Sielwallhaus bleibt! - Keine Kürzungen bei der offenen Jugendarbeit! - Gegen den Rechtsruck!
Der rot-grün-rote Senat will das Geld für die offene Kinder- und Jugendarbeit zusammenstreichen. Das bedeutet weniger Angebote für alle. Das selbstverwaltete Sielwallhaus könnte sogar ganz dicht gemacht werden. Dabei ist das Haus ein wichtiger Raum für seine Nutzer*innen: offen, selbstorganisiert und nicht kommerziell. Wir wehren uns gegen die Kürzungen des Senats. Statt Schließung verlangen wir Zukunft.
Wir sind richtig wütend!
Der Senat will wieder mal sparen. Obwohl für Bremen 100 Millionen zusätzlich aus der Sonderverschuldung vom Bund abfallen, soll - wie schon so oft - die offene Kinder- und Jugendarbeit dran glauben. Wieder kürzt der Senat bei denen, von denen er kaum Gegenwehr erwartet. Etwa 30 Einzelprojekten der Kinder- und Jugendarbeit droht das Aus. In einer Stadt, in der die Armut wächst, ist das ein sozialpolitischer Skandal!
Sielwallhaus dicht machen? Nicht mit uns!
Das Sielwallhaus (SWH) soll als einziges Haus ganz dicht gemacht werden. Kein einziger Cent Förderung soll mehr fließen. Dabei ist unser Haus für die Stadt besonders billig. Denn wir Nutzer*innen verwalten es seit Jahrzehnten selbst. Schlappe 20.000 Förderung gibt die Sozialsenatorin für Strom, Heizung, Wasser und kleine Reparaturen dazu. Mehr wollen wir auch nicht. Denn wir waren immer schon autonom und wollen es auch bleiben.
Das ist unser Haus! Wir lassen uns nicht vertreiben!
Das Perfide: Die Nutzung des alten Hauses am Sielwall ist an diese minimalen Fördergelder gekoppelt. Fallen sie weg, dann sollen wir rausfliegen. Das lassen wir uns nicht gefallen. Denn das ist unser Haus.
Das Sielwallhaus ist seit Jahrzehnten ein wichtiger Ort fürs Zusammenkommen, für Selbstorganisierung, für Austausch. Wir treffen uns hier, um zu diskutieren, voneinander zu lernen, uns zusammenzutun oder einfach rumzuhängen, um miteinander zu frühstücken, Partys zu feiern und vieles mehr. All das stellen wir selbst auf die Beine: nicht kommerziell, sondern basisdemokratisch und selbstbestimmt. Im Sielwallhaus treffen sich viele, für die es in unserer Stadt keine anderen Orte gibt. Wir lassen uns nicht von hier vertreiben!
Das ist klar: Sielwallhaus ist anders
Das Sielwallhaus ist ein linker Ort. Wir sagen das ganz offen, weil es im vermeintlich liberalen Bremen beliebt scheint, mit ominösen geheimdienstlichen „Erkenntnissen“ die kritische Zivilgesellschaft anzugreifen – von der Interventionistischen Linken (IL), über das Kukoon bis zum geschätzten Buchladen Golden Shop. Solche Schlapphutaktionen sind bei uns nicht nötig: Das Sielwallhaus gehört seit Jahrzehnten zur linken Subkultur dieser Stadt. Es ist offen für alle und auch Treffpunkt von Gruppen, die sich kritisch mit den gesellschaftlichen Verhältnissen und den herrschenden politischen Strukturen auseinandersetzen. Bei uns sind alle willkommen! Umso mehr haben hier rechte, rassistische, sexistische und queerfeindliche Sprüche keinen Platz. Klar ist leider auch: Je stärker die Rechten und Faschist*innen werden, umso mehr brauchen wir Räume wie das Sielwallhaus als solidarische und sichere Orte. Darum werden wir kämpfen. Gerade jetzt!
Wir verlangen Zukunft! Grundsanierung jetzt!
Das Sielwallhaus gehört der Stadt Bremen. Verwaltet wird es durch die Gesellschaft Immobilien Bremen, die es seit Jahren verwahrlosen lässt. Wir halten es selber in Schuss, so gut es eben geht. Eine Zeitlang war das SWH im Winter kaum nutzbar, weil die Heizung nicht repariert wurde. Wir haben dafür gesorgt, dass unser Haus keinen dauerhaften Schaden genommen hat. Die Elektrik ist alt und am Brandschutz wäre auch einiges zu tun. Das alles ist den politisch Verantwortlichen lange bekannt. Statt Schließung verlangen wir jetzt Zukunft! Unser Haus muss grundsaniert werden. Sofort.
Wir organisieren uns!
Bremen hat jahrelange Sparpolitik hinter sich. Egal, wer regiert hat: Antisozialpolitik stand immer auf dem Programm. Die Folge: Eine tiefe soziale Spaltung der Stadt. In der aktuellen Multikrise explodieren die Preise wieder, die Mieten werden weiter erhöht und Heizen wird bald unerschwinglich. Und was macht der rot-grün-rote Senat? Er streicht zusätzliche 100 Millionen Euro vom Bund ein und statt sie endlich in Bildung, Soziokultur, Integration, Jugend und Soziales zu stecken, sollen wir alle den Gürtel noch enger schnallen, vorneweg die offene Kinder- und Jugendarbeit. Dagegen wehren wir uns! Wir tun uns zusammen mit allen, die diese Politik nicht mehr wollen.
Sielwallhaus bleibt! Für eine solidarische Stadt!
Nutzer*innen des Sielwallhauses
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