[B]Bye bye Brauni - Ein Nachruf

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Selbst viele Linke Neuköllner*Innen kannten es nicht, das Hausprojekt Braunschweiger Str. 53/55. Gegründet irgendwann um 2010, auf jeden Fall in der Vorgentrifizierungs-Ära, als man in Neukölln noch ein ganzes Gebäude zu akzeptablen Preisen mieten konnte. Geschlossen vor kurzem. Dieser Nachruf soll nicht Nachtreten, sondern nach nachdenklich machen. In Zeiten wo diverse Linke Projekte von autoritären Gruppen bedroht werden, lohnt sich ein Blick auf ein Haus wo diese reaktionäre Raumnahme erfolgreich war.

 

Das Hausprojekt Braunschweiger Str. 53/55, häufig als Brauni abgekürzt, wurde irgendwann um 2010 gegründet. Ein typisches altes Gewerbehaus in einem Neuköllner Hinterhof. 4 Stockwerke, rund 40 Bewohner*Innen fanden darin Platz. In den Anfangsjahren wurde eine gute Infrastruktur aufgebaut. So zählte das Haus neben dem Wohnraum zeitweise eine Fahrradwerkstatt, einen Sportraum sowie einen großen und gut ausgestatteten Veranstaltungsraum inklusive großer Küche. In all den Jahren wurden die öffentlichen Bestandteile des Hauses unter den Möglichkeiten genutzt, insbesondere wenn man bedenkt dass Neukölln insgesamt recht Arm an vergleichbaren Strukturen ist. Mit dem schleichenden Auszug derer, die das Haus gegründet hatten, beschleunigte sich jedoch ein Abwärtstrend. Immer weniger Verantwortung wurde von den Bewohner*Innen für die gemeinsame Infrastruktur übernommen, immer weniger öffentlichkeitswirksame Aktivitäten fanden ihren Raum im Haus. Die überwiegende politische Einstellung, insofern sie denn überhaupt eine hatten, der Bewohner*Innen veränderte sich unseren Quellen zufolge in Richtung Postkolonial, Identitätspolitisch, oder auch, um mal diesen abgedroschenen rechten Kampfbegriff zu gebrauchen: "Woke". Ihr wisst was gemeint ist. Dieser Prozess war wahrscheinlich nicht strategisch geplant, sondern vollzog sich schleichend über Jahre. Auf jeden Fall erreichten die beschriebenen Einstellungen irgendwann Hegemonie. Anfang der 2020er bezeichnete man sich dann als "Queer BIPoC" Hausprojekt. Böse Zungen behaupten dass im Haus seitdem viel über Hautfarben gestritten wurde, kapitalismuskritische Aktivitäten waren jedoch nichtmehr zu vernehmen. Dies sollte sich noch rächen.

 

Doch zunächst ein Exkurs, was den Marxisten der Kapitalismus ist, den Anarchisten der Staat, ist den postkolonialen bekanntermaßen: "Israel". Das Böse an sich, ein Grundübel der Moderne. Namhafte Größen der selbsternannten "Pro-Palästina" Szene gingen im Haus ein und aus bzw. wohnten dort. Wie üblich in der Szene drehten sich die Aktivitäten (insofern man angesichts ideologisch getriebener Zerstrittenheit und drogengetriebener Verpeiltheit überhaupt von Aktivitäten sprechen kann), weniger darum wie eine realistische Friedenslösung aussehen kann, oder zumindest wie man die Komplizenschaft des deutschen Staates und seiner Waffenindustrie an den Kriegen der Region sabotieren kann, sondern um wilde Hamas-Abfeierei und der Jagd auf vermeintliche "Antideutsche". Die angehängten Bilder sprechen für sich. Die Bilder entstanden Anfang 2025 in der öffentlichen Veranstaltungsfläche und wurden uns zugespielt. Ob es HausbewohnerInnen waren die hier Hamas Chef Sinwar huldigten ist unbekannt, jedoch wurden die Graffiti wohl bis zum Ende des Projektes nicht übermalt, sodass man die kriegsbejahenden Hamas-Graffiti wohl durchaus dem Haus zurechnen darf. Die zahlreichen Hamas-Graffiti (nicht nur rote Dreiecke, auch HAMAS ausgeschrieben) in den umliegenden Straßen können teils noch heute besichtigt werden. Ab diesem Punkt wurde das Haus für uns als AntifaschistInnen relevant. Denn einige wiederholt von Hamas-Faschisten angegriffene Orte in Neukölln wie die Kneipe Bjaszel oder die säkulare Deutsch-Arabische Schule Ibn Khaldun liegen nur einige hundert Meter entfernt in Laufreichweite. Zu dem Zeitpunkt als uns die Informationen und die Bilder erreichten, war jedoch das Scheitern des Hauses bereits vorgezeichnet. Angesichts der zahllosen drogeninduzierten menschlichen Dramen die das Haus in der Endphase erschütterten, beschlossen wir das Leid nicht noch zu vergrößern und beschränkten uns auf Recherche.

