Free Maja, free all Antifas, free all Queers: Stonewall was a Riot!

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Anlässlich des Braunschweiger CSD-Wochenendes hat das Autonome-Tat-Kollektiv (ATK) mit Stencils hinter den Schloss-Arkaden an die widerständigen Ursprünge queerer Befreiung erinnert und Solidarität mit Maja sowie allen verfolgten Antifaschist*innen und queeren Menschen ausgedrückt. Die Aktion kritisiert die Entpolitisierung und Vereinnahmung des CSD durch Unternehmen, Parteien und Polizei. Zugleich wendet sie sich gegen die rassistische Instrumentalisierung queerfeindlicher Gewalt und fordert einen antifaschistischen, antirassistischen, klassenkämpferischen und solidarischen Pride: Stonewall was a riot – Pride is a protest.

In der Nacht von Freitag auf Samstag haben Aktivist*innen des Autonomen-Tat-Kollektivs (ATK) anlässlich des Braunschweiger CSD-Wochenendes die Wand hinter den Schloss-Arkaden mit mehreren Stencils versehen. Zu lesen sind dort:

FREE MAJA. FREE ALL ANTIFA. FREE ALL QUEERS.

und

STONEWALL WAS A RIOT. STAND UP. FIGHT BACK.

Mit der Aktion soll daran erinnert werden, dass queere Befreiung nicht auf einer Parade, einer Bühne oder einer Party erkämpft wurde. Stonewall war kein buntes Straßenfest, sondern ein Aufstand gegen Polizeigewalt, staatliche Repression und die alltägliche Unterdrückung queerer Menschen. Diese Geschichte darf nicht zur harmlosen Kulisse eines entpolitisierten CSD werden.

Während Unternehmen ihre Logos in Regenbogenfarben tauchen und Politiker*innen sich für Kameras in die erste Reihe stellen, erfahren queere Menschen weiterhin Gewalt, Diskriminierung, Armut, Ausgrenzung und staatliche Repression. Besonders betroffen sind trans, nichtbinäre, migrantifizierte, geflüchtete, behinderte und arme queere Menschen sowie queere Aktivist*innen, die sich antifaschistisch und antikapitalistisch organisieren.

Maja sitzt weiterhin in Ungarn in Haft. Die Rückführung nach Deutschland steht noch immer aus. Der Umgang mit Maja zeigt beispielhaft, wie wenig der deutsche Staat queere und antifaschistische Menschen schützt, sobald sie nicht in sein Bild einer angepassten und ungefährlichen queeren Community passen. Unsere Solidarität endet nicht an Staatsgrenzen und nicht dort, wo Repression beginnt:

Freiheit für Maja! Freiheit für alle Antifaschist*innen! Freiheit für alle Queers!

Auch die Ereignisse rund um den Berliner CSD 2026 dürfen nicht dazu benutzt werden, queerfeindliche Gewalt zu ethnisieren und rassistische Feindbilder zu bedienen. Konservative und extrem rechte Kräfte greifen einzelne Vorfälle bereitwillig auf, um ganze Bevölkerungsgruppen unter Generalverdacht zu stellen. Damit schützen sie keine queeren Menschen. Sie instrumentalisieren ihre Sicherheit für Abschottung, Überwachung und autoritäre Politik. Queerfeindlichkeit ist kein „importiertes“ Problem, sondern tief in dieser Gesellschaft, ihren Institutionen und ihren Machtverhältnissen verankert.

Deshalb wird auch die Präsenz der Polizei auf dem Braunschweiger Straßenfest kritisiert. Eine Institution, die queere Menschen kontrolliert, kriminalisiert, abschiebt und immer wieder durch rassistische, transfeindliche und patriarchale Gewalt auffällt, ist für uns kein Symbol von Sicherheit. Polizei schützt queeres Leben nicht – insbesondere dann nicht, wenn dieses Leben arm, migrantisch, wohnungslos, sexarbeitend, unangepasst oder politisch widerständig ist.

Wir wollen einen CSD, der mehr ist als Party, Konsum und Selbstinszenierung. Einen CSD, der sich an die Seite derjenigen stellt, die verfolgt, eingesperrt und zum Schweigen gebracht werden. Einen CSD, der sich nicht von Konzernen, Parteien und Polizei vereinnahmen lässt. Einen CSD, der antifaschistisch, antirassistisch, klassenkämpferisch und solidarisch ist.
Befreiung wird nicht geschenkt. Sie wurde und wird erkämpft.
Stonewall was a riot. Pride is a protest.

Queerfeministisch-anarchistische Grüße

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