Markierung des Waffenproduzenten „Hensoldt“ in München-Taufkirchen in Solidarität mit Rojava
Gestern Nacht (27./28.1) sind wir dem Aufruf zum Aktionstag von RheinmetallEntwaffnen gefolgt und haben - in Solidarität mit den kurdischen Autonomiegebieten Nord-Ost-Syriens „Rojava“ - den deutschen Waffenkonzern „Hensoldt“ besucht und in den kurdischen Farben markiert.
Hintergrund ist der Generalangriff der djihadistische Milizen der HTS und SNAgegen die kurdische Selbstverwaltung – einem Projekt, welches beweist, dass auch heutzutage noch aus einer revolutionären Perspektive Realität werden kann, indem es inmitten reaktionärer Kräfte demokratische Rätestrukturen, Frauenbefreiung, Ökologie und ein multi-ethnisches Zusammenleben praktisch macht.
Mit unserer Aktion wollen wir Solidarität zeigen, aber vor allem auch auf die Verstrickungen der deutschen Politik und Waffenindustrie in diesen Kriegaufmerksam machen, sowie einen Teil dazu beitragen reale Gegenmacht im Kampf um das revolutionäres Projekt auch hier in Deutschland mit aufzubauen.
Die Situation in Rojava ist prekär:
Nach dem Generalangriff dhjadistischer und islamistischer Milizen unter Führung des HTS-Regimes befindet sich ein Großteil der arabischen Städte der Region unter Kontrolle des syrischen Regimes, tausende gefangene IS-Kämpfer wurden befreit und Kobane - die Stadt, welche sich heute vor genau 11 Jahren aus der Belagerung des IS befreien konnte - ist umzingelt.
Strom und Internet sind gekappt. Humanitäre Hilfe ist kaum möglich. Neben der Belagerung stellt die Wetterlage die umzingelten Freund:innen vor eine besonders prekäre Situation. Mindestens fünf Kinder sind schon erfroren.
Doch: Die Freund:innen vor Ort haben die Hoffnung nicht aufgegeben und kämpfen. Die Selbstverwaltung hat die Generalmobilmachung ausgerufen, und die Gesellschaft beteiligt sich aktiv, tausende Menschen weltweit machen sich auf den Weg zu den Grenzen, um die Zäune zu durchbrechen, um nach Rojava zu gelangen und sich der Verteidigung anzuschließen.
Der Hauptfeind steht im eigenen Land:
Als deutsche Revolutionär:innen und Internationalist:innen ist es uns ein besonders wichtiges Anliegen darauf hinzuweisen, dass dieser Krieg kein ferner ist, sondern im direkten Zusammenhangmit den Interessen der westlichen Imperialisten steht und von diesen unterstützt wird. Unser Augenmerk richten wir dabei besonders auf die Rolle der BRD (Bundesrepublik Deutschland). Sie sind mitverantwortlich für das was in Rojava gerade passiert!
Denn allein die verschobene Einladung an Al Jolani nach Berlin zeigt, dass die deutsche Regierung unter Friedrich Merz ihn und seine djihadistischen Kräfte unterstützt und kein Interesse am Fortbestand der einzigen Demokratie im Nahen Osten hat.
Dazu strebt die deutsche Regierung eine engere Kooperation mit der türkischen Rüstungsindustrie an und unterstützt Erdogan, der sich an dem Angriffskrieg des HTS-Regimes auf Rojava tatkräftig beteiligt und unterstützt.
Deutsche Waffen, deutsches Geld – Morden mit in aller Welt:
In ihrem Angriffskrieg wird das HTS-Regime geleitet und unterstützt durch die Türkei. Ihre Kräfte kämpfen mit deutschen Waffen in der Hand und Drohnen mit deutscher Technologie in der Luft.
„Hensoldt“
Der deutsche Waffenkonzern „Hensoldt“ produziert genau diese Technologie. Sie stellen das Zielerfassungssystem Argos II HDT her und verkaufen es an die Türkei. Sie wiederum bauen es in ihre Kampfdrohne „Bayraktar TB2“ ein. Bildlich gesprochen ist das Zielerfassungssystem Argos II HDT das Auge der Kampfdrohnen, die aktuell die Kampfeinheiten der kurdischen Selbstverwaltung und Zivilist:innen beschießt.
Die Kampfdrohne Bayraktar TB2 der türkischen Fira Baykar wird an zahlreiche Staaten verkauft und in Kriegen und Konflikten eingesetzt. Dafür bezahlen nicht nur Soldaten mit dem Leben, sondern auch Zivilist:innen. Besonders pikant dabei ist, dass die Bundesregierung an Hensoldt mit 25,1 Prozent der Aktien beteiligt ist. Mit jeder verkauften Drohnen-Technologie verdient sie Geld.
Nicht mit uns:
„Hensoldt“ ist nur ein deutscher Rüstungskonzern, welcher direkt an den Kämpfen in anderen Ländern profitiert. Er steht stellvertretend für viele. Als Internationalist:innen dürfen wir hier nicht wegschauen, sondern müssen diese und die deutsche Politik für ihre Verbrechen enttarnen und angreifen. Wir stehen solidarisch mit dem kurdischen Befreiungskampf und den Arbeiter:innen weltweit.
Biji Berxwedana Rojava!
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