Heraus zum 40. autonomen 1. Mai in Wuppertal!
09:30 DGB-Demo am Hbf
13:00 autonomes Radrennen – Mirker Bahnhof
15:00 Straßenfest auf dem Schusterplatz
Der 1. Mai ist mehr als nur ein Feiertag, er ist ein Tag des Widerstands. Seit 40 Jahren gehen wir zusammen in Wuppertal autonom und revolutionär auf die Straße. Gegen ein System, das Profite über Menschen stellt. Am 1. Mai geht es uns um Solidarität in kollektiven Kämpfen und um Widerständigkeit gegen das kapitalistische Wirtschaftssystem und seine Repräsentant*innen.
Während Konzerne Rekordgewinne einfahren und die Reichen immer reicher werden, bestimmt Leistungsdruck und Unsicherheit das Leben der meisten Menschen. Rechte Akteur*innen verschieben und bestimmen immer weiter den Diskurs, während linker Widerstand immer krasser kriminalisiert wird.
Durch den ständig angebrachten Paragraphen 129 des Strafgesetzbuches werden Antifaschist*innen systematisch verfolgt, observiert, eingesperrt oder sogar ins autoritär regierte Ungarn ausgeliefert. Unsere Häuser und Wohnungen werden durchsucht und uns nahestehende Personen werden unter Druck gesetzt und ebenfalls mit staatlicher Repression überzogen. Dieser Paragraph und das damit einhergehende Narrativ der „kriminellen Vereinigung“ gibt den Behörden weitreichende Befugnisse. Zu Verurteilungen kommt es aber kaum. Der Paragraph 129 ist ein Instrument staatlicher Willkür und der Vorwurf der „Bildung einer kriminellen Vereinigung“ kann am Ende uns alle treffen. Alle, die sich dem aufziehenden Faschismus entgegenstellen.
Doch auch an anderen Stellen nehmen staatliche Eingriffe durch Überwachung und Repression weiter zu. Zum Beispiel durch Palantir, ein Tech-Konzern, der Unterdrückung, Krieg und Überwachung immer effizienter macht und der eng mit westlichen Geheimdiensten und Militärs zusammenarbeitet. Seit 2017 arbeiten auch schon einzelne Landespolizeien mit der Palantir-Software und seit 2020 auch NRW. Das ist so gefährlich, weil dabei riesige Datensammlungen mit Überwachung und KI-gestützter Auswertung miteinander verknüpft werden. Und genau das macht staatliche Repression gegen Migrant*innen, politische Bewegungen und soziale Kämpfe noch einfacher.
Nachdem Innenminister Dobrindt angekündigt hat „Linksextremisten“ und Klimaaktivist*innen verstärkt überwachen zu wollen, ließ er schließlich Ende 2025 zwei Gesetzesentwürfe verabschieden, die es dem BAMF (Bundesamt für Migration und Flüchtlinge), dem BKA und der Bundespolizei erlauben mithilfe einer biometrischen Gesichtserkennungssoftware riesige Datenmengen an Fotos im Internet ohne Anlass zu durchsuchen und in Datenbanken mit Gesichtern abzulegen. Das alles wird mal wieder durch den Vorwand der „inneren Sicherheit“ begründet. Durch solche Technologien entstehen immer intransparentere staatliche Überwachungsstrukturen und Befugnisse.
Lasst uns zusammen kämpfen gegen den Ausbau dieses autoritären Sicherheitsstaats.
Der 1. Mai ist aufgrund seiner Historie ein Anlass unsere Wut auf die Straße zu tragen und ein bedeutendes und wiederkehrendes Ereignis autonomer Militanz. Bereits seit 40 Jahren kämpfen wir als Autonome auch in Wuppertal an diesem Tag für Selbstverwaltung, Widerspenstigkeit und Solidarität! Angesichts des Flächenbrandes aus autoritärer Formierung auf der ganzen Welt, Rassismus, Hetze und Sanktionen gegen Armutsbetroffene, soziale Kälte, Militarismus, der Angriff auf Rojava und viele andere Themen zeigen, ist es umso wichtiger, dass wir weiterhin auf die Straße gehen!
Für ein selbstbestimmtes Leben ohne Zwang zur Lohnarbeit.
Für kollektiven Zusammenhalt gegen Rassismus, Kapitalismus, Patriarchat und die Cops.
Für Freiräume, die nicht verwertet werden können.
Für ein AZ, das an der Gathe bleibt.
Auf die Brände überall reagieren wir mit kollaborativen Widerstand, organisieren uns, bleiben trotzig und unbeugsam. Unsere Zukunft lassen wir uns nicht durch einen immer autoritärer agierenden Staat nicht nehmen.
Antifaschismus verteidigen!
Free all Antifas! FREE MAJA!
Veranstaltungen vor den Autonomen 1.Mai 2026
22.4.2026 - 20 Uhr - AZ Wuppertal
Vortrag
Kritik an KI
29.4.2026 - 20 Uhr - AZ Wuppertal
Diskussionsveranstaltung
Soziale Kämpfe in der aufkommenden Faschisierung
Der 1.Mai steht von Anfang an für den offensiven Kampf der unterdrückten Klassen gegen sozialen Angriffe. Um so interessanter ist es, dass in Zeiten, in denen es von Angriffen auf migrantisierte Menschen, Erwerbslose und Arbeiter*innen nur so wimmelt, wir als radikale Bewegung kaum etwas dazu sagen können. Vielleicht können wir das mit der Veranstaltung gemeinsam ein bisschen ändern.
Der Input wird der Frage nachgehen, wie die weitgehend unbeantworteten sozialen Angriffe den rechten, autoritären Kräften weiter Aufschwung geben. Durch den Krieg der USA und Israels gegen den Iran und die dadurch erneut hervorgerufenen Energiekrise wird sich die wirtschaftliche Lage weltweit zum Teil dramatisch zuspitzen, aber es wird auch lokale Auswirkung geben.
Es ist in der jetzigen Situation zu befürchten, dass die Rechten von dieser Situation sehr profitieren. Sowohl in der Regierung, mit dem leichten Durchsetzten von autoritären, unsozialen Maßnahmen (CDU/CSU zum Teil auch SPD), als auch in der (noch) Opposition, ist es sehr leicht für die AfD, eine sich andeutende Wirtschaftskrise und die damit einhergehende soziale Krise mit Rassismus aufzuladen und weiter zu wachsen.
Die hauptsächliche Frage, die wir nach einen Input gemeinsam diskutieren wollen ist: Wie kommen wir als undogmatische Zusammenhänge, vielleicht noch in die Startlöcher um bei den kommenden Veränderungen ordentlich mit zu mischen? Das wäre allein aus antifaschistischer Sicht schlicht notwendig! Hinzu kommt, dass wir unsere sehr reichhaltigen spezifischen Erfahrungen und Fähigkeiten, sowohl theoretisch-inhaltlicher als auch sehr variantenreicher praktischer Natur, den anstehenden Kämpfen nicht vorenthalten sollten.
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