangen wäre, dass Kameras und Öffentlichkeit befürchtete Übergriffe auf die Demonstration verhindern würden?! Gibt es dazu eine Quelle oder ist das von Pauli – Paname Connexion einfach mal so behauptet worden?



Ich verweise an dieser Stelle stattdessen auf das an diesem Punkt ausführliche veröffentlichte Nachbereitungspapier des Vorbereitungskreises:
 https://de.indymedia.org/node/15915



Der Glaube Angriffe der Polizei durch Öffentlichkeit unterbinden zu können klingt mehr als naiv und die Unterstellung solcher Naivität ist ohne Grundlage. Dies wirft Fragen gegenüber der gesamten Motivation und Glaubwürdigkeit des Textes auf.



Bei Welcome to hell waren jedenfalls Gruppen und Strukturen aus unterschiedlichen politischen Zusammenhängen beteiligt. Teilweise auch von Orten und Szenen auf die sich im Text an anderer Stelle positiv bezogen wird.

Distanzierungen wurden im Anschluss dabei innerhalb aller Strukturen als Fehler kritisiert. So was ist aber mit und in in den entsprechenden Strukturen zu diskutieren. 



Es scheint nun z.B. ein leichter Punkt den Demoleiter nochmal für seine offensichtlich unsinnigen Äußerungen aus einer emotionalen Ausnahmesituation heraus abzuschießen. Es wurde von diesem allerdings auch eine längere selbstkritische Erklärung hierzu veröffentlicht. 



Unangenehm wird es allerdings wenn sich dann aufs hohe moralische Ross gesetzt wird und nicht wenig Heuchelei schwingt mit, wenn mangelnde Unterstützung für diesen vom eigenen Welcome to Hell Bündniss im Anschluss nahegelegt wird. Dies ist inhaltlich falsch und ein problematischer Umgang mit Informationen. 



Auf St. Pauli wird auch der betrunkenste Seemann wieder mit an Bord genommen wenn das Schiff ablegt.

Das sollte auch Pauli – Paname Connexion wissen wenn sie schon mit solchen Klischees spielen. Das alles wäre einfach mit einem Kopfschütteln zur Kenntnis zu nehmen. Es ist schließlich schon mehr Unsinn geschrieben worden.



Übel wird es vor aber vor allem wenn die Demonstration in der Elbchaussee von Pauli – Paname Connexion nicht mehr als Teil der Gipfelproteste beschrieben wird. Hier betreiben sie Bullenarbeit und eine Form der Distanzierung. Dass sie sich dabei blödsinnigen Verschwörungstheorien bedienen macht es noch schlimmer.



Als Begründung liefern sie die Aussage, dass sie niemand kennen der oder die dabei war, sie selber offensichtlich nichts damit zu tun haben, und ihnen auch keine Bekennungen oder Namen von verantwortlichen Zusammenhängen bekannt sind. 



Ich mache mal bewusst etwas falsches, was mensch nun eigentlich nicht tun sollte, niemals nie, auf gar keinen Fall, in keiner Notlage und schon gar nicht hier. Bitte nicht nachmachen: Ich gestehe, dass ich ebenfalls keine Kenntnisse von irgendwelchen Hintergründen oder Beteiligten habe. Auch in meiner Stammkneipe hat noch niemand etwas von Leuten die dabeigewesen sein sollen am Tresen gehört und auch im Internet habe ich nichts von beteiligten Gruppen gelesen.

Ebensowenig habe ich allerdings eine Ahnung wer den Text von Pauli – Paname Connexion geschrieben hat. Ich gehe trotzdem nicht davon aus, dass er aus einer Polizeifeder oder vom Verfassungsschutz stammt um durch Diskussionen auf Indymedia solche neuen Informationen und Erkenntnisse zu gewinnen, ich fürchte der Unsinn ist leider völlig ernst gemeint.



Nicht jede Aktion die ohne Kenntnis oder Genehmigung von Vorbereitungsbündnissen stattfindet ist gleich eine Bullenaktion. Jede Äußerung in diesem Zusammenhang liefert aus Ermittlungssicht aber neue Informationen und grenzt konstruierte Täter*innenkreise ein. 



Deshalb sind ALLE Spekulationen und auch alle Äußerungen damit selbst nichts zu tun zu haben in diesem Zusammenhang gefährlich und aus Antirepressionsperspektive abzulehnen. Und unverpixelte Bilder haben in Zeiten von Öffentlichkeitsfahndungen nichts mehr im Internet verloren. Auch nicht in Form von Weiterverbreitung wenn sie bereits veröffentlicht wurden!



