Größte revolutionäre 1.Mai Demo in Stuttgart mit 2300 Teilnehmenden
600 bei Antikapitalistischem Block auf DGB-Demo +++ Polizei hält sich mit Großaufgebot im Hintergrund +++ Pyrotechnik am Rande +++ Solidarität mit Cuba, Rojava und Palästina +++ militante Aktionen im Vorfeld
Der Tag begann mit einem kämpferischen antikapitalistischen Block auf der DGB-Demo. 600 Menschen aus verschiedenen Betrieben und Branchen, machten klar dass Sozialpartnerschaft keine Perspektive hat. In kurzen Redebeiträgen berichteten verschiedene Beschäftigte von den Auswirkungen des Sozialabbaus auf ihre Jobs und andere Bereiche des Lebens. Sie verharrten dabei nicht in Zustandsbeschreibungen, sondern zeigten sich kampfbereit: gegen ihre Profite! Klar wurde: trotz der sozialpartnerschaftlichen Führung lohnt es sich, die Gewerkschaften, allen voran die Basis, nicht aufzugeben!
2300 Menschen – so viele wie noch nie beteiligten sich, konservativ geschätzt, an der diesjährigen revolutionären ersten Mai Demonstration. Dabei war ein breites Spektrum vertreten: Organisierte Kommunist:innen verschiedenster Strukturen , Jugendverbände linker Parteien, Kulturschaffende, motivierte Einzelpersonen und viele mehr! Prägend waren auch die sehr vielen Jugendlichen auf der Demo. Auch für organisierte Gewerkschafter:innen und betrieblich aktive Kolleg:innen wird die revolutionäre Demonstration immer mehr zum Anlaufpunkt. Das vielfältige Bild ergänzte sich durch einen Kinder-Bereich in welchem alle Eltern und ihre Kinder ausdrücklich willkommen geheißen wurden. Kurz gesagt: revolutionäre Politik ist ein in Stuttgart nicht zu vernachlässigender Faktor. Die heftige Krisenentwicklung politisiert unsere Klasse. Zunehmend weigern sich Menschen, den Kapitalismus als Ende der Geschichte anzuerkennen und sind bereit das auch auf die Straße zu tragen.
Die Polizei war erneut mit einem Großaufgebot vor Ort, hat sich dieses Jahr jedoch im Hintergrund gehalten. Wohl auch weil die Stuttgarter Cops in den letzten Monaten selbst in bürgerlichen Kreisen wegen hartem Vorgehen gegen antikapitalistische und antifaschistische Demos in die Kritik geraten sind.
Mit Grußwörtern von der Kommunistischen Partei Cubas und der Internationalen Kommune in Rojava, war die Demo stark internationalistisch ausgerichtet. Der Zweifronten-Kampf fortschrittlicher Kräfte im Iran gegen den imperialistischen Krieg und das reaktionäre Regime wurden von der iranischen Gruppe Feminists4Jina aufgegriffen. Und natürlich war die Solidarität mit Palästina gegen den Genozid überall präsent.
Blieb die herbei beschworene „Eskalation“ dieses Jahr aus, so haben es sich Genoss:innen wohl nicht nehmen lassen den Feind im Vorfeld an anderer Stelle zu treffen: das türkische Konsulat wurde in Solidarität mit dem Befreiungskampf in Rojava eingefärbt, in Bezug auf den kommunalen Sozialabbau des CDU-Bürgermeisters wurde aus einem riesigen Stuttgart-Zeichen das „S“ für alles „Soziale“ geklaut. Auch am Rand der Demo haben sich Genoss:innen offensichtlich kreativ Raum angeeignet und Pyrotechnik ohne direkten Zugriff gezündet.
Der diesjährige erneute Zuwachs und Diversität der Teilnehmenden ist ein klares Zeichen der Stärke. Lasst uns daran anknüpfen. Es findet der größte Sozialabbau seit dem Faschismus statt, Aufrüstung und Kriegstreiberei haben Hochkonjunktur. Stehen wir dagegen auf und kämpfen wir! Packen wir es an! Für eine revolutionäre Perspektive! Für den Kommunismus!
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Revolutionäre Praxis hat viele Ebenen. Die jährliche revolutionäre Demonstration spielt eine große Rolle beim Schaffen von Gegenkultur. Sie bringt verschiedenste Ansätze und Projekte gemeinsam auf die Straße, demonstriert Einheit und gemeinsamen Handlungswillen für das Ziel der sozialistischen Ordnung. Sie ist eine Möglichkeit revolutionäre Politik, unsere Inhalte und Ansätze für ein breites Publikum greifbar zu machen. Gleichzeitig werden die kommenden Kämpfe sich nicht an – in gewisser Weise auch tradierten und ritualisierten – Demonstrationen entscheiden. Die kommenden Kämpfe werden einen anderen Charakter und ganz neue Herausforderungen mit sich tragen.
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Ergänzungen
Frankfurt
Und so liefs in Frankfurt.