Update zum Naziaufmarsch am Sonntag

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Blockaden haben in Leipzig Tradition (Oktober 2004)

Wie bereits berichtet hat die NPD-Jugendorganisation um Alexander Kurth für den kommenden Sonntag in Leipzig-Lindenau einen Aufmarsch angemeldet. Dieser soll 12 Uhr am Lindenauer Markt beginnen und quer durch Lindenau führen.

Unter dem Motto “Linken Straßenterror stoppen” wollen die Nazis vom Lindenauer Markt über die Dreilindenstraße – Zschochersche Str. – Lützner Straße – Merseburger Straße – Uhlandstraße – William-Zipperer-Straße – Demmeringstraße – zurück zum Lindenauer Markt ziehen. Damit setzt sich Alexander Kurth bewusst über die Anordnung der Parteispitze der NPD hinweg, auf Demonstrationen vor den Kommunal- und Europawahlen zu verzichten.

In der Mobilisierung zur Nazi-Demonstration soll offenbar auf Biegen und Brechen ein Opfermythos konstruiert werden. Wie schlecht sich dafür ausgerechnet die NPD-Kandidaten in Leipzig eignen, zeigte vor kurzem wieder ein Beitrag bei MDR Exakt. Dennoch werden sich die Organisatoren von ihrem erklärten Opferstatus einen Mobilisierungserfolg erhoffen.

In Berlin konnten 2009 innerhalb einer Woche 750 Nazis für einen Aufmarsch “gegen linke Gewalt” auf die Straße gebracht werden. Anlass war damals ein Brandanschlag auf eine Nazi-Kneipe. Mit Gewalt rausgeschmissene Gäste hatten sich für ihren Rauswurf gerächt, indem sie wenige Tage später einen Brandsatz auf das Lokal warfen. Für die Berliner Naziszene war dies eindeutig “linke Gewalt”, und so mobilisierte sie bundesweit die militante Rechte in die Stadt.

 

Den Nazis in Leipzig keinen Meter!

Mittlerweile organisiert sich auch antifaschistischer Widerstand zum Naziaufmarsch am Sonntag. So gibt es neben dem Aufruf des Aktionsnetzwerks „Leipzig nimmt Platz“ auch einen weiteren Aufruf von Antifas aus Leipzig. Zudem wurden bereits zwei Gegenkundgebungen für 11:30 Uhr angemeldet:

  • an der Kreuzung Zschochersche Straße / Lützner Straße
  • an der Lützner Straße Ecke Endersstraße (Dort wollen die Nazis eine Zwischenkundgebung abhalten)

Es empfiehlt sich am Sonntag wie immer frühzeitig unterwegs zu sein und dies möglichst mobil. In Rostock waren an diesem 1. Mai Fahrräder von enormen Vorteil, als die Nazis wegen einer Blockade am Startpunkt in einen anderen Stadtteil ausgewichen sind.

Wenn es weitere Informationen zum Naziaufmarsch gibt, werden sie auf leipzig.antifa.de veröffentlicht. Am Tag selber soll es einen Ticker unter diesen Adressen geben:

demoticker.org
twitter.com/antifa_le

Wie man sich bei Repression verhalten soll oder wenden kann, wenn man direkt betroffen ist, erklärt immer noch der EA und die Rote Hilfe:

antirepression.noblogs.org

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Ergänzungen

Immer besser: einen Plan haben.

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