TAG 53 des Hungerstreiks bis zum Tod
TAG 53 des Hungerstreiks bis zum Tod
Aufruf zu Solidaritätsaktionen mit Prosfygika am 5. April zur internationalistischen Verteidigung der Community of squatted Prosfygika
Im Juni 2025 genehmigte die Regionalregierung von Attika (zu der Athen gehört) einen programmatischen Vertrag zur „Renovierung“ und damit faktisch zur Räumung der Community of squatted Prosfygika, in der mehr als 400 Menschen leben. Vor 53 Tagen, am 5. Februar, trat unser Genosse Aristotelis Chantzis in einen Hungerstreik bis zum Tod, um die Gemeinschaft und das Leben zu verteidigen.
In den nächsten Wochen wird eine zweite Person aus der Gemeinschaft folgen und einen Hungerstreik beginnen. Mittlerweile sind mehrere Wochen voller Aktionen in Athen und international vergangen. Anstatt sich durch die drohende Repression zurückzuziehen, wählte die Gemeinschaft den Wegder sozialen Selbstverteidigung: Die Öffnung der Gemeinschaft gegenüber der ganzen Gesellschaft in Griechenland aber auch international umfasstneben anderen Aktionen zum Beispiel auch technische Arbeiten zur Renovierung von Häusern und Gästehäuser für Krebspatient:innen des nahegelegenen Agios-Savas-Krankenhauses und eines Museums über den griechischen Bürgerkrieg. Hunderte von Internationalist:innen, solidarische Menschen und Einwohner:innen folgten dem Aufruf, in die Community zu kommen und die Arbeiten zu ihrer Verteidigung zu unterstützen.
Am 14. März gingen Tausende Menschen Athens auf die Straße, um zu demonstrieren und ihre Stimmen in Solidarität mit Prosfygika zu vereinen, während in Polen, Serbien, Belgien, Frankreich, Deutschland, Italien, Spanien, Portugal und Kolumbien Solidaritätsaktionen für die Verteidung von der Gemeinschaft stattfanden. Obwohl große Teile der Bewegung und der Gesellschaft mobilisiert wurden, haben der griechische Staat und die Regionalregierung von Attika noch keine Stellung bezogen und ihren laufenden Plan, der das Leben unseres Genossen Aristotelis Chantzis sowie das Leben so vieler Mitglieder der Gemeinschaft gefährdet, noch nicht aufgegeben – Menschen, die ohne die Unterstützung der Gemeinschaft und ihrer 22 selbstorganisierten sozialen Strukturen mit extrem lebensbedrohlichen Bedingungen konfrontiert sein werden.
Wir rufen alle Menschen, die sich für die Verteidigung des Lebens einsetzen dazu auf, ab sofort Solidaritätsaktionen zu initiieren oder sich zu beteiligen, um die griechenlandweiten und internationalen Aktionen am 5. April in Solidarität mit der Community of squatted Prosfygika bekannt zu machen und dafür zu mobilisieren.
Wir rufen auf zur:
1. Teilnahme an dem ab sofort stattfindenden 1–3-tägigen solidarischen Hungerstreik.
2. Mobilisierung in Solidarität für die große Demonstration am 5. April in Athen und international.
3. Mobilisierung von Presse und Medien nach Athen, um an diesem Tag bei unseren Genoss:innen zu sein.
4. Unterstützung oder Aufbau von Solidaritätsnetzwerken mit allen, die bereit sind, zur Kampagne #Saveprosfygika beizutragen.
5. Unterstützung oder Weiterleitung der Firefund-Kampagne: https://www.firefund.net/saveprosfygika
6. Unterzeichnung des Textes mit den Forderungen der Community und des Hungerstreikenden: https://docs.google.com/forms/d/e/1FAIpQLSd8T48_gwpjHAIFwz5tAaS3ctqZ0s9fqCgAredKNnCQYSZWig/viewform
Wir rufen alle Genoss:innen dazu auf, uns nach Kräften zu unterstützen, sei es durch die vorgeschlagenen Aktionen oder durch eigene Initiativen. Wir sind uns bewusst, dass jeder nationale und lokale politische Kontext unterschiedliche Herausforderungen mit sich bringt, und vertrauen auf eure Fähigkeit, entsprechend zu handeln und zu reagieren. Kontaktiert uns, um gemeinsam Widerstand gegen die Pläne des griechischen Staates und der Regionalregierung von Attika aufzubauen. Der Angriff auf die Community of squatted Prosfygika ist kein isolierter Kampf. Die Gemeinschaft leistet Widerstand als eines der letzten verbliebenen Projekte des sozialen Kampfes, das eine Alternative zu Staaten und Regimen bietet, die weltweit faschistische Regierungswechsel durchführen aber auch zu militarisierten Gesellschaften und kolonialistischen Denkweisen.Wir bitten alle Genoss:innen, die ihre Solidarität bekunden, den Kampf auch mit ihrem jeweiligen sozialen, geografischen und politischen Kontext zu verknüpfen.Dies ist der fünfte große Angriff des Staates auf die Gemeinschaft in den letzten Jahrzehnten. Auch wenn dieser Angriff der schwerwiegendste aller bisherigen zu sein scheint, werden sie auch dieses Mal keinen Erfolg haben!
Hände weg von Prosfygika!
Entweder wir gewinnen oder wir gewinnen!
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