(AC) Gedanken zum Angriff der Aachener Bullen auf das AZ
In der Nacht vom 24. auf der 25 Januar 2026 kam es in Aachen zu einer polizeilichen Maßnahme gegen die Besucher*innen des Autonomen Zentrums.
Es sind bereits mehrere Schilderungen des Geschehens online zu finden, darum wollen wir uns weitestgehend auf die Analyse der Situation und ihrer Konsequenzen beschränken.
Die Personenkontrolle, die von den Cops in der Fußgängerunterführung zwischen Häckländerstr. und Kasinostraße durchgeführt wurde, wurde von Seiten der Polizei massiv eskaliert.
Die ersteintreffenden Cops schienen sich von den beobachtenden AZ-Gästen außerhalb der Unterführung so massiv bedroht zu fühlen, das sie alle Einheiten in der Nähe über eine Art Notfallfunktion nachforderten.
Das wirft natürlich die Frage auf, wieso die entsprechenden Polizist*innen sich in so eine Situation erst hinein manövrierten. Es sollte der Aachener Polizei doch klar sein, das polizeiliche Maßnahmen im direkten Umfeld des Autonomen Zentrums nicht unbeobachtet vor sich gehen werden. Generell sollte hier also die Frage gestellt werden warum eine Maßnahme, egal ob anlasslos oder aufgrund eines Verdachts, in einer Situation, die für die Polizei anscheinend derart unberechenbar ist überhaupt erst durchgeführt wurde.
Natürlich kann nun gesagt werden, das die Einsatztaktiken der Polizei uns nichts angehen, wir finden es aber für die Analyse der Situation extrem wichtig zu verstehen woher die unvermittelte Härte, mit der der Einsatz durchgeführt wurde, kam.
Wir sind Gewaltexzesse der Aachener Polizei vor allem aus Demosituationen gewohnt, wo wir sie häufig als Abschreckungsstrategie werten.
In dieser Nacht war das aber eine völlig andere Situation. Die völlig wahllosen Maßnahmen der nachgeforderten Cops zeigen, dass sie ohne jede Vorüberlegung oder Strategie in diesen Einsatz stolperten. Die Tatsache, dass eine Polizistin ihre Schusswaffe zog und damit auf die AZ-Tür zielte, zeigt die massive Überforderung der Bullen mit der unübersichtlichen Situation. Wir werten das als einen verzweifelten Versuch zu verhindern, dass mehr Menschen aus dem AZ kommen und somit die Lage seitens der Cops unter Kontrolle zu bekommen. Eine Schusswaffe einzusetzen, nur weil eine Polizeikontrolle beobachtet/ gestört wird ist maximal eskalativ und gefährlich. Diese Situation zeigt ganz deutlich wie schnell es lebensbedrohlich wird, wenn die Polizei überfordert oder verängstigt ist.
Der (tödliche) Einsatz von Schusswaffen durch die Cops hat in den letzten Jahren drastisch zugenommen. Die mediale und politische Inszenierung von Antifaschist*innen als gewalttätige Extremist*innen führt dazu, das selbst die grundlegenden demokratischen Aufgaben wie die Beobachtung von Polizeimaßnahmen als Eskalation wahrgenommen werden. Hierfür verantwortlich zu machen sind alle Politiker*innen, die auf Kuschelkurs mit den Neofaschist*innen unserer Zeit für eine permanenten Abbau von Menschenrechten und Menschlichkeit kämpfen.
Mehr Polizei, mehr Kontrolle und mehr Militär haben noch nie zu einer gerechteren, sozialeren oder zufriedeneren Gesellschaft beigetragen.
Polizeigewalt unterliegt keiner Rechtsstaatlichkeit und schon gar keiner Gerechtigkeit. Sie richtet sich wahllos gegen all jene, die unfreiwillig oder mit Absicht nicht in euer scheiß Stadtbild passen.
So lange ihr für Unrecht sorgt mit eurem rechten „Rechtsstaat“, werden wir dafür sorgen das eure Gewalt nicht unbeobachtet und unwidersprochen bleibt.
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