Plakat: Die Klimakatastrophe ist seit 200 Jahren hier
Wir haben eine kleines Plakat zur Klimakatastrophe erstellt. In diesen geht um den die geschichtlichen Zusammenhang der Klimakatastrophe mit dem Ruhrgebiet, denn diese seit über 200 Jahren hier präsent. Außerdem um die Rolle von Staat und Kapitalismus. Wenn ihr auch eine anarchistische Gruppe/Projekt aus dem Ruhrgebiet seid und das Plakat benutzten wollt schreibt uns gerne eine Mail (fannysandfanyas@riseup.net) und wir können uns URL gegen eure austauschen. Gerne auch Fehler schicken, Hitze und so.
Das Plakat kann hier runtergeladen werden.
"Hitzewellen, Überflutungen, Dürren – die Folgen der gesellschaftlich gemachten Klimakatastrophe sind heute überall.
Doch im Ruhrgebiet spüren wir sie schon viel länger. Vor 200 Jahren begann der industrielle Bergbau uns den Boden unter den Füßen zu nehmen. Die Kohle befeuerte die Hochhöfen deren Stahl das Gerüst der Deutschen Wirtschaft und Kriege bildete. Kriege, in denen Millionen verheizt wurden.
Das geschah nicht freiwillig – die wenigsten arbeiteten gerne Untertage, wenn sie anders ein gutes Auskommen fanden. Doch seit es Staaten gibt (später zusammen mit dem Kapitalismus) nehmen sie den Menschen die Möglichkeit ein gutes selbstbestimmtes Leben zu führen– sie rauben ihnen Land und zerstören lokale Gemeinschaften.
Warum sollten Menschen, die lokal in solidarischen Gemeinschaften versorgt sind, sich einer Regierung unterwerfen oder von Unternehmen ausbeuten lassen? Darum zerstört der Staat und Kapitalismus Ökosysteme, die Menschen sonst Nahrung und Schutz spenden. Darum wurden im 19. Jahrhundert Menschen verarmt und so in die Zechen gedrängt.
Der Kohlebergbau war der Beginn der Klimakatastrophe hier. Tausende starben bei Unglücken, unzählige wurden Lungen durch Staub erstickt – Land begann abzusacken – so tief, dass Gelsenkirchen, Oberhausen, Duisburg, Hamm, Recklinghausen, Gladbeck und andere Städte ohne permanentes Pumpen absaufen: In der Herschaftsprache: „Ewigkeitsschäden“.
Und als die Arbeiter*innen immer wieder versuchten sich gegen ihre Ausbeutung zu wehren – für bessere Bedienungen kämpften, oder gar eine andere Gesellschaft; waren es Militär und Polizei, die ihren Revolten niederschlugen. Genauso wie sie heute Wälder räumen.
Als es günstiger wurde woanders Kohl abzubauen und Stahl herzustellen, wurde die Region und viele Menschen weggeworfen – der Armut überlassen.
Die allgemeine Bevölkerung war und ist für Staat und Kapitalismus nie mehr als Mittel zum Zweck. Verlieren wir unsere Nützlichkeit, kriegen wir maximal noch Almosen, damit wir nicht aufbegehren.
Wer arm ist, stirbt heute in der Hitze direkt unter den Dächern oder auf der Straße. Und das wird schlimmer und mehr werden. Genauso wie die Fluten der Unwetter, die Preisanstiege durch die Dürren und die Massenmorde an den Grenzen.
Solange Politikerinnen und Reiche über uns bestimmen – solange wir treue Untertaninnen des Staates sind – werden sie uns weiter opfern. Die Katastrophe werden sie nicht stoppen. Genauso wenig wie all die Rechten, die leugnen, dass die Katastrophe gesellschaftlich gemacht ist. Oder Linke, welche weiter mit symbolischen Demos den Glauben an den Staat als Problemlöser erhalten.
Der Weg in eine kühlere Welt ist lang. Aber wenn wir die Maschinen des herrschenden Systems nicht zum erliegen bringen – uns die geraubte Erde nehmen und sie in einen lebendigen Ort verwandeln, wird die Hölle immer heißer. Die Klimakatastrophe ist seit 200 Jahren hier – nur gegenseitige Hilfe und der Aufstand gegen die Ordnung, die sie verursacht, werden uns durch sie bringen.”
Ein paar weitergehende inhatliche Inspirationen
The Solutions are Already Here: Strategies of Ecological Revolution from Below auf Deutsch hier oder lokal bald wieder bei uns zu bekommen.
The Climate is Changing False Solutions to Global Climate Change - Crimethinc (2009).
Rethinking the Apocalypse An Indigenous Anti-Futurist Manifesto
Indigenous Action Podcast Episode 13: Unsettling Climate Colonialism
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