Pauli – Paname Connexion finden Antirepressionsarbeit zwar vordergründig gut aber untergraben diese durch ihren Umgang. Das ist hochunsolidarisch gegenüber Betroffenen der Repression.

Ist ja z.B. schön und super wenn Genoss*innen aus Frankreich bei dem Text mitgeschrieben haben. Andere Compas aus Frankreich sitzen aber grade in Haft und ihrem Ermittlungszusammenhang wird nun eine Nähe zu verdeckten Polizeiaktionen unterstellt und es werden Bekennungen eingefordert. Habt ihr sie noch Alle?



Pauli – Paname Connexion mag es ja teilweise blöd finden, wenn Kleinwagen von Anwohner*innen angezündet werden. Finden tatsächlich nicht wenige im Stadtteil und deshalb ist es durchaus aus auch legitim darüber in einem politischen Kontext zum Beispiel bei Stadtteilversammlungen zu sprechen. Kritisch in der Form sind solche Auseinandersetzungen vor dem Hintergrund laufender Ermittlungsverfahren und weil sie eben schnell selbst zu Distanzierungen werden. Sich diesem Protestkontext aber politisch in Gänze zu entledigen indem er einfach als Bullenaktion diffamiert wird, hat etwas von alternativer Faktenproduktion und Verrat. 



Kein mensch kann doch im ernst und ohne so zu lachen, dass ihm der Aluhut vom Kopf fällt annehmen die Polizei würde in Hamburg in der Lage sein eine Demonstration mit mehreren hundert Teilnehmer*innen als verdeckte Ermittler*innen und Provokateur*innen zu organisieren und mal eben die Elbvororte demolieren. 



Dies stand zudem maßgeblich für das Scheitern der polizeilichen Einsatzstrategie und damit die internationale Wahrnehmung der Gipfelproteste am Freitagmorgen. Sicherheitsbehörden hätten weder ein Motiv noch wären sie einsatztechnisch in der Lage sich solch ein Eigentor zu schießen. 



Der G20 in Hamburg wird in vieler Hinsicht sicher ein lokaler Mobilisierungshöhepunkt für die nächsten Jahre gewesen sein. Die Gründe dafür sind vielfältig und nicht in einem Satz zu erklären. Nicht nur die Mobilisierungskraft der unterschiedlichen Spektren, sondern insbesondere die Verwobenheit der stadtpolitischen Strukturen vor Ort hatte einen großen Anteil daran. 



Die Rote Flora ist Teil von Recht auf Stadt. St. Pauli Fans sind Autonome. Anwohner*innen sind Militante. Künstler*innen basteln schwarze Blöcke und politische Aktivist*innen machen Kunst. Diese Bezüge in ihren Überschneidungen und ihrer Differenzkultur gilt es zu erhalten und zu verteidigen. Auch gegen eindimensionale Zuschreibungen und Spaltungsversuche aus eigenen Strukturen.



Entweder Pauli – Paname Connexion hat keine Ahnung von diesen Strukturen oder sie betreiben ein bewusstes Spiel um eigene Vorstellungen als die einzig gültige Form darzustellen. So oder so wäre es gut wenn sie nur für sich selbst sprechen und keine Noten über Straßenproteste als Geschenkkorb für Aktivist*innen in Ländern des globalen Südens verteilen.



Alle Gipfelproteste haben eigene Realitäten und Bedingungen. Wir können dabei vor allem von den Erfahrungen der Aktivist*innen vor Ort etwas lernen. Sie bringen ebensoviel Know-How, Wissen und eigene Erfahrungen mit, wie alle die an den Protesten gegen den G20 beteiligt waren und möglicherweise wieder beteiligt sein werden. Auch ohne Handreichungen und Bedienungsanleitungen vom Bewegungsmanagement. 



Fazit



Als vermeintliche Zusammenfassung der Proteste in Hamburg und offener Brief mit dem Anspruch eine Fackel des Protestes weiterzureichen ist der Text unangemessen. Er ist eine Form der Vereinnahmúngspolitik von Bewegungsmomenten für die eigenen Vorstellungen von politischer Organisierung. 



