Kein Frieden ohne Israel
Am kommenden Sonntag, den 13. September 2026 soll im Bürgerhaus Wilhelmsburg das „Gaza Tribunal Hamburg“ stattfinden. Bereits im Vorfeld soll es aus der Nachbarschaft Beschwerden und Sorgen wegen antisemitischer und antizionistischer Positionen im Umfeld der Veranstaltung gegeben haben.
Die Reaktion des Bürgerhauses als Vermieter? Statt sich ernsthaft mit der geäußerten Kritik auseinanderzusetzen, wurden die Bedenken weitgehend zurückgewiesen und die Verantwortung für die Inhalte der Veranstaltung von sich gewiesen.
Deshalb wurde nun auch antifaschistisch interveniert. Rund um das Bürgerhaus wurden in zahlreicher Ausführung Informationstexte unter der Überschrift „Kein Frieden ohne Israel“ angebracht. Sie machen darauf aufmerksam, was beim sogenannten Tribunal im Mittelpunkt steht – und was auffällig fehlt: Während Israel und seine Unterstützer•innen auf der Anklagebank sitzen, spielen das Mullah-Regime, die Hisbollah, die Hamas, der antisemitische Massenmord vom 7. Oktober 2023, die verschleppten Geiseln und die Frage nach jüdischer Sicherheit im angekündigten Programm keine vergleichbare Rolle.
Auch ein Blick auf die angekündigten Redner gibt Anlass zur Kritik. Tarek Baé veröffentlicht Texte unter der Überschrift „Ja, Israel hat kein ‚Existenzrecht‘“ und verteidigt „From the River to the Sea“. Sebastian Scheerer beschreibt Israel als Apartheidstaat und verortet die Ursachen des Konflikts bereits im Zionismus und der jüdischen Einwanderung vor 1948. Ammar Bustami verteidigt BDS als friedliches politisches Mittel, Fabian Goldmann spricht vom israelischen „Genozid“ und wirft deutschen Medien vor, diesen gerechtfertigt und verschwiegen zu haben.
Kritik am Handeln der israelischen Regierung ist legitim. Das Leid der palästinensischen Zivilbevölkerung ebenso wie mögliche Völkerrechtsverletzungen müssen thematisiert werden können. Doch ein „Tribunal“, bei dem Israel auf der Anklagebank sitzt, während Hamas und der antisemitische Terror des 7. Oktober weitgehend aus dem Bild verschwinden, ist kein Friedensdialog. Antizionismus und israelbezogener Antisemitismus werden nicht dadurch harmlos, dass sie unter dem Begriff „Israelkritik“ verschwinden.
Das Bürgerhaus wurde bereits vor der Veranstaltung mit entsprechenden Sorgen aus seiner unmittelbaren Nachbarschaft konfrontiert. Wer Räume für eine solche Veranstaltung zur Verfügung stellt, muss sich die Frage gefallen lassen, wie mit diesen Bedenken umgegangen wird. Kritik verschwindet nicht, nur weil man sich als Vermieter für die Inhalte einer Veranstaltung nicht verantwortlich erklärt.
Gegen jeden Antisemitismus und Islamismus. Kein Frieden mit der Hamas. Kein Frieden ohne jüdische Sicherheit. Kein Frieden durch die Delegitimierung Israels.
Creative Commons by-sa: Weitergabe unter gleichen Bedingungen