Der Mord an Qabel A. jährt sich das erste Mal

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Kein Einzelfall - Qabel A. wurde am 4.3.2026 in Nürnberg von einem Polizisten ermordet! 

Vor einem Jahr, am 04.03.2025, wurde der nürnberger Familienvater Qabel A. von der Polizei Nürnberg ermordet. Zwei Schüsse, ein ungültiger Haftbefehl, ein halbnackter, migrantischer Mann in seiner eigenen Wohnung. Der Tod des 38-Jährigen ist leider keine Seltenheit in Deutschland, immer wieder gibt es rassistischer Morde durch die Polizei.

Hier ist es natürlich Standardvorgang, dass die Polizei bei einem Polizeimorden gegen sich selbst ermittelt, was überraschenderweise kaum zu belastbaren Ergebnissen kommt. Tatsächlich müssen wir beobachten, wie die Polizei sich meistens in Lügen und Falschaussagen verrennt.
Auch in Nürnberg sehen wir, entrüstet aber nicht überrascht, dass das Verfahren gegen den Polizisten, der Qabel ermordet hat, am 19.01.2026 mangels Tatverdacht eingestellt wurde.

Natürlich erkennt die Polizei den strukturellen Rassismus in ihren Reihen auch nicht an, sondern verbreitet weiter das Narrativ des unglücklichen Einzelfalls. Doch wir alle wissen: diese Rassistischen Mörder sind nicht einige faule Äpfel, sondern das Symptom eines Systems, das dem Staat und seinen Herrschaftsmechanismen dient. Die Polizei war und ist eine Institution, deren Zweck es ist, Proteste zu zerschlagen, Arbeitszwang durchzusetzten, die Bürger*innen zu überwachen, die Besitzverhältnisse aufrecht zu erhalten und die staatliche Herrschaft zu festigen und das wird sie auch bleiben, egal wie divers sie wird oder wie oft in der Ausbildung über Rassismus gesprochen wird. Der staatliche Polizeiapparat kann nicht reformiert werden. Um Gerechtigkeit zu erlangen und mit diesen Herrschaftsverhältnissen zu brechen müssen wir uns von den staatlichen, gewaltorientierten Lösungskonzepten abwenden! Um dem rassistischen Morden ein Ende zu setzten muss die Polizei abgeschafft werden.

Von Trauer zu Wut zu Wiederstand.
Heute trauern wir um ein verlorenes Leben, wir sehen das Leid in Qabels Familie und wir sehen ihre Wut. Wir wünschten, niemand müsse diesen schrecklichen Verlust erleiden. Wir wünschten wir müssten nicht kämpfen.
Aber darum werden wir Kämpfen: Damit diese Vorstellung kein Wunsch bleibt.

Wir wollen für eine Gemeinschaft kämpfen, die nach außen widerstandsfähig und nach innen solidarisch und frei ist.
Anarchie heißt gegenseitige Hilfe und gemeinsamer Angriff. Unsere Zukunft muss Selbstverwaltet sein und selbst-verteidigt werden.
Wir wollen uns in gegenseitiger Hilfe und transformativer Gerechtigkeit üben, und wir wollen für Gerechtigkeit kämpfen, für die Menschen die die Polizei auf ihrem Gewissen hat.

Qabel bleibt unvergessen. Er wird in unserem Kampf und in der Liebe seiner Familie weiter Leben. Er und jeder einzelne von den Bullen Ermordete ist unser Grund weiter zumachen!

 

Wenn ihr könnt, könnt ihr die Familie von Qabel mit Spenden an ihr Gofundme unterstützten. Dieses, sowie weitere Infos und Neuigkeiten findet ihr auf der Instagram Seite gerechtigkeit_fuer_qabel.

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