Ahaus 9. März 2019 Bundesweite Anti Atom Demo und dezentrale Aktionen - Aufruf zum autonomen Block

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Gegen die anstehenden Castortransporte nach Ahaus gibt es immer mehr Widertstand. Ein Höhepunkt wird der 9. März sein, an dem es eine bundesweite Demonstration in Ahaus gibt. Parallel laufen weitere Aktionen wie eine Blockade des Brennelementezwischenlagers.

Bundesweite Demo gegen den Castortransport und Atomkraft am 9. März in Ahaus, Treffpunkt 12 Uhr am Bahnhof. Demonstrationszug und dezentrale Aktionen. -------------> Auf in den autonomen Block <----------- Kommt zahlreich!

Derzeit lagern bundesweit mehr als 1000 Castor-Behälter mit hochradioaktiven Abfällen in 3 zentralen und 12 dezentralen Zwischenlagern. Die Genehmigungen für Lager und Behälter sind auf jeweils 40 Jahre begrenzt, die letzte endet im Jahr 2047. Dann wird aber selbst nach den optimistischsten Prognosen kein tiefengeologisches Lager („Endlager“) in Betrieb sein, eine Lösung zur sicheren Entsorgung von Atommüll gibt es weder in Deutschland noch weltweit. Für eine „Dauer-Zwischenlagerung“ sind aber weder die bestehenden Gebäude noch die Behälter ausgelegt. Sie entsprechen schon jetzt nicht mehr dem Stand von Wissenschaft und Technik. Die Bundesregierung will jedoch einfach so weitermachen und die Aufbewahrungsfristen in den bestehenden Lagern verlängern. Zugleich laufen mehrere Atomkraftwerke, die Urananreicherungsanlage in Gronau und die Brennelemente-Fabrik in Lingen weiter. Dagegen ist Widerstand erforderlich!

Deshalb: Kommt alle am 9. März zur bundesweiten Demonstration nach Ahaus!

Warum gerade Ahaus? Ahaus und Gorleben sind die ältesten Atommüll - Zwischenlager, deren Genehmigung am frühesten auslaufen (Gorleben 2034, Ahaus 2036). Hier wird besonders deutlich, dass das bestehende Zwischenlagerkonzept gescheitert ist. Dies gilt für alle Zwischenlager in Deutschland!
Außerdem drohen Ahaus noch in diesem Jahr neue Castor-Transporte: aus dem Forschungsreaktor FRM II in Garching bei München und aus dem stillgelegten AVR in Jülich. Beide sind hochproblematisch: Bei den Brennelementen aus dem FRM II handelt es sich um hochangereichertes und damit waffenfähiges Material (87% U235); mehrfache Genehmigungsauflagen zur Umrüstung auf niedrig angereichertes Uran wurden von den Betreibern des FRM II ignoriert, ohne dass die bayrischen Aufsichtsbehörden eingeschritten sind. Während des Betriebs des AVR in Jülich haben mehrere gravierende Störfälle stattgefunden, die teilweise vertuscht worden sind. Niemand weiß, in welchem Zustand sich die radioaktiven Kugel-Brennelemente in den Behältern befinden, denn er wurde nicht ordnungsgemäß dokumentiert. Damit nicht genug: Aktuell beantragt der Betreiber eine Verlängerung der Zwischenlagerung von schwach- und mittelradioaktivem Müll bis zum Jahr 2057!

 

Wir fordern:
Keine Verlängerung der bestehenden Genehmigungen für Zwischenlager!
Umgehende Entwicklung von tragfähigen neuen Konzepten für eine möglichst sichere längerfristige Zwischenlagerung unter Einbeziehung internationaler Forschungsergebnisse!
Keine Verbringung von atomwaffenfähigem Material aus Garching nach Ahaus! Stattdessen Lagerung der Brennelemente, Abreicherung und endlagergerechten Verpackung in Garching! Schluss mit dem Einsatz von waffenfähigem Uran im FRM II!
Keine Verbringung der Brennelementbehälter mit unkalkulierbarem Inhalt aus Jülich nach Ahaus! Stattdessen Bau einer erdbebensicheren Lagerhalle in Jülich und Entwicklung von Konzepten zur endlagergerechten Verpackung dieser Elemente in Jülich!
Keine weitere Produktion von Atommüll, da alle bisherigen Entsorgungskonzepte fehlgeschlagen sind (siehe Asse, Morsleben, Gorleben, Schacht Konrad)!
Warum am 9. März? Zum einen müssen wir unseren Protest jetzt auf die Straße tragen, bevor die ersten Castoren aus Garching oder Jülich nach Ahaus rollen. Zum anderen wollen wir an den Jahrestag des Unfalls von Fukushima am 11. März 2011 erinnern und uns mit der japanischen Anti-Atom-Bewegung solidarisieren.

