Linke Aktionen und Beteiligung am CSD in Stuttgart 2022

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Der Christopher Street Day hat seinen Ursprung im militanten Widerstand gegen queerfeindliche und rassistische (Bullen-)Gewalt. Das erkennt man heute aber kaum mehr. Der CSD ist in Deutschland von bürgerlichen Parteien und militaristischer Propaganda geprägt und bietet Unternehmen eine Plattform für Rainbow-Washing. Queere Kämpfe sind für uns, queere Linke und Verbündete trotzdem wichtig.

 

 

Denn Befreiung von Unterdrückung, ein Ende von Verfolgung und Gewalt und gesellschaftliche Anerkennung wird es nicht mit einem Kapitalismus geben, der queere Symbolik im Pride Month nutzt um Geld zu machen, so wie er alles für die Vermehrung von Kapital nutzt. Queere Befreiung gibt es nicht mit imperialistischen Staaten, die Länder kaputt bombardieren und nicht mit einer EU, die Menschen bewusst im Mittelmeer ertrinken lässt, ob queer oder nicht. Für uns ist klar, dass es uns nicht hilft, wenn Unternehmen ihr Logo mit Regenbogenfilter posten und gleichzeitig auf der anderen Seite der Welt oder hier weiterhin ausbeuten.

Wir müssen auf den Ursprüngen der Stonewall Riots bestehen, und zeigen, dass der Kampf noch lange nicht vorbei ist. Weltweit werden Menschen aufgrund ihrer sexuellen Orientierung und ihrer Geschlechtsidentität diskriminiert, verfolgt und zur Flucht gezwungen. Auch in Deutschland gibt es nach wie vor Gewalt gegen queere Menschen.

Auch in Stuttgart war die offizielle Parade ein Schaulaufen für Unternehmen und bürgerliche Parteien.

Doch zum ersten mal hat sich sogar die CDU blicken lassen und nicht nur ihren Zusammenschluss „Lesben und Schwulen Union“. Die CDU ist eine der Parteien, die in den letzten Jahrzehnten am offensten queer- und frauen*feindlich aufgetreten ist. Andere Parteien sind natürlich nicht besser, aber diese haben mit ein paar Zugeständnissen und Bezügen eine größere Verankerung in der queeren Community.

Eine Kritik am derzeitigen Charakter des CSD in Stuttgart konnte also hier ansetzen und auch andere Kämpfe queerer Menschen aufgreifen: wie Widerstand gegen Polizeigewalt, Internationale Solidarität mit Verfolgten, etwa in der Türkei, der Ukraine, Ungarn oder Polen oder auch die kapitalistische Verwertung queerer Symboliken.

Deswegen haben wir zunächst eine Positionierung zu diesen Themen auf dem CSD verteilt. Dann haben wir den Wagen der CDU am Marienplatz in Stuttgart kurzzeitig blockiert, eine kleine Rede verlesen und den queerfeindlichen Charakter der CDU mit Aussagen ihres eigenen Personals aufgezeigt. Hier gab es von vielen Seiten Zuspruch. Außerdem haben wir eine Transpi Aktion, als Mobilisierung zu einem queeren Filmabend im Linken Zentrum Lilo Herrmann, am 13. August ab 16 Uhr, organisiert.

Während ein Teil von uns die Transpi Aktion stellte, beteiligten wir uns nach der Blockade der CDU auch im hinteren Bereich des CSD am Linken Jugendblock, um die Kritik an der CDU weiter auf die Straße zu tragen. Der Block wuchs im Verlauf der Demo immer mehr, bis auf ca. 150 Menschen an.

CDU – Konzerne – Polizei – Verpisst euch das ist unsre Pride!

Wir holen uns die Pride zurück – Stück für Stück!

Gegen Kapitalismus und Patriarchat – Stonewall heißt kämpfen!

 

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