Der Angriff auf Rojava … Den Angriff des Faschismus stoppen!

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Der nahe Osten brennt. Krieg in Palästina und in Israel. Die Hisbollah reklamiert jetzt auch mit ihren Angriffen in den letzten Tagen der palästinensischen Sache zu dienen. Das syrische Regime bombt, nach dem verheerenden Angriff auf eine ihrer Militärakademien mit mehr als 100 Toten, Idlib in Stücke.
Ignoriert von der deutschen Mainstream Presse hat das türkische faschistische Regime in Rojava die umfangreichste Angriffswelle seit der Invasion von Serekaniye vor genau 4 Jahren gestartet. Neben massivem Beschuss in den gesamten Frontabschnitten, wurden über 50 gezielte Angriffe gegen fast ausschließlich kritische zivile Infrastruktur mit Kampfdrohnen und Kampfbombern geflogen.

 

 

Das primäre Ziel war die Stromversorgung der autonomen Region. Die systematische Zerstörung der gesamten Umspannstationen hat 60% des gesamten Netzes außer Kraft gesetzt. Des weiteren wurde die Öl-Industrie angegriffen, was natürlich massive ökonomische Folgen hat, aber auch im Hinblick auf Verknappung des Diesels vor allem die Zivilbevölkerung in den nächsten Monaten schwer treffen wird. Wir könnten die Liste jetzt ewig fortsetzen. Wir könnten davon reden, wie nach monatelanger Blockade des Euphrat-Flusses, die Türkei jetzt auch noch die Pumpstationen zerstört hat und Millionen von Menschen vom Trinkwasser abschneidet.

Wir könnten lamentieren, dass Erdogan diese klaren Kriegsverbrechen auch noch öffentlich im Vorhinein ankündigt. Doch was wichtig ist dabei zu begreifen ist, dass es sich hierbei nicht um irgendeine Singularität handelt oder als Reaktion auf den Angriff in Ankara gesehen werden sollte.
Es ist die Fortsetzung der Politik des faschistischen türkischen Regimes die nur ein Ziel hat. Den Genozid an der kurdischen Bevölkerung und deren Assimilierung in Erdogans Großmachtfantasien.
Dabei geht es überhaupt nicht primär um die PKK, sondern es geht um den Angriff auf die kurdische Freiheitsbewegung, die kurdische Autonomie und die Zerstörung der multi-ethnischen demokratischen Revolution in Rojava. Die gezielte Aktion der PKK auf das türkische Innenministerium wird dabei nur als Vorwand zum Angriff auf Rojava genutzt. Die Angriffe haben keinerlei substantielle direkte Folgen auf die militärischen Selbstverteidigungskräfte in Nordsyrien. Es geht nur darum die Situation der Zivilbevölkerung bis ins Unmögliche zu verschlimmern. Die Angriffe der Türkei, das wirtschaftlich Embargo und das internationale Komplott gegen die demokratischen Kräfte zielen auf die innere Zersetzung der Selbstverwaltung ab. Eine sozialistische Revolution im nahen Osten kann unter keinen Umständen geduldet werden.

Dass es bei der systematischen Zerstörung der Lebensgrundlage von Millionen von Menschen, der Tod von Zivilisten nicht nur in Kauf genommen, sondern bewusst forciert wird, zeigt nicht nur die seit Monaten anhaltende Mordkampagne durch Kampfdrohnen des türkischen Regimes, sondern unter anderem die Luftschläge der letzten Tage. Bei diesen wurden nicht nur auf einen Schlag 29 Mitglieder der Antidrogen-Einheit der Inneren Sicherheitskräfte getötet, sondern es wurden auch Feldarbeiterinnen, Familien und wie unter anderem am 9.10. in Ain Issa zwei Kinder umgebracht.
All dies steht im Zusammenhang der genozidialen Politik gegen die kurdische Bevölkerung. Es ist die Fortsetzung der Zerstörung von 5000 Dörfer und Ermordung tausender Kurden in Nordkurdistan Ende der 90er; des Kriegs der NATO gegen die Volksverteidigungskräfte und damit auch den Einsatz von Chemiewaffen gegen die Guerilla in den Bergen; des mörderischen Angriffs des IS gegen die Bevölkerung Nordsyriens; des Einmarsches türkischer Truppen und islamistischer Banden in Afrin, Serekaniye und Gire Spi und der Ermordung und Vertreibung tausender KurdenInnen, AssyrerInnen, ChristInnen und AraberInnen.

