Café No Pasaran: Analoger Treffpunkt gegen digitale Angriffe
Mit der Entscheidung, das Tech-Kollektiv Autistici/Inventati auf die US-Terrorliste zu setzen, hat die Trump-Administration einen Angriff auf linke Infrastruktur gestartet. Mit noblogs.org hostete das Kollektiv mehrere hundert Blogs weltweit, die auch vielen emanzipatorischen, antifaschistischen Gruppen und Kollektiven die Möglichkeit boten, der rechten Diskursverschiebung entgegenzuwirken.
Auch unser Blog von Kreuzberg solidarisch gegen rechts war bei noblogs.org gehostet. Und das aus guten Gründen: Noblogs bot eine einfache und vor allem anonyme Möglichkeit, unsere Inhalte ins Netz zu stellen und für unsere Aktivitäten zu werben. In Zeiten des Rechtsrucks, in denen die Räume für emanzipatorische Politik enger werden und Antifaschist*innen zunehmend Bedrohungen von staatlicher und vor allem von faschistischer Seite ausgesetzt sind, ist Anonymität im Internet eine Voraussetzung dafür, auf der Straße antifaschistisch präsent sein zu können.
Mit A/I (bzw. noblogs.org) verschwindet eine der wenigen Möglichkeiten dafür ein für allemal aus dem Netz. Es wird zwar gerade nach Alternativen gesucht, den Verlust aufzufangen. Emanzipatorische, antifaschistische Politik sollte sich aber nicht alleine auf das Internet verlassen.
Antifaschismus ist und bleibt im wesentlichen eine Haltung, die sich vor allem im Alltag zeigt und dort auch praktisch wird. Der Angriff auf A/I hat auch gezeigt, dass es neben dezentralen Strukturen im Netz auch konkrete Orte in der realen Welt nötig sind, an denen Menschen sich kennenlernen und austauschen können.
Das Café No Pasaran der Initiative Kreuzberg solidarisch gegen rechtsist so ein Ort und genau aus dieser Idee geboren. Es öffnet jeden dritten Sonntag im Monat die Türen im RegenbogenCafé und lädt alle ein, die sich rechten Tendenzen in den Weg stellen wollen, vorbeizukommen.
Die nächste Gelegenheit ist am Tag der Wahlen zum Berliner Abgeordnetenhaus. Bei Kaffee und Kuchen kann sich über die zu erwartenden Ergebnisse und deren Konsequenzen ausgetauscht werden. Ab 18 Uhr werden die ersten Hochrechnungen geguckt und diskutiert.
Sonntag, 20.9.2026, ab 15 Uhr
Café No Pasaran
im RegenboganCafé
Lausitzer Str. 22 – Berlin-Kreuzberg
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