[Kiel] Rüstungsunternehmen Hensoldt angegriffen

Wir haben dem Rüstungsunternehmen Hensoldt in der Nacht vom 28.01. auf den 29.01. einen Besuch abgestattet. Wir reihen uns damit in die internationalen Aktionstage der Kampagne #RiseUp4Rojava ein. Die Fassade von Hensoldt Kiel wurde in den Farben der kurdischen Autonomiegebiete markiert um die Mittäterschaft des Kriegsprofiteurs zu unterstreichen. Die Kamera zur automatischen Kennzeichenerkennung wurde unbrauchbar gemacht.

Rojava in existentieller Bedrohung:
Anfang Januar begannen die Angriffe der HTS auf kurdische Stadtteile in Alleppo, in einem darauf folgenden großangelegten Angriff konnten sie in kurzer Zeit große Landgewinne verbuchen. Inzwischen sind die djihadistischen Banden um die HTS an Vororten von Kobane angelangt. Das freie Kobane, welches am 26.01., vor genau 11 Jahren den IS auffhielt und wie keine andere Stadt für die Freiheit und den Kampfeswillen der kurdischen Kämpferinnen und Kämpfer steht. Auch jetzt wieder stehen die Kämpferinnen und Kämpfer der SDF und der kurdischen Volksverteidigungseinheiten YPG/YPJ mit erhobenem Haupt und verteidigen die Stadt. So konnten sie in Celebi einen Erfolg erzielen und die HTS musste sich stückweise zurückziehen. Aber es bleibt düster, trotz partieller Erfolge gibt es in der Stadt keinen Strom, keine Medikamenten- und Nahrungsversorgung, an diesen Umständen sind schon mindesten 6 Babys gestorben. Auch um Haseke und Quamislo wird gekämpft, deutlicher kann es nicht werden: Jetzt geht es um alles! Die Errungenschaften der Frauenrevolution, den Aufbau einer Rätegesellschaft, die Freiheit und das revolutionäre Projekt Rojava.

Der Angriff ist international gestützt:
Die kurzzeitige, taktische Zusammenarbeit mit den USA zur Zerschlagung des IS ist Geschichte.
Nach dem Sturz von Assad in Syrien haben die USA & Co mit Al Jolani einen erfolgversprechenden Verbündeten in der Region. Das sie also ihr okay für die Angriffe gegeben haben liegt auf der Hand. Auch die Türkei unter Erdogan ist wie immer vorne mit dabei wenn es um die Vernichtung Rojavas geht, mit Drohnen Angriffen und Schüssen auf Demonstrierende stützen sie die djihadistischen Banden, die in ihrem Interesse handeln. Auch Deutschland pflegt enge Kontakte zu Al Jolani, so sollte dieser am 19.01. nach Deutschland kommen. Dies sagte er zwar ab, beteuerte aber die Absicht an einem späteren Moment den Besuch nachzuholen. Die EU, unter der EU-Präsidentin Ursula von der Leyen machte derweil 620 Millionen € für sein Regime locker.

Deutsche Waffen in Aktion:
Die Türkei, als maßgebliche Kraft hinter der HTS ist schon lange mit unterschiedlichen deutschen Rüstungsgütern ausgerüstet. Dies reicht von Panzern, über Kleinwaffen bis hin zu moderner Software und Zielerfassungstechnik.
Besonders ist die türkische Drohne „Bayraktar TB2“, hier wird das Auge der Drohne das „Argos II HDT“ von Hensoldt hergestellt. Das „Argos II HDT“ ist ein Zielerfassungssystem und sorgt dafür, dass die abgeschossenen Raketen ihr Ziel erreichen. Die „Bayraktar TB2“ wird nicht nur kontinuierlich gegen Rojava eingesetzt, sie wird auch an viele andere Saaten verkauft und ist immer wieder in diverse Kriegen im Einsatz. Hensoldt profitiert direkt von den Angriffen auf Rojava, und die Bundesrepublik Deutschland tut es als Anteilseigner von 25,1% auch.

Gegen die Kriegstreiber vor der eigenen Haustür!
Die Aufgabe von Internationlistinnen und Internationalisten in Deutschland ist es die Mittäterschaft der eigenen Regierung und des eigenen Kapitals zu verdeutlichen. Die beste Art den Freundinnen und Freunden in Rojava zu helfen ist es die Kriegsunterstützung Deutschlands zu bekämpfen, internationalen Druck aufzubauen und dafür jedes Mittel zu nutzen. 

Hoch die internationale Solidarität!
Biji Berxwedana YPJ/YPJ!
Biji Berxwedana Rojava!

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