2018 is calling: Geschichte der Auswirkungen von Postones Thesen in der radikalen Linken
Neulich bin ich im anarchist-archive (https://anarchist-archive.org/) auf einen Text von 2018 gestolpert:
'Geschichte der Auswirkungen von Postones Thesen in der radikalen Linken und These für neue Taktik gegen den Rechtsruck'
Diesen gibt es auch schon auf indymedia (https://de.indymedia.org/node/25373) oder im revolt-magazine https://revoltmag.org/articles/die-post-antideutsche-hegemonie-muss-fallen/
Hier also nur der Lesehinweis und ergänzende Gedanken dazu.
Der Text von knews wurde 2019 in einer aktualisierten Version auch im Untergrundblättle veröffentlicht:
'Das Umschlagen in offene Reaktion - Die post-antideutsche Hegemonie muss fallen'
https://www.untergrund-blättle.ch/politik/deutschland/antideutsche_israel_antisemitismus_5481.html
Es handelt sich, so finde ich, um eine der wirklich guten Kritiken an der post-antideutschen Szene und ihrer theoretischen Fehlschlüsse.
Fehlschlüsse die uns immer noch wie ein Klotz am Bein hängen. Es wird deutlich besser, aber ein bisschen lesen und nachdenken könnte die positive Entwicklung weiter anschubsen.
Ein Hauptproblem ist, das durch post-antideutsche Einflüsse in der (radikalen) linken
"eine Massentauglichkeit hier nicht einmal angestrebt wird, sondern ausschliesslich die Selbstversicherung einer sich „radikal“ dünkenden Szene, welche immer nur gesellschaftlich marginal sein kann (...)"
Aus post-antideutschen Aktivitäten folgt auch eine forcierte, eingeforderte Reinheit der linksradikalen Bewegung oder Szene.
Das unterstützt strategische Totalausfälle wie zum Beispiel in Eisenach (https://knack.news/7754), wo es einfacher war, die größe Antifa-Mobi zu stoppen, anstatt auf den Gedanken zu kommen, durch autonome Aktionen YS in die letzte Reihe zu verweisen, auflaufen zu lassen oder vor Ort auszuschließen. In jedem Land wo die radikale Linke gross ist wird sich mit so Mao-Spinnern und Stalinisten - die eben auch mal auf Demos auftauchen - gar nicht aufgehalten. In Deutschland ist das Grund für einen kompletten Bewegungsstillstand.
Eine Reinheit von Bewegungen wird sich in allzu-deutscher Geisteshaltung gewünscht, etwas das nie existiert hat und es auch nie geben wird. Hoffentlich zumindest, eine Reinheit wäre ja dystopisch.
"Man sollte antisemitische K-Gruppen ausladen. Doch wenn diese trotzdem kommen, gäbe es Möglichkeiten, sich deutlich von diesen zu distanzieren und sie auflaufen zu lassen." (knack.news Beitrag)
"Eine bundesweit mobilisierte Antifa-Demo an diesem für Faschos so wichtigen Ort wie Eisenach abzusagen hat leider ganz stark das "Geschmäckle", dass man selber ganz sauber bleiben will und hinterher niemand mit dem Finger auf die Orga zeigen können soll, dass mensch da mit den Falschen auf der Straße war." (https://de.indymedia.org/node/319473)
Zu dem weiteren Kritiken an antideutschen Gruppen siehe zB:
Paradox A - 'Antideutsche Regression' https://paradox-a.de/allgemein/antideutsche-regression/
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