[S] Eure Gewalt bricht uns nicht! Spontandemonstration in Stuttgart
Unsere Genossin Paula wurde bei einer Delegationsreise der Peoples Caravan Anfang des Jahres in Abschiebehaft von einem türkischen Beamten vergewaltigt. Heute Morgen ist sie den mutigen Schritt gegangen mit ihren Erlebnissen an die Öffentlichkeit zu treten und den Folterstaat Türkei anzuprangern.
In Reaktion auf diese Veröffentlichung über sexualisierte Folter kamen noch am selben Abend kämpferische Frauen in Stuttgart zusammen.
Wütend und entschlossen und mit dem Kampfgeist aller kämpfenden Frauen weltweit zogen wir vor das türkische Konsulat. Besonders bewegt hat uns nicht nur die kollektive Kraft, sondern, dass wir heute gemeinsam mit Frauen unterschiedlicher Generationen unsere Wut auf die Straße getragen haben. Denn die Erfahrungen mit und der Kampf gegen patriarchale Gewalt verbindet uns Frauen weltweit. Der Angriff ist ein Angriff auf uns alle. Auf uns, unsere Mütter, Töchter, Freundinnen und Schwestern. Und deswegen antworten wir alle!
Markiert wurde der Täter, der türkische faschistische Staat, der seit Jahrzehnten gegen Oppositionelle, Genoss:innen und politische Frauen mit körperlicher, psychischer und sexualisierter Gewalt und Repression vorgeht. Doch mit der sexualisierten Folter gegen Internationalistinnen, von der mehrere Aktivistinnen der Peoples Caravan berichteten, wurde eine neue Qualität in der Repression gegen die Rojava Revolution erreicht. Denn diese Folter ist nicht weniger, als der Versuch, widerständige Frauen zu brechen und ein direkter Angriff auf die Errungenschaften der Rojava Revolution und der Frauenrevolution.
„Jin, Jiyan, Azadi“ hallte durch die Straßen, während vor dem türkischen Konsulat Puppen mit blutigen Handabdrücken abgelegt wurden und ein Schild auf dem stand „Türkei mordet, foltert, vergewaltigt. Deutschland unterstützt“. Denn Deutschland ist Mittäter. Deutschland sieht nicht nur zu, wie in Rojava Kämpferinnen massakriert werden, oder Revolutionär:innen in türkischen Gefängnissen gefoltert und ermordet werden. Sondern Deutschland unterstützt ganz aktiv mit militärischen Mitteln, Propaganda gegen den kurdischen Befreiungskampf und Repressionen in Deutschland gegen die kurdische Bewegung.
Es bleibt nur zu sagen: Eure Gewalt bricht uns nicht! Unsere Körper, Unser Kampf!
Wir stehen hinter Paula, unserer Genossin, Schwester und kämpfender Kommunistin. Und allen weiteren Frauen, die sexualisierte Gewalt erfahren mussten. Sie zeigt mit ihrer Antwort auf diese patriarchale Repression Stärke und einen politischen Umgang, Sie zeigt, dass wenn wir mutige Schritte gehen, der Kampf für die Frauenrevolution – der Kampf für alle Frauen auf der ganzen Welt – voran getrieben wird.
Lasst uns auch weiterhin unsere Wut zum Ausdruck bringen! Bleiben wir wütend und kämpferisch und ziehen wir die Täter, den türkischen Staat, zur Verantwortung.
Jin, Jiyan, Azadi!
Creative Commons by-sa: Weitergabe unter gleichen Bedingungen
