#3.10: Kühne und Nagel angegriffen

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Gestern Nacht trafen wir uns mit mehreren Militanten, um mit Hämmern das Logistikunternehmen Kühne und Nagel anzugreifen. Dazu hinterließen wir

die Parole “#3.10. - Kein Vergeben”

 

 

 

 

Deutschland verrecke - das Fest der Einheit smashen!

Am 3.10. wird in Bremen der Tag der deutschen Einheit gefeiert. Damit soll hier zum 36. mal der Fall der Mauer, das Ende der DDR und ihr Anschluss

an die BRD gefeiert werden. Wir sind nicht traurig über das Ende einer Diktatur. Wenn wir den 3.10. als Anlass für Angriffe, Randale und Kritik nutzen,

dann weil wir sehen, dass das Wieder-großwerden Deutschlands die niederen Instinkte des Nationalismus und der Klasseneinheit geschürt hat, wie

kaum ein anderes Ereignis in der jüngeren Geschichte. Für viele Faschos war die Wiedervereinigung ein Moment der Hoffnung, um an den

nationalsozialistischen Traum eines Großdeutschland anzuschließen, für sie leitete die Wiedervereinigung die Baseballschlägerjahre ein.

 

Auf der bürgerlichen Seite wurde der 3.10. seit dem vor allem genutzt, um den Sieg des liberalen, westlichen Kapitalismus und Deutschlands Rückkehr

zu nationalistischer Größe zu feiern.

 

Jahr für Jahr bemühen sich Politiker*innen verzweifelt eine Geschichte zu erzählen. In dieser Geschichte hat diese Gesellschaft aus dem

Nationalsozialismus und dem Holocaust gelernt. In dieser Geschichte sind die Menschen, die auf dem Gebiet dieses Staates leben – trotz Konflikten

vielleicht – einig und gleich. Zusammen bauen wir an Wohlstand, Fortschritt und Demokratie.

 

Für uns war und ist Deutschland nie ein Grund zu feiern. Gerade jetzt sehen wir am Erstarken des Faschismus, dass wenig bis nichts aus der

Geschichte gelernt wurde. Wir können beobachten wie weit bis ins bürgerliche Lager der Alt-Parteien, der Bildungsbürger, Unternehmen und

Institutionen an der rassistischen Diskriminierung und Entrechtung von Geflüchteten Menschen gearbeitet wird. Wenn hier von Volk und Einheit

gesprochen wird, dann geht es darum in deutscher Manier nach oben zu buckeln und nach unten zu treten.

 

Kühne und Nagel

Eines der Unternehmen, das exemplarisch für den deutschen Kapitalismus nach 45 steht, ist Kühne und Nagel (KN). Der Konzern ist ein gutes Beispiel

dafür, dass die Entnazifizierung in Deutschland absolut unzureichend war. Nazis wurden in die staatlichen Strukturen der jungen BRD übernommen,

bauten unsere heutigen Sicherheitsorgane, Gerichte, Knäste, Schulen und Parteien auf. In diesem gesellschaftlichen Klima konnten Unternehmen, die

vom Holocaust profitiert hatten, weiter Geld machen.

 

Doch kommen wir zurück zu Kühne und Nagel: 1933 überschrieb Adolf Maas, jüdischer Partner und Anteilseigner an der damals größten

Niederlassung des Unternehmens in Hamburg, seine Anteile ohne jede Kompensation an die NSDAP-Mitglieder Werner und Alfred Kühne. Adolf Mass

wurde deportiert und später in Auschwitz ermordet. Er wurde für die Arisierung der Firma verdrängt und getötet.

Während des Nationalsozialismus verdiente KN mit den sogenannten „M-Aktionen“ daran, die Möbel geflohener oder depotierter Jüd*innen aus den

besetzten Gebieten ins Deutsche Reich zu transportieren, wo diese in den sogenannte „Judenauktionen“, z.B. im Weserstadion versteigert wurde.

Darüber hinausgehend verdiente KN aber auch an Logistikaufträgen für die Wehrmacht. All dies ist an anderer Stelle gut dokumentiert, wichtig aber,

der Nationalsozialismus war keine „dunkle und schwierige Zeit“ für das Unternehmen, wie es Klaus-Michael Kühne Zeit seines Lebens behauptet hatte:

1939 hatte KN 7 Niederlassungen im gesamten besetzten Europa, Ende 1944 waren es 26. Firmen wie K­N sind mit der Grund, warum die Nazis so

effizient vernichten, morden und expandieren konnten. Und nach wie vor will der Konzern dafür keine Verantwortung übernehmen und sieht einen Teil

dieser Gesellschaft in KN nur eine wirtschaftliche Erfolgsgeschichte der Nachkriegszeit. So will sie lieber davon nicht reden und auch nach wie vor will

sie kein Arisierungs-Mahnmal vor ihrer Haustür. Gerade jetzt, wo die Rechten auf dem Vormarsch sind, könnten sie ein Zeichen setzen. Oder hoffen sie

schon auf den fetten Auftrag der Remigrationsoffensive der AfD?

 

Kühne und Nagel und die Rüstung

Deutschland soll wehrfähig werden. Historisch gesehen keine gute Idee. Für KN ist es ganz in alter Unternehmenstradition dabei mitverdienen zu

wollen und das ist nichts neues. Das Unternehmen ist schon lange im Bereich "Government and Defence Logistics" tätig. Nach eigener Aussage:

„Schwerpunkte sind Transport- und Logistik-Projekte für europäische Streitkräfte”.

Bremen und Bremerhaven sind dabei wichtige Standorte. So stellte das Bremer Tochterunternehmen Stute Verkehrs-GmbH den Transport für den

Ausbau der drei Bundeswehr-Camps in Afghanistan. KN stellt Chartermaschinen für Bundeswehrsoldaten, damit sie in Mali eingesetzt werden können.

 

Wir wollen Scheißfirmen wie Kühne und Nagel nicht einfach davon kommen lassen. Jeder Angriff kann sie daran erinnern, dass sie auf der falschen

Seite der Geschichte standen und stehen.

 

Bremen rüstet für den 3. Oktober auf. Tausende von Bullen werden herumstehen, herumfahren und herumschnüffeln. Lasst uns gemeinsam

Lücken finden! Bilden wir Banden und sorgen für Abrüstung!

 

 

 

 

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