Die deutsche Wirtschaft hat Blut an den Händen

Deutsche Unternehmen haben sich in der Geschichte schon immer rücksichtslos an Krieg und Ausbeutung bereichert. Deutschland muss mittlerweile nicht mehr selbst Krieg führen um an Faschismus und an den Kriegen dieser Welt zu verdienen. Wir wollen hier einen groben Überblick über die Kontinuität dieses verbrecherischen Vorgehens geben, dieser hat keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Wir rufen dazu auf sich mit weiteren Hintergrundartikeln anzuschließen, den Fokus auf die Verbrechen deutscher Unternehmen zu legen.

 

 

Die deutsche Wirtschaft hat Blut an den Händen

 

Die deutsche Wirtschaft hat in der Geschichte schon immer von autoritären und faschistischen Regimen profitiert. Ob Rüstungskonzerne im ersten und zweiten Weltkrieg, die im erbarmungslosen Schlachten auf den Schlachtfeldern und in Konzentrationslagern Milliarden erwirtschafteten, Unternehmen, die technisches Know-How zur Umweltzerstörung bereitstellen, Pharmakonzerne, die indigenen Gemeinschaften in Südamerika ihr Wissen stehlen um es zu monopolisieren oder deutsche Banken, die diese Aktivitäten finanzieren und an ihnen verdienen, in dem sie Anteile an jedem erdenklichem Rüstungskonzern und zerstörerischer Industrie haben.

Unvergessen sind die Arbeitslager während des Nationalsozialismus, in denen die Gefangenen des deutschen Faschismus bis zum Tod ausgebeutet und versklavt wurden und für die Profitinteressen deutscher Unternehmen zur Arbeit gezwungen wurden.
Das angehäufte Vermögen durch die Zeit des Nationalsozialismus bildet oftmals die Grundlage für die  Vormachtstellung deutscher Konzerne.

 

Verantwortlich für die Logistik der Vernichtungslager und des militärischen Nachschubs war die deutsche Reichsbahn. In Viehwaggons eingepfercht wurden jüdische Menschen aus ganz Europa in die Vernichtungslager deportiert, den Weg in ihren Tod mussten sie der Bahn bezahlen. Die Bedingungen in den Deportationszügen waren mörderisch, bereits bei den Transporten starben Tausende.
Die deutsche Reichsbahn wurde bei ihrer Gründung Teil der deutschen Bahn, die in den 90er Jahren mit dem ostdeutschen Bahnbetreiber zur deutschen Bahn AG fusioniert wurden.
Die deutsche Bahn AG betreibt das größte Schienen-Netz Europas, auf dem neben Personenverkehr auch militärische Güter transportiert werden. Die DB AG ist mit ihrem Logistikzweig DB Schenker offizieller Partner der NATO und transportiert sie und die Bundeswehr für Manöver und Einsätze militärischen Nachschub, sowie Panzer und Munition. Über den genauen Umfang der Transporte hüllt sich die deutsche Bahn AG in Schweigen.

 