 

Geplanter Ablauf der Veranstaltung am 9.3. in Ahaus:
Auftaktkundgebung: 12 Uhr, Bahnhofsvorplatz (Redebeiträge, Musik, Volxküche)
Anschließend Demonstrationszug zum Rathaus, Abschlusskundgebung (Redebeiträge, Musik, Volxküche)
Danach Fahrt zum Atommüll-Lager (Busse, PKW, Fahrräder), Aufstellen von gelben Xen und schwarzen Fahnen

 

Anreise:

aus dem Süden/ Ruhrgebiet: von Dortmund um 09:52 Uhr mit der RB 51 über Lünen (10:10 Uhr), Dülmen (10:40 Uhr), Coesfeld (11:00 Uhr), Ankunft um 11:18 in Ahaus

aus den Niederlanden/ Nördliches Münsterland: um 11:02 Uhr mit der RB51 von Enschede (Nl) über Gronau (11:20 Uhr), Ankunft um 11:34 Uhr in Ahaus

aus Niedersachsen/ östliches Münsterland: von/ über Münster um 10:10 Uhr mit dem RE2 über Dülmen (s.o.) oder von Münster um 10:10 Uhr mit dem Schnellbus S70

in Fahrgemeinschaften mit dem Auto/ Sonderbussen:

aus dem Süden/ Ruhrgebiet: über die A31 bis zur Abfahrt 32 Legden/ Ahaus, dann über die B474/L575 nach Ahaus und im ersten Kreisverkehr die zweite Ausfahrt in die Parallelstraße, die zum Bahnhof führt

aus dem Norden: über die A31 bis zur Ausfahrt 31 Heek/Ahaus, dann über L573 immer geradeaus, bis linkerhand der Bahnhof liegt

 

Des weiteren wird es mehrere Sonderbusse aus anderen Bundesländern geben.

https://atommuell-protest.de/

 

Auch Landwirte werden sich am Samstag (9. März) an der Demonstration in Ahaus beteiligen: Um 12 Uhr wollen sie mit Traktoren zur Auftaktkundgebung vor dem Bahnhof anrollen. Mit der Aktion soll gegen die geplanten Atommüll-Transporte aus Garching und Jülich protestiert werden. Zugleich wenden sich die Akteure gegen die drohende Umwandlung des Ahauser Zwischenlagers in ein Endloslager. Sie wollen auch an die Katastrophe von Fukushima erinnern, die vor 8 Jahren einmal mehr verdeutlicht hat, welche Risiken mit der Nutzung der Atomenergie verbunden sind.

 

Während der Kundgebungen am Bahnhof und vor dem Rathaus wird es neben Redebeiträgen und Musik sowie Informationsständen auch einen Stand der „VolXküche“ geben, um die Teilnehmenden mit Getränken und kleinen Speisen zu versorgen. Dazu bittet die VolXküche die Bevölkerung um Spenden in Form von Kuchen, belegten Brötchen oder ähnlichem. Diese sollten am Samstag ab 10:30 Uhr zum Stand der VolXküche vor dem „Copacabana“ am Ahauser Bahnhof gebracht werden.

 

Die Angebote der VolXküche sind für die Teilnehmenden an der Demonstration wie immer kostenlos. Sie werden allerdings um eine Spende für den Widerstand gegen Atommüll-Transporte gebeten. Das ungewöhnliche „X“ in der Schreibweise der „VolXküche“ ist dem Widerstands-X gegen Castor-Transporte gewidmet. Gelbe Widerstands-Xe wurden jetzt auch wieder entlang der Landstraße zum Ahauser Atommüll-Lager aufgestellt.

 

Nach der Abschluss-Kundgebung vor dem Rathaus sollen schwarze Fahnen, die bei der Demonstration mitgeführt werden, dorthin gebracht und zwischen den Xen platziert werden. Die Bürgerinitiative bittet Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Ahaus und Umgebung, die sich daran beteiligen wollen, möglichst mit dem Fahrrad zu kommen oder ein anderes Fahrzeug in der Nähe des Rathauses vorrätig zu halten. Die Plätze in dem Bus, den die Firma Hoge freundlicherweise zur Verfügung stellen wird, sind begrenzt und sollten vornehmlich für auswärtige Teilnehmer, die mit dem Zug nach Ahaus kommen, reserviert werden.

 

Hinweise der Stadt zu Verkehrsbehinderungen und Halteverboten am Samstag:

Am Samstag 09.03.2019 wird im Ahauser Innenstadtbereich aufgrund einer überregionalen Demonstration für den Zeitraum von 11 bis 18 Uhr mit starken Verkehrsbehinderungen zu rechnen sein.

 

Die Kreispolizeibehörde sorgt entlang der geplanten Umzugsstrecke Busbahnhof, Bahnhofstraße, Königstraße, Wallstraße bis zum Rathaus für die Verkehrsregelung. Die genannten Straßenzüge sowie die jeweiligen Zufahrten werden voraussichtlich für den oben genannten Zeitraum voll gesperrt.

 

In der Zeit von 11 bis ca. 16 Uhr werden zusätzlich der komplette Busbahnhof sowie der Kirmesplatz gesperrt. Auf der Strecke Beckers Brink bis Zum Rotering wird entlang des alten Friedhofs für diesen Zeitraum ein absolutes Halteverbot eingerichtet.

 

Im weiteren Verlauf der Demonstration wird auch die Schöppinger Straße (L575) im Bereich des Brennelemente-Zwischenlagers zeitweise voll gesperrt.

Betroffen sein wird auch der öffentliche Personennahverkehr: Mit der Sperrung der Haltestellen Busbahnhof und Marienplatz sowie weiterer Haltestellen in der Ahauser Innenstadt entfallen am Samstag wichtige Haltepunkte. Reisende werden gebeten, für Fragen rund um den ÖPNV am Samstag Kontakt mit dem zuständigen Verkehrsträger aufzunehmen.

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