Ahaus : 4500 Polizisten sollen Castor Transport sichern - 19.03.26 Demo vor Rathaus

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19. März, 18 Uhr: Mahnwache vor BGZ-Infoabend im Rathaus Ahaus Castor-Tag X1: – 18 Uhr: Dauer-Kundgebung vor Forschungszentrum Jülich – 18 Uhr: Demo in Ahaus vom Bahnhof zum Rathaus – ab 20 Uhr: Nächtliche Dauer-Mahnwache vor Zwischenlager Ahaus.

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Sorge vor Störern bei Castortransport – Polizei plant Großeinsatz

Düsseldorf · Im Münsterland werden bereits die Straßen für die Schwertransporte vorbereitet. Am Donnerstag informiert der Betreiber des Zwischenlagers die Bevölkerung. Warum die Gewerkschaft der Polizei mit bis zu 4500 Einsatzkräften für den Transport rechnet.

Die umstrittenen Transporte mit hoch radioaktivem Müll vom Forschungszentrum in Jülich nach Ahaus dürften in Kürze starten. Am Mittwoch begannen in der münsterländischen Kleinstadt die Vorbereitungsmaßnahmen. „An einem wichtigen Kreisverkehr in Ahaus sind am Mittwoch schon Schilder abmontiert worden“, sagte Burkhard Helling von der Bürgerinitiative Kein Atommüll in Ahaus unserer Redaktion. „Beim Castortransport 1998 haben die Verantwortlichen damals auch versucht, ein Überraschungsmoment zu nutzen, und den Transport kurzfristig vorverlegt.“ Für den Donnerstagabend ist eine Bürgerinformation des Zwischenlagerbetreibers im Ahauser Rathaus geplant. „Das deutete eher auf einen Starttermin kommende Woche hin, weil ja auch noch einige Bundesligapartien am Wochenende anliegen – darunter das Derby Köln gegen Gladbach“, meint Helling.

Auch bei der Gewerkschaft der Polizei NRW (GdP NRW) richtet man sich darauf ein, dass die Einsätze bald losgehen. „Dass der Starttermin für den ersten Transport jetzt nicht mehr Wochen entfernt in der Zukunft liegt - das ist allen Beteiligten klar“, sagte der Landesvorsitzende Patrick Schlüter unserer Redaktion. Ein mitbestimmtes Strahlenschutz- und Arbeitssicherheitskonzept liege im Polizeipräsidium Münster vor. Die dort festgelegten Regelungen gingen deutlich über die gesetzlichen Anforderungen hinaus. „Deswegen sind wir als GdP NRW damit zufrieden - auch wenn wir diesen Einsatz natürlich weiter für unnötig halten.“

 

Reul könnte „auf Castortransporte gerne verzichten“

Das sieht der NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) auch so: „Wenn es nach mir ginge, könnte ich auf die anstehenden Castortransporte gerne verzichten. Aber die Arbeit der Polizei ist kein Wunschkonzert. Wir können uns die Einsätze nicht aussuchen.“ Der Schutz von Castortransporten sei eine große Herausforderung. Doch die Polizei habe die notwendige Erfahrung und das Potenzial, um solche Einsätze effizient und sicher durchzuführen - auch mit Demonstrationen, die ebenfalls geschützt werden. „Die Polizei wird ihre Arbeit erledigen und diesen Einsatz professionell durchführen. Ihre Aufgabe ist es, dafür zu sorgen, dass der Transport sicher vonstattengeht. Nicht mehr und nicht weniger“, so Reul.

Die Frage, inwieweit es massive Gegenwehr geben wird, bezeichnete Patrick Schlüter als Black Box. „Klar ist: Es wäre der Super-Gau, wenn es Castorgegnern gelänge, den Transport unterwegs zu stoppen.“ Man wisse um die Radikalität derjenigen, die in Lützerath aktiv waren. „Wir wissen auch, dass die Szene sehr schnell mobilisieren kann. Die Polizei hat ein Auge drauf, beobachtet sehr genau.“ Schlüter bezeichnete es als richtig, hier „mit großem Besteck“ erst einmal loszulegen. „Wir als GdP rechnen mit Größenordnungen von 3500 bis zu 4500 Einsatzkräften. Zum Vergleich: Bei einem Derby von Dortmund gegen Schalke oder Mönchengladbach gegen Köln sind üblicherweise 2500 bis 3000 Beamte im Einsatz.“ Allerdings rede man hier auch über eine ganz andere Einsatzart, denn die Polizisten würden auf einer Strecke von 170 Kilometern den Transport permanent schützen müssen.

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