Genoss*innen in die Pfanne zu hauen die in öffentlichen Stellungnahmen fraglos große Fehler gemacht haben (und hierzu eigene selbstkritische Erklärungen veröffentlicht haben) überlassen wir hier gerne der Unfehlbarkeit und Scheinheiligkeit von anderen. Auf St. Pauli pflegen wir eine andere Diskussionskultur und sprechen lieber mit- statt übereinander.

Wenn es etwas gibt das den Compas beim nächsten G20 zu empfehlen ist, dann ist es solche Grundsätze zum Selbstschutz ihrer Strukturen zu beherzigen. 

Es werden Widersprüche und Konflikte entstehen, es werden kollektive Fehler gemacht werden, die im Zweifelsfall einzelnen angehängt werden. Wo gearbeitet wir werden Fehler gemacht. Insbesondere dort wo wir mit der massiven Gewalt von Repressionsorganen oder Zersetzungsstrategien staatlicher Behörden konfrontiert sind.



Umso wichtiger ist es Diskussionen gemeinsam zu führen statt zu vermeiden, umso schädlicher ist es selber solche Zersetzung zu betreiben und z.B. Bashing über soziale Medien zu betreiben. Für diesen Ansatz stehen übrigens auch auch die völlig zurecht gelobten Stadtteilversammlungen. Das ist mein St. Pauli.


Also, wir haben an keiner Stelle im Text uns dazu geäußert, ob wir Leute von der Elbchaussee – Aktion kennen oder auch nicht. Wir haben schlicht auch bei uns vorhandene unterschiedliche Sichtweisen dazu dargestellt, sowie die ja durchaus verbreiteten Spekulationen benannt und ebenso Punkte, die aus unserer Sicht dagegen sprechen. Wir behaupten auch an keiner Stelle, dass die Aktion kein Teil der Proteste gewesen sei. (S. 73, 150). Und warum wir eine Erklärung vermisst haben wird ebenfalls im Text benannt. Wir sehen auch jetzt nicht, was dagegen gesprochen hätte – andere militante Aktionen wurden und werden ja auch sinnvollerweise erklärt bzw. begründet. Aber mag ja sein, dass es dafür in diesem Fall gute Gründe gab und gibt.

Die Annahme, dass „die internationale Presse“ hemmend auf die Polizei bei der Welcome to Hell Demo wirken würde ist übrigens sehr wohl im öffentlichen Raum so geäußert worden, wenn auch nicht schriftlich. Und die 5 – seitige Selbstkritik des Anmelders nach einigen Wochen wird im Text (S.115) ebenso erwähnt und gewürdigt. Außerdem wenden wir uns dort gegen die aus unserer Sicht seinerzeit völlig aus dem Ruder gelaufene Kritikführung gegen ihn…

Vielleicht mal einfach den Text genau lesen, statt falsche Zitate zusammen zu stricken oder Aspekte als „ausgewogene Darstellung“ einzubringen, die der Text ebenfalls schon enthält.

Im Übrigen haben wir zu uns selber schon auch dargestellt, dass wir aus sehr unterschiedlichen Hintergründen mit unterschiedlichen Haltungen kommen (Siehe Beschreibung gleich am Anfang). In deine für uns aufgezogenen Schubladen passen wir also sowieso gar nicht rein.

„Größere Teile der linken Szene haben vor allem die 200 Vermummten am Freitagmorgen an der Elbchaussee im Verdacht im größeren Umfang unterwandert oder sogar direkt von Geheimdiensten „gesteuert“ gewesen zu sein. Schließlich ist das scheinbar wahllose Anzünden auch von Kleinwagen oder das Einschlagen einer Türscheibe bei einem vollbesetzten Nahverkehrsbus oder das ebenfalls dokumentierte scheinbar anlasslose Bedrohen von Anwohner*innen keinesfalls „Standard“ in der autonomen Szene in Hamburg – jedenfalls nicht in dem Ausmaß.

Dies „lieferte“ natürlich erhebliche Munition für rechte Medien sowie für die Polizeiführung und führte auch zu einer Entsolidarisierung von nicht Wenigen gegenüber den linken Protesten. Es gab auch keine öffentliche Erklärung der Aktion im Nachhinein durch die Initiator*innen, welche vielleicht die Spekulationen hätte beenden oder eindämmen können. Außerdem ist das kommplette Fernbleiben der Polizei nur sehr schwer nachvollziehbar bei diversen Hubschraubern in der Luft und kilometerweit sichtbaren Rauchsäulen, sowie sicherlich unzähligen Anrufen beim Notruf der Polizei.“

Größere Teile der Linken sollen übrigens auch glauben die Mondlandung gäbe es gar nicht. Schließlich gibt es dort keine Atmosphäre die Wind zulassen würde wodurch die Fahne in der Fernsehübertragung nicht gewackelt haben kann. Da drückt sich nicht nur öffentlich Distanz aus, sonst würdet ihr solchen Unsinn nicht weiter verbreiten, sondern da werden auch krudeste Behauptungen aufgestellt und Bekenntnisse eingefordert.