Der Volkswagenkonzern, der seine Wurzeln in der Nazizeit hat wurde nach dem Krieg zu einem der führenden  Autokonzerne weltweit aufgebaut. Die militärischen Produkte des VW-Konzerns sind weitgehend unbekannt.
Das Werk in Wolfsburg wurde durch das NS-Regime aufgebaut und zehntausende Zwangsarbeiter*Innen wurden zur Arbeit in den Volkswagenwerken gezwungen. Ob in der Militärdiktatur in Brasilien oder aktuell in China in Regionen, in denen die Uiguren vom chinesischen Staatskapitalismus unterdrückt und zur Arbeit gezwungen werden, Volkswagen geht für Profite über Leichen.
Volkswagen unterhält eine eigene Sparte zur Herstellung militärischer Fahrzeuge. Volkswagen entwickelt außerdem Geländewagen für die türkische Grenzsicherung zum „Schutz“ der EU-Aussengrenze.
Die MAN SE ist ein Tochterunternehmen der Volkswagengrupppe. MAN ist unter anderem an der Produktion des „Survior M“ beteiligt, welches ein gepanzertes Fahrzeug ist, welches in der Taktik der Aufstandsbekämpfung der NATO seinen Platz findet. MAN und VW unterhalten mit der Firma RENK eines der Top 10 Rüstungsunternehmen Deutschlands. RENK stellt Getriebe für Panzer, Schiffe und militärisch genutzte Lastwagen her. Die Firma beteiligt sich unter anderem am Bau des ersten türkischen Kampfpanzer „Altay“.
Die MAN Unternehmensgruppe beteiligte sich auch in den 80ern am Aufbau des nuklearen Programms für das Apartheidsregime in Südafrika. Die revolutionären Zellen griffen deshalb in den 80er Jahren ein Werk von MAN an.
Die Zusammenarbeit mit faschistischen Regimen und das Profitieren von Krieg bildet die Grundlage für die Vormachtstellung des VW-Konzerns, daran hat sich seit 1934 nichts geändert.

Der Daimler-Mercedes Konzern beteiligte sich ebenfalls an der Ausbeutung von Zwangsarbeiter*innen und KZ-Häftlingen, mehr als 64.000 Menschen arbeiteten in den Werken der Gruppe, die ab 1942 ausschließlich für den militärischen Gebrauch produzierten. Mercedes baut nach Ende des 2- Weltkrieges nicht nur wieder Autos sondern ist auch in der Entwicklung und Produktion von militärischen Fahrzeugen eine wichtige Größe.
Die Firma MTU, welche Motoren und Getriebesysteme für den Bau in Panzern und Flugzeugen herstellte gehörte bis 2006 zur Daimler Gruppe, bei Entwicklung und Bau des Leopard 2 Panzers spielt MTU eine wichtige Rolle. Die Antriebstechnologie aus den Leopardpanzern stammt von MTU. Mittlerweile gehört MTU zu gleichen Teilen zur Daimler AG und dem Rolls-Royce Konzern.
Am 16. März 1988 wurden in Helebce mindestens 5.000 kurdische Zivilist*innen vom Regime Saddam Husseins mit Giftgas ermordet. Das Gas wurde in einer Fabrik in Samarra vom Regime hergestellt. Aber an vielen Phasen der Produktion waren deutsche Unternehmen beteiligt. So beteiligte sich Züblin am Bau der Fabrik. Water Engineering Trading GmbH aus Hamburg lieferte die Verschraubungstechnik zur Herstellung des Gases. Andere Profiteure sind unter anderem die hessische Karl Kolb AG in Hessen, die Ausgangsstoffe und Laborgeräte lieferte. Die Firmen aus Deutschland, wie Karl Kolb / Pilot Plant und WET, die die Ausgangsprodukte für die Giftgasproduktion geliefert hatten, behaupteten, dass es sich um Unkrautvernichtungsmittel gehandelt habe. Mindestens 52 Prozent aller Giftgasanlagen im Irak kamen von deutschen Firmen, andere Quellen sprechen sogar von 70 Prozent. Später wurde bekannt, dass in den Firmen zahlreiche Mitarbeiter des BND arbeiteten, die Bundesregierung scheint die Aufrüstung des Saddam-Regimes mit Giftgas nicht gestört zu haben. Insbesondere die Kohl-Regierung unterstützte die Waffenhändler, von denen nur drei belangt wurden. Sie erhielten geringe Bewährungsstrafen.

Die Strabag AG, welche schon in der Zeit des deutschen Faschismus Hauptprofiteur von Befestigungsanlagen, Konzentrationslager und den wahnsinnigen Bauprojekten Hitlers war, beteiligt sich weiterhin an der Zerstörung des Planeten und schafft Infrastruktur für die Strukturen der Ausbeutung. Strabag hat sich 2002 mit der Firma Züblin fusioniert, welche sich durch die Ausbeutung von KZ-Häftlingen in der Nazizeit hervor getan hat und am Bau der Produktionsanlagen für das Giftgas-Massaker in Helebce beteiligt war.
Ob beim Bau der A49 oder bei der Errichtung von Straßenanlagen und Betonwüsten, Strabag hat weltweit einen großen Anteil an der Zerstörung unserer Lebensgrundlage.

