Warum es nicht ausreicht gegen die AfD zu sein - Linksradikale als Steigbügelhalter der neoliberalen Grenzöffner

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Die Presse jubiliert, die Aktivisten vibrieren vor Freude: Seebrücken sind mehr und unteilbar. Doch was bedeuten diese groß angelegten und medial aufbereiteten Events? Zuerst einmal bezeichnen sie einen Umschwung, denn neuerdings steht gegen Pegida und AfD das Volk der Gutmenschen, und das nicht nur im virtuellen Raum, sondern auf den Straßen. Inhaltlich hingegen konnten in den geschlagenen Auseinandersetzungen keine neuen Akzente gesetzt werden. Die dünnen Aufrufe, die soweit verwässert wurde, dass auch jeder Bauch-Linke und linksliberale Schwätzer mit gutem Gewissen am Aufstand der Anständigen teilnehmen konnte, lassen sich kaum kritisieren, da klare Worte ausblieben – Und in Zukunft ausbleiben werden. Doch entdeckte eine hippe Jugend ihre alternative Seite, oder das was sie dafür halten, was Presse und Öffentlichkeit bereitwillig schluckten.

 

Gemeinsam steht man gegen die AfD, doch verliert keine Worte über ein Europa, in dem die Forderung nach offene Grenzen vor allem den freien Warenverkehr, oder das Verschieben von Arbeitskraftbehältern meint. Würde eine Kritik, die die Kapitalinteressen antastet, ihren Weg in die zahllosen und immer langweiligen Aufrufe finden, dann würde ihnen Niemand folgen – Das ist den linksradikalen Akteuren bekannt, die hinter den Kulissen Treffen ausrichten, zu Aktionen mobilisieren oder Pressearbeit betreiben. Doch mit dieser Strategie der vollkommen Inhaltsleere bereitet man den Jusos und vor allem grüner Jugend ihre Wahlkampfbühnen.

 

Warum das getan wird ist so klar ersichtlich wie falsch: Man wähnt sich im Kampf gegen Hitler persönlich. Das dem so ist belegen die immer wiederholten Vorwürfe, bei der AfD würde es sich um eine faschistische Partei, bei ihren Akteuren um Faschisten handeln. Um so offensichtlicher es wird, dass es kaum Parallelen zu historischen Erscheinungsformen des Faschismus gibt, umso hartnäckiger beharrt man auf dem Beschimpfen des Gegners und scheut nicht einmal mehr davor zurück die Kritiker dieser falschen Argumentationsketten selbst an den Pranger zu stellen. Da diese Bezeichnungen – die nur ganz nebenbei den Faschismus-Begriff bis zur Unkenntlichkeit verzerren und panischen Beißreflexen gleichen – keiner kritischen Überprüfung standhalten, ist es nicht nur für Mitglieder der AfD so leicht sie zu widerlegen, sondern auch jedem politisch interessierten Menschen, dessen Blick auf die politische Realität nicht komplett verkleistert wurde.

 

Im heraufbeschworenen Endkampf gegen Hitler ist es eben nicht mehr nötig die richtigen Argumente zu haben. Auch kann man es sich nicht erlauben potentielle Verbündete mit Kritik zu verschrecken, weshalb sich nicht nur die grünen Neoliberalen, sondern auch zahllose islamistische Gruppen und Einzelpersonen auf diesen „linken“ Aktionen pudelwohl fühlen und nach Herzenslust austoben dürfen.

 

Unsere Aufforderung: Dem bunten Bürger-Zirkus den Rücken zukehren, nicht mehr die Arbeit und Wahlkämpfe der selbsternannten Superdemokraten übernehmen, oder einer Zivilgesellschaft unter die Arme greifen, die auch ohne diese Hilfe gut zurechtkommt. Das System als Ganzes ist ins Visier zu nehmen und rücksichtslos zu kritisieren, genau wie seine verdrucksten Lakaien. Schluss damit die karitativen Bemühungen, von Tafeln und Volksküche über Flüchtlingshilfe bis Unterstützung von Obdachlosen, als politische Arbeit zu propagieren. Viel mehr gilt es sie als das zu Begreifen was sie sind: Elendsverwaltung. Es sind Almosen die in jeder Form von der Gutmütigkeit der einzelnen Initiativen, Aktivisten und Polit-Gruppen abhängen und damit eine Zumutung darstellen, die man entschlossen bekämpfen und – weder vor sich, noch vor Anderen – als irgendwie erstrebenswertes Ideal darstellen sollte.

 

Bildet Lesekreise und Zellen. Werdet Aktiv.

Für den Kommunismus.

 

randzeilen, November 2018

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