In diesem Zusammenhang müssen wir auch die Angriffe der PKK-Einheit in Ankara sehen.
Wo es vor der Wahl Mitte 2023 in der Türkei noch Illusionen gab dem faschistischen Regime auf zivil gesellschaftlicher Ebene irgendwie Einhalt bieten zu können, sieht die momentane Realität vollkommen anders aus. Tausende die ihre Stimme in der Türkei erheben, werden umgehend eingeknastet, sind massiver Folter und Isolation ausgesetzt. Auch nach Haftstrafen von 20-30 Jahren kommt es ohne Reuebekenntnis zu keiner Entlassung, wie auch bei der jahrelangen Totalisolation von Abdullah Öcalan. Versammlungen und oppositionelle Organisationen gegen das Regime werden massiv angegriffen. Erdogan hat die Türkei zu einer faschistischen faktischen präsentialen Diktatur umgebaut, in welcher jede Form oppositionellen Verhaltens massiv verfolgt wird. Gerade auch die Gleichschaltung der Medien und Justiz, sowie bürokratische Manipulationen, wie bei den Wahlen, werden jede Möglichkeit der zivilgesellschaftlichen Einflussnahme verunmöglicht.
In dieser Situation, ist die einzige Möglichkeit der Selbstverteidigung der demokratischen Kräfte, die Offensive und das faschistische Regime umfänglich anzugreifen. Die scheinbare Hegemonie des Faschismus und die Schockstarre der eigenen Kräfte muss jetzt überwunden werden.
Was wir hier sehen ist die faschistische Türkei in einem imperialen Krieg. Nicht nur in Syrien, sondern auch in Armenien, Libyen und dem Nordirak. Es geht um die Ausweitung ihrer Einflusszonen.

Das Schweigen Deutschlands ist nicht nur in dem Asylpakt mit dem faschistischen Regime begründet. Deutschland leistet seit Jahrzehnten umfangreiche militärische Hilfe und ist aktiv am Genozid an der kurdischen Bevölkerung beteiligt. Nicht nur für die Türkei, sondern auch für die NATO und somit Deutschland stellt die sozialistische demokratische Revolution im Nahen Osten nicht nur im Kampf um Einflusszonen eine Katastrophe da.
Vor allem stellt es auch immer eine Bedrohung für die imperiale Ausbeutungslogik und liberale Werteordnung dar, wenn die Unterdrückten dieser Erde die Waffen und damit auch ihr eigenes Schicksal wieder in die eigene Hand nehmen.
Die Revolution der freien Frauen Kurdistans und der weltweiten Frauenbewegung stellen nicht nur den Nahen Osten auf den Kopf, sondern erschüttern das patriarchale System in seinen Grundfesten.
Die FreundInnen in den Bergen sind eine unmittelbare Gefahr für das türkische Regime und dementsprechend versucht Erdogan, zwar erfolglos, aber mit einer Vielzahl Armeekräfte und chemischen Waffen die Guerilla irgendwie zurückzudrängen.

Wenn wir uns selber als antifaschistische Kräfte sehen, müssen wir uns auf die Seite der Selbstverteidigungskräfte Rojavas stellen. Der Angriff des Faschismus auf die Selbstverwaltung und auf die Frauenrevolution ist ein Angriff auf alle revolutionäre Kräfte weltweit. Es ist ein Angriff auf unsere gemeinsame Utopie.
Wenn wir uns selber als antifaschistische Kräfte sehen, müssen wir uns auch an die Seite der antifaschistischen KämpferInnen stellen, die frontal den Faschismus angreifen. Die Guerilla in den Bergen Kurdistans, die PKK und alle revolutionären Kräfte in der Türkei stellen dabei die vorderste Front dar. Dabei wurde mit mit HBDH durch die PKK und türkische revolutionäre Kräfte ein gemeinsames Bündnis geschaffen.

Wir dürfen nicht die faschistische Entwicklung in der Türkei oder in Europa, vereinzelt betrachten.
Wir brauchen eine weltweite gemeinsame Stärke und Front gegen den Faschismus.
Wir rufen zu Aktionen aller Art gegen den türkischen Faschismus auf. Zeigt Solidarität mit der
gesellschaftlichen Selbstverteidigung vor Ort. Stoppen wir gemeinsam den Vormarsch des
Faschismus! Und natürlich das PKK-Verbot aufheben!

 

Mehr Infos:
#DefendKurdistan
rojavainformationcenter.org/
womendefendrojava.net/en/2022/11/27/newsticker-for-the-current-attacks-on-rojava/
riseup4rojava.org/call-to-action-gemeinsam-gegen-turkische-kriegsverbrechen-in-nord-
ostsyrien/
targetplatform.net/de/?p=3718
medyanews.net/international-campaign-freedom-for-ocalan-a-political-solution-for-
kurdistan-kicks-off-worldwide/
nd-aktuell.de/artikel/1176859.nordsyrien-tuerkischer-staatsterror-gegen-rojava.html
anfdeutsch.com
youtube.com/watch?v=GTs7H9iE7dA

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