[K] "Gemeinsam Deutschland Gestalten" Lokal angegriffen

Regionen: 

In der Nacht von Freitag auf Samstag markierten und entglasten Antifaschist:innen das Stammlokal der GDG Köln - das Sion Bräues in Köln-Deutz. 

Seit Anfang des Jahres finden die Rechten dort jeden Monat zusammen und nutzen die Räumlichkeiten um ihre rassistischen, queerfeindlichen und antikommunistischen Positionen zu diskutieren. Die rechten Aktivisten kehren dort ein, nicht aus Zufall oder weil sie keinen anderen Ort gefunden haben, sondern weil der Wirt solidarisch mit ihnen und ihren rechtsaußen angesiedelten Standpunkten ist. Dies zeigte sich erst am Freitag, als sich spontan ein Gegenprotest gegenüber vom Lokal organisierte. Während Benedikt Dölle - der Vorsitzende der GDG - mit Provokationen gegenüber den Antifas und sexistischen Verhalten auffiel, stand der Wirt des Hauses im Hintergrund und schüttelte fleißig die Hände der rechten Besucher und lachte über die rechten Parolen die gegrölt wurden. Er sah somit auch keinen Handlungsbedarf den Stammtisch den Räumlichkeiten zu verweisen - sondern wird sie vermutlich auch in Zukunft herzlich willkommen heißen. Zusätzlich dazu war auch der Bayrische Rundfunk anwesend und bot dem GDG die perfekt  Plattform, sich in Interviews als von Gewalt betroffene Opfer zu inszinieren. Sie begleiteten den Stammtisch ausführlich und waren offen für die Inhalte des GDG. Parallel dazu huschten drei vollvermummte Neonazis,welche man von Veranstaltungen der Heimat in Essen-Kray kennt, am Gegenprotest vorbei. Diese sollten und wollten gesehen werden, um als kampfbereite politische Gegner erkannt zu werden. Zwei Inszenierungen, die sich doch ziemlich widersprechen.

Da haben sie die Rechnung jedoch ohne die organisierten kölschen Antifas gemacht. Denn jeder, der sich mit den Rechten verbündet und ihnen Räume für ihre Inhalte bietet, wird Teil des Rechtsruck in der BRD. Somit sahen wir die Notwendigkeit, diesen Ort als das zu markieren, was er nun mal ist: Ein Raum, der zur rechten Hetze dient und in unserer Stadt nicht willkommen ist. 

Die gesamte Außengastro und Fassade wurde mit reichlich roter Farbe markiert. Damit es nicht bei einer äußeren Verschönerung bleibt, wurden ebenfalls die Scheiben des Lokals antifaschistisch umgestaltet. Vielleicht kann der Wirt ja das Geld der Rechten für die neuen Scheiben nutzen ;-) Außerdem wurde durch einen Schriftzug für alle Passant:innen deutlich gemacht: "Hier trinken Nazis Bier!"

Die Stammtische zielen darauf ab vor allem junge Menschen, die sich durch Social Media radikalisieren, zu rekrutieren. Alles unter dem Deckmantel, man sei bloß konservativ und patriotisch. Dieser lässt sich jedoch ziemlich leicht aufdecken, wenn man sich die personelle Besetzung der GDG Köln anschaut: Der Vorsitzende der GDG - Benedikt Dölle - findet seine politische Heimat in der Jungen Union Köln Lindenthal. Das ist kein Einzelfall, gleich mehrere Mitglieder des GDG Köln sind Teil der JU Lindenthal. Eher verwunderlich, wenn man an das Märchen der "Brandmauer" glaubt. Diese Illusion platzt schnell, denn sowohl personell, als auch organisatorisch arbeitet GDG Hand in Hand mit der AfD in Köln und in Teilen auch mit der Neonazi-Szene aus NRW. Das ließ sich letztes Jahr am 3.10 bei ihrer Wanderung ausgezeichnet beobachten. 
Es wird deutlich: Hier in Köln stellt der GDG ganz klar das Bindeglied zwischen AfD und der CDU dar. Die Brandmauer ist hier schon längst eine Lüge. 

Dieses Mal hat es die Lokalität des GDG getroffen. Jedoch: Rechte haben Namen und Adressen. 
Ganz egal, ob Hamburg, Mannheim oder Köln. Die Faschisten müssen da angegriffen werden, wo sie sich sicher fühlen. Sei es der Stammtisch im Brauhaus oder die eigene Wohnung. Es ist Zeit zu handeln! 

Sion Bräues
Deutzer Freiheit 85
50679 Köln 

P.S.: An die GDG Mitglieder die das lesen: Wir bekommen euch auch noch! :*

Lizenz des Artikels und aller eingebetteten Medien: 
Creative Commons by-sa: Weitergabe unter gleichen Bedingungen