 

Das Ende kam dann ganz banal, nicht "Antideutsche", "Zionisten" oder "Rassisten" machten das Haus platt, sondern die Unfähigkeit die eigene Miete zu zahlen. Es gab auch trotz wohlwollender Richter*Innen keine Initiative, keine Soli-Kampagne, keine Öffentlichkeitsarbeit mehr um die Mietschulden irgendwie zu tilgen. Stattdessen ein paar letzte Beleidigungen und Drohungen gegen die Leute, welche seit Anbeginn die Mietverträge innehatten, als ob diese Schuld hätten am eigenen Unvermögen. Unseren Quellen zufolge, bleiben diese Leute, welche im Gegensatz zur späteren Bewohnerschaft noch wirklich Verantwortung mit eigenem Namen übernommen haben, auf einem erheblichen Teil der großen Mietschulden sitzen.

 

Nun, eine traurige Geschichte. Wozu dieser Nachruf? Die Entwicklungen in der Brauni sind kein Einzelfall. Bundesweit versuchen identitäre Spinner mit Palästinabezug linke Räume für sich einzunehmen. Manchmal geschieht dies unstrukturiert und vermeintlich harmlos, manchmal hochorganisiert und aggressiv. In jedem Fall entstehen nach erfolgter Übernahme jedoch keine Orte "für Alle", sondern selbstbezogene identitäre Orte ideologischer Gleichheit. Statt gegen Staat (außer Israel & USA) und Kapital, identitäre Selbstzerfleischung über Hautfarben und die vermeintlich richtige moralische Haltung. Linke Szene entscheide dich, Universalismus oder Reaktion.

 

 

 

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Ergänzungen

Die Brauni und ihr privilegierteS Gesindel hatte es sich bereits mit allen Akteuren im Kiez verscherzt. Zersetzung gegen linke Gruppen, Bullenmethoden gegen Genossen, fingierte Outcalls gegen Menschen die sie politisch loswerden wollten. Am Ende wollte niemand mehr was mit diesem Grütze-Haus zu tun haben. Folgerichtig gab es auch keine Solikampagne. Wer will sich für ein Haus einsetzen aus dem heraus er jahrelang als Sexist*in , Nazi*in, Spitzel*in what ever beschimpft wurde.

Am Ende kommt immer die Erkenntnis das im eigenen Umfeld alle der gleichen Meinung sind, nicht weil man Andere überzeugt hat, sondern weil man radikal alle anderen Weggebissen hat. Die zehn Kumpels die man dann noch hat reichen leider nicht aus um irgendwas gegen irgendwen durchzusetzen.

Und so geht nun die Brauni dahin und niemand wird sie vermissen. Ein Hsus voller Studenten*Innen die ihre Nachbarschaft aufs herrlichste beschimpft und schikaniert haben. Ein Aufatmen geht durch den Kiez. Schön ruhig wird es ohne euch sein. Tschüss Brauni.

Wir haben von euch nichts gelernt. Wir werden euch nicht vermissen. Schön wäre es, es hätte euch garnicht erst gegeben.

So bleibt nichts von euch übrig als ein paar schlechte Erinnerungen die schnell verblassen werden.

Taucht in eurem Projekt, eurer Gruppe, eurem Kiez oder eurer WG jemand auf, der in der Brauni lebte, jagt die Person zum Teufel. Die Braunies können nur spalten, zerstören, diffamieren...die sine durch und durch toxisch.

Aber am Ende soll man immer was Gutes sagen und das ist: Schön das ihr jetzt weg seid.

Pauschalisierende, undifferenzierte, abwertende Aussagen, den Anspruch für die gesamte Nachbarschaft zu sprechen. 

Mit deinem Kommentar passt du hervorragend in die von dir so dargestellte Brauni.