 

"Die Annahme, dass „die internationale Presse“ hemmend auf die Polizei bei der Welcome to Hell Demo wirken würde ist übrigens sehr wohl im öffentlichen Raum so geäußert worden, wenn auch nicht schriftlich."

Gibt es dazu eine Quelle? Wo, wann, in welchem Zusammenhang oder ist das mehr so vom Hörensagen und nicht mehr genau so zu erinnern?

Das Öffentlichkeit möglicherweise einen positiven Effekt hat, ist ja eine Allerwelts-Aussage und völlig anders zu bewerten als Zitat:

"Die Begründung der Haupt - Befürworter des Aufstellungsortes, „die internationale Presse wird uns schon schützen“ war naiv."

Euer Text ist voller solcher Ungenauigkeiten, Auslassungen und ressentimentgeladenen Behauptungen. 

Richtet euch wenn ihr schon in Form von Stellvertreterpolitik über andere sprechen müsst doch bitte nach deren Veröffentlichungen. In der weiter oben verlinkten wurde als nicht unwesentlicher Grund für die Wahl des Hafens der inhaltliche Bezug zu den Hafenblockadeaktionen am Folgetag genannt. Immerhin gab es ja auch einen mehrstündige Kundgebung mit internationalen Gästen die ein wichtiger Teil dieser Demonstration waren.

Aber auch das wird bei euch unterschlagen und ausgeblendet und kommt an der Stelle schon gar nicht mehr vor.

 

 

Deine Kritik, „ungenau zu sein“ mit dem Text ist durchaus zutreffend. Ebenso hast Du Recht, dass keine Erwähnung des Kulturprograms und der internationalen Redebeiträge vor der Wellcome to Hell Demo im Text Erwähnung finden. Das war übrigens eine knappe Entscheidung, die davon bestimmt war, dass wir keine vermeintlichen Relativierungen der aus unserer Sicht wirklich relevanten Ereignisse (v.a. Demozerschlagung am aus unserer Sicht ungünstigsten Ort) mit einbringen wollten. Hinzu kam, dass nun wirklich (leider) niemand von uns selber die Zeit hatte, das Auftaktprogramm direkt zu verfolgen.

Du bist aber auch selber ungenau und tendenziös, so lässt Du den letzten Absatz in deinem letzten Zitat einfach mal aus…. „Es gibt aber durchaus auch den Standpunkt innerhalb der linken Szene, die Aktion als relevanten Protestbeitrag und sogar als zukunftsweisend zu werten. Gegen die Spekulationen einer Inszenierung durch Geheimdienste spricht außerdem, dass die Polizei danach blamiert mit leeren Händen dastand – mal abgesehen von einem Handyvideo, welches Leute beim Umziehen zeigt.“

 Also, um dein Bild mit dem betrunkenen Seemann hier aufzugreifen, der in St.Pauli immer dann doch noch mitgenommen wird… Wir würden auch Dich mitnehmen, allerdings müsstest Du dann 3 Bücher lesen und das erste wäre unseres und auch gleich mal in 4 Sprachen. Obendrein wärest Du (mit uns zusammen und ohne große Diskussion) eingeteilt, Kartoffeln zu schälen und das einzige Klo / Dusche an Bord 3 x täglich zu reinigen.

Rebellische Indigene und Bewegungen aus Afrika oder anderen Ländern sind für euch unrelevant oder eine Relativierung? Wie eurozentristisch, postkolonial und weiß ist das denn?

https://www.youtube.com/watch?v=r5Ikxjh_ubI

 

Also die Kritik trifft im Konkreten schon zu. Im Nachhinein betrachtet haben wir uns viel zu schnell darauf verständigt, das internationale Auftakt - Programm bei der WTH- Demo unerwähnt zu lassen. Zumal wir ja auch generell sonst versucht haben, alles Relevante zu erwähnen.