Hungerstreik erfolgreich – Chatzis auf der Intensivstation

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Der Hungerstreik von Aristotelous Chatzis und Souzon Doppagne zur Verteidigung des Prosfygika ist beendet. Die Besetzergemeinschaft wurde nach einer Initiative des Athener Bürgermeisters durch die Stadtverwaltung anerkannt, was einer der wichtigsten Forderungen der Gemeinschaft der Prosfygika entspricht. Die Deeskalation im Kampf um die Nachbarschaft im Zentrum Athens folgt auf die rapide Verschlechterung des Gesundheitszustands von Chatzis nach 138 Tagen Hungerstreik und einer sich damit anbahnenden Zuspitzung auf der Straße.

 

Am Montag Abend, den 22. Juni, war Chatzis in ein Krankenhaus eingeliefert worden und sein Zustand als extrem kritisch und lebensbedrohlich beschrieben worden. Sein Körpergewicht war auf 36 Kilogramm gefallen. Am Dienstag wurde zu einer Kundgebung auf dem Syntagma Platz aufgerufen, um den Forderungen Nachdruck zu verleihen, die Regierung zum Einlenken zu bewegen und das Leben von Chatzis zu retten. Mit ca. 3.000 Menschen formierte sich eine ansehnliche Masse vor dem Parlament und es wurde entschieden, eine Demonstration auf den Hauptstraßen der Athener Innenstadt durchzuführen. Im Anschluss wurde durch die Gemeinschaft der Prosfygika zu allabendlichen Versammlungen auf dem Syntagma aufgerufen.

Am Mittwoch, den 24. schließlich wurde auf einer Sitzung des von der linken PASOK dominierten Athener Stadtrats mit großer Mehrheit eine legal nicht bindende Resolution verabschiedet, in der das Prosfygika zur Beendigung des Hungerstreiks und die Regierung zur Aussetzung der Pläne ihres Aktionsprogramms aufgefordert werden. Der Grund, warum die Resolution von Seiten der Prosfygika als ausreichend erachtet wird, ist wohl der darin eindeutig formulierte Widerspruch gegen eine gewaltsame Räumung der mehreren hundert Bewohner*innen, welche von der Nea Dimokratia Regierung angestrebt wird. Dieser Widerspruch ist zwar legal irrelevant, de facto wäre ein Rückzug jedoch schwer vermittelbar. Ein Räumung wäre wahrscheinlich auch ohne die Stadtverwaltung umsetzbar, die Umsetzung des Aktionsprogramms der Regierung aber bräuchte die Kooperation der Stadtverwaltung, da dieser die Häuser gehören. In den Rängen der Herrschaft konnte somit der platzierte Spaltpilz in den letzten Tagen deutlich an Vitalität gewinnen.

Das Prosfygika entschied umgehend den Hungerstreik zu beenden und verkündete dies auf der abendlichen Demonstration am Syntagma, zu der wieder hunderte von Menschen gekommen waren. Die Nachricht wurde zunächst mit Freude aufgenommen. Die Stimmung konnte sich jedoch nicht vollends entfalten, da sich der Gesundheitszustand von Chatzis bis zum Donnerstag kontinuierlich verschlechterte. Es bleibt abzuwarten, ob und wie er den 140-tägigen Hungerstreik tatsächlich überlebt hat. Bis auf weiteres bleibt er in lebensbedrohlichem Zustand auf der Intensivstation.

 

 

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