Erneute Stellungnahme
Angesichts der durchschaubaren Reaktionen auf unseren letzten Beitrag sehen wir es als zwingend notwendig an, uns erneut zu Wort zu melden. Die dort aufgestellten unwahren Behauptungen entspringen direkt dem toxischen Narrativ der rechten Szene und sind Teil eines gezielten Versuchs, unseren Widerstand zu brechen, indem man uns diskreditiert. Das lassen wir nicht unkommentiert.
Warum wir keine direkten Quellen verlinken? Wir beziehen unsere Informationen direkt aus den Jauchegruben der Social-Media-Kanäle der Akteur:innen, allen voran des Fascho-Rappers Shinigami. Während Links zu Stories oder in geschlossene Gruppen technisch nicht möglich sind, verfügen wir über eine umfassende Sammlung von Videos und Screenshots als Beweismittel. Eben jene Dokumentationen, die bereits im letzten Jahr im Verfahren vor Gericht als Beweis genutzt wurden.
Faschos als Faschos zu entlarven, ist keine Verleumdung!
Es ist keine Lüge!
Es ist eine Pflicht!
Warum wir diese Screenshots nicht einfach hier öffentlich posten? Weil wir keine faschistische Scheiße verbreiten. Wir zitieren, wenn überhaupt, nur mit tiefstem Widerwillen. Screenshots zu veröffentlichen, hieße, den Faschos aktiv eine Bühne zu bereiten, ihre Ideologie zu reproduzieren und unsere Plattform zur Verbreitung von Hass zu missbrauchen.
Die Behauptung, wir seien keine Gruppe, sondern nur eine einzelne „frustrierte Person“, folgt exakt dem Muster der Angriffe von vor einem Jahr. Es ist der klassische Versuch, uns die gesellschaftliche Legitimation abzusprechen und uns pathologisierend als „therapiebedürftig“ darzustellen. Eine perfide Taktik, die im Umfeld von Shinigami standardmäßig auf alle queeren Menschen angewandt wird, um sie mundtot zu machen. In der antifaschistischen und der queerfeministischen Szene sind wir eben nicht unbekannt. Daran ändert auch nicht die unvollständige Auflistung queerer Vereine in Düsseldorf etwas. Dies zeigt lediglich, dass sich hier eine szenefremde Person äußert, die keine Einsicht in die Strukturen hat oder bewusst Desinformation streut.
Eine weitere Behauptung ist, wir (alias die einzelne frustrierte Person) seien aus Gruppen ausgeschlossen worden. Mit einigen der im Beitrag genannten Kollektive arbeiten wir weiterhin eng zusammen, mit anderen besteht eine differenzierte Arbeitsbeziehung. Richtig ist, dass einige unserer Genoss:innen in der Vergangenheit in diesen Gruppen aktiv waren. Einige waren mit dem internen Diskurs nicht einverstanden und sind gegangen, andere pflegen noch freundschaftliche Verbindungen. Das ist Teil der dynamischen Debattenkultur und kein Beleg für unsere angebliche Isolation.
Die aktuelle Kontroverse um den Shinigami-Auftritt wird einmal mehr bewusst auf eine persönliche Ebene verkürzt. Das ist kein Zufall, sondern Teil einer Strategie, den Rechtsruck unserer Gesellschaft zu verschleiern, in dessen Sog Kulturzentren wie das Zakk unter immensen kapitalistischen Verwertungsdruck geraten und sich unter dem Deckmantel der „künstlerischen Freiheit“ entpolitisieren. Rechter Hass wird nicht mehr bekämpft, sondern als „Subkultur“ re-brandet und konsumierbar gemacht.
Kapitalistische Zwänge sind aber keine Rechtfertigung für den Verrat an antifaschistischen Grundsätzen!
Hass ist keine Kunst!
Hass ist keine Meinung!
Hass braucht keine Freiheit!
Der Vorwurf, wir hätten das Ziel, das Zakk zu zerstören, ist hierbei eine perfide Verdrehung der Tatsachen. Unsere Appelle zielen auf das genaue Gegenteil ab, nämlich den Erhalt des Zakk als den queeren Safespace, in welchem wir selbst noch vor zwei Jahren Veranstaltungen ausgerichtet haben.
Wie der Beitragsersteller richtig darstellt, versuchen die „blauen Faschos“ schon länger, einen Fuß in die Tür zu bekommen. Genau deshalb waren wir ja letztes Jahr so entsetzt über die Ankündigung des Auftritts von Shinigami, denn ein solcher Auftritt widerspricht fundamental allem, wofür das Zakk einmal stand und auch weiterhin stehen sollte. Daher hatten wir proaktiv den Dialog mit der Leitung gesucht, doch das Resultat ist bekannt.
Mit Auftritten wie dem von Shinigami bekommen die Faschos aber nicht nur einen Fuß in die Tür, man hält ihnen die Tür sogar sperrangelweit auf. Das wird durch die Tatsache unterstrichen, dass in diesem Jahr weitere Künstler:innen mit ihm auftreten, die ebenfalls dem rechten Spektrum entspringen. Es ist kein neues Phänomen, dass Faschisten jede sich bietende Gelegenheit nutzen.
Es geht auch um die grundlegende Frage, ob unsere Zentren noch Orte des Widerstands gegen Faschismus und Queerfeindlichkeit sind oder nur noch Orte des Konsums?
Solchen Akteur:innen wie Shinigami Raum zu geben, kann und darf nicht der neue Weg sein, den Institutionen wie das Zakk in Zeiten eines zunehmenden Rechtsrucks einschlagen. Heute sind es Queerfeinde, morgen Rassisten und übermorgen wehen die blauen Banner am Zakk.
Wir fordern daher eine kompromisslose Rückbesinnung auf queerfeministische Grundsätze, statt der Normalisierung von rechter Ideologie durch Pinkwashing.
Unsere Existenz ist keine Verhandlungsmasse!
Wir lassen uns nicht einschüchtern!
Wie lassen uns nicht zum Schweigen bringen!
Wir bleiben laut!
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