Angriff aufs AZ Aachen und anschließende Hausdurchsuchungen
In der Nacht des 24. auf den 25. Januar kam es zu einem Angriff der Aachener Landes- und Bundespolizei auf Gäste des Autonomen Zentrums. Dabei kam es zu massivem Pfefferspray- und Schlagstockeinsatz, Bedrohungen mit Tasern und einer Schusswaffe, verbalen Einschüchterungsversuchen und willkürlichen Verhaftungen nach einer eskalierten Personenkontrolle.
In Folge dessen kam es am Mitwochmorgen (28.01.26) zu 4 Hausdurchsuchungen.
Nachbericht zur Situation am AZ Aachen am 25.01.2026
Als Grundlage für die Eskalation der Aachener Cops diente die willkürliche Personalienkontrolle eines AZ-Gasts. Da die Person nach Aushändigung des Ausweises weder ihre Kleidung als angebliche Beweisstücke abgeben noch „freiwillig“ mit auf die Wache fahren wollte, eskalierten die Cops und rissen die Person an Gürtel und Armen mit sich. Da dies in unmittelbarer Nähe des AZs geschah, sammelten sich während der Kontrolle solidarische Menschen und äußerten ihren Unmut über die Gewalt der Cops. Daraufhin schubste ein Polizist mit erhobenem Schlagstock einen der nebenstehenden Menschen heftig und fragte lachend, ob die Person Angst habe. So viel zu Deeskalation ihr Schweine. Um beobachten zu können, was die Cops mit der mitgeschleppten Person machten, gingen einige Menschen hinterher und riefen dabei lautstark. Die Cops beschlossen die Situation noch weiter zu eskalieren und nun nicht mehr mit gehobenen Schlagstöcken, sondern mit gezückten Tasern zu drohen und richteten diese auf die Beobachtenden. Währenddessen blieb die Gruppe ruhig und und ließen sich von der Gewaltandrohungen nicht einschüchtern oder provozieren. Die Person wurde gerade abtransportiert, als ein Cop einer beobachtenden Person auch noch ins Gesicht spuckte.
Anstatt es bei dieser willkürlichen Eskalation zu belassen, kamen daraufhin mehr als zehn Wagen der Polizei vor das AZ und die ausgestiegenen Cops griffen unvermittelt zurückkehrende und verbliebene Gäste des AZs auf dem Vorplatz an, warfen Menschen zu Boden, setzen massiv Pfefferspray ein und legten einigen Menschen Handschellen an, ohne irgendeinen Grund oder Vorwurf zu äußern. Zusätzlich wurden noch Einsatzhunde angefordert und eine Polizistin zielte mit ihrer Dienstwaffe auf die Menschen im Bereich der Eingangstür des AZs. Aufgrund der Bedrohung durch die Schusswaffe wurde die AZ-Tür geschlossen, was die Cops dazu veranlasste, zu versuchen oben und unten durch die Tür zu pfeffern. Eine draußen festgehaltene Person hatte keinen Personalausweis bei sich. Dieser befand sich im AZ, in das zu diesem Zeitpunkt kein Hereinkommen war. Bevor dieser aus dem AZ geholt werden konnte, wurde auch sie zur Wache gebracht. Die erste Person wurde ohne Schuhe und Jacke bei Minusgraden vor dem Polizeipräsidium Aachen Brand aufgefunden. In der Eingangshalle wurde ihm zuvor ein Platzverweis erteilt. Die Zweite Festegenommene ließen sie, kurz nachdem der Personalausweis ausgehändigt wurde, ebenfalls gehen.
Soweit zur Nacht auf Sonntag.
Hausdurchsuchungen infolge von Samstagnacht
Am Mittwochmorgen gab es dann vier Hausdurchsuchungen. Die Cops des Staatsschutzes kamen teils vermummt, teils mit, teils ohne Durchsuchungsbeschlüsse und forderten Handys und andere technische Geräte ein. Es wurden trotz fehlenden Durchsuchungsbeschlüssen vier Handys, ein Laptop und ein Tablet mitgenommen. Die nächtliche Schikane fortsetzend, zwangen die Cops eine Person mit offener Türe auf Toilette zu gehen, eine Person bekam in der Öffentlichkeit eine Gefährder*innenansprache und eine weitere Person bekam die absurde Auskunft, dass sie von nun an generalverdächtigt für jedwede Rache- oder Reaktion auf die Hausdurchsuchung sei. Zusätzlich wurde eine Person mit auf die Wache genommen um eine ED-Behandlung durchzuführen.
Die Einschüchterungsversuche der Aachener Cops sind nichts Neues. Im Rahmen des 18.01.2025, an dem tausende Antifaschist*innen einen Neonazi-Aufmarsch verhinderten, kam es während der Blockaden schon zu massiver Polizeigewalt. Desweiteren führt der Aachener Staatsschutz seit über einem Jahr einen Kleinkrieg gegen antifaschistische Graffiti im Stadtgebiet. Hierbei kam es schon zu Hausdurchsuchungen, vorläufigen Festnahmen und Einschüchterungsversuchen gegenüber Minderjährigen. Die Aachener Zeitung lässt sich hierbei wie immer vor den Karren der Bullen spannen.
Wir betrachten die Eskalation der Aachener Cops als ein Teil einer autoritären Zuspitzung und Faschisierung, welche sich auf nationaler aber auch auf internationaler Ebene, feststellen lässt. Egal wie friedlich, zurückhaltend oder leise Aktivist*innen sich äußern und verhalten, sind sie immer mehr einer polizeilichen Willkür und Gewalt ausgesetzt, welche sich immer enthemmter und brutaler Bahn bricht. Mit Rückendeckung der Regierenden werden Menschen von der Polizei ermordet und der Widerstand gegen diese Zustände mit Repressionen überzogen.
Wir werden auch weiterhin unseren Gefährt*innen an der Seite stehen, egal was Bullen oder Presse behaupten.
Stoppt die Kriminalisierung!
Alle Mausis hassen Hausis!
Solidarische Grüße aus Aachen
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Ergänzungen
Pressemitteilung zu den Ereignissen in der Nacht auf den 25.01.
https://az-aachen.de/az-allgemein/pressemitteilung-zu-den-ereignissen-in...