Die Degussa AG (Deutsche Gold- und Silber-Scheide-Anstalt) gehörte neben dem IG Farben-Konzern zu den Hauptproduzenten von Zyklon B, welches für die Ermordung der KZ-Gefangenen genutzt wurde.
Die Degussa AG ist mittlerweile in der Evonik AG aufgegangen. Evonik ist neben der chemischen Produktion auch in den Bau und den Betrieb von Kohleminen und Kraftwerken involviert. Weltweit ist Evonik so beim Raubbau an den Ressourcen dieses Planeten beteiligt.

BASF war damals das größte Unternehmen in der IG Farben Gruppe, zu der außerdem Bayer und Degussa gehörten und stellten unter anderem Zyklon B und kriegswichtige Chemiekalien her. Die IG Farben Gruppe profitierte in unglaublichem Ausmaß von der Ausbeutung und Ermordung in Konzentrationslagern, sie bauten damals das größte Chemiewerk der Welt auf dem Gelände des Konzentrationslager Auschwitz, in dem hunderttausende Menschen ermordet wurden.
Heute ist BASF eines der größten Chemieunternehmen der Welt, durch den Verkauf von Pestiziden und Düngemittel beteiligen sich in großem Umfang an der Umweltzerstörung, außerdem stellen sie einige Ausgangsstoffe für die Herstellung von sprengfähigem Material und Munition für die Kriegsindustrie her.
Der Bayer Konzern beteiligte sich nach dem Krieg unter anderem an der Herstellung des Entlaubungsmittels „Agent Orange“ welches für den Kampf gegen die Bevölkerung Vietnams während des Vietnamkrieges eingesetzt wurde. Im Jahr 2016 kaufte die Bayer AG Mosanto, welches Kleinbauern und lokale Landwirtschaft auf der ganzen Welt durch manipuliertes Saatgut unterdrückt, welches keine eigenen neuen Samen abwerfen, so dass die durch Verträge an Monsanto geknebelten Bauern immer wieder neues Saatgut kaufen müssen.
Auch Monsanto beteiligte sich bei der Herstellung von „Agent Orange“ während des Vietnam-Krieges.

In Bau und Entwicklung des Leopard 2 Panzers, der von der türkischen Armee und ihren djihadistischen Banden im Kampf gegen die Selbstverwaltung in Rojava und bei der Invasion von Afrin eingesetzt wurden sind verschiedene deutsche Firmengruppen vertreten, die bereits in der Geschichte blutige Spuren hinterlassen haben.
So zum Beispiel die Waffenschmiede Rhein-Metall, deren blutige Spur sich auch durch die deutsche Geschichte zieht. Der Konzern baute im 1. Weltkriege Kanonen und todbringende Artillegeschütze und beteiligte sich an der Aufrüstung des Naziregimes. Während des Hitlerfaschismus baute Rhein-Metall für das Panzer Programm der Wehrmacht Geschütze und war vor allem in der Waffentechnik und Entwicklung beteiligt.
Im Jahr 2010 gründete Rheinmetall mit dem Münchener Maschinenbaukonzern MAN das gemeinsame Unternehmen „Rheinmetall MAN Military Vehicles“, welches unter anderem die Produktion des neuen Aufstandbekämpfungsfahrzeugs „Survior“ übernimmt. Darüber hinaus unterhält Rheinmetall das Tochterunternehmen „RWM Italia“ mit Produktionsstätten auf Sardinien, zur Produktion von Sprengstoffen. Mit der geplanten Panzerfabrik an der türkischen Schwarzmeerküste welche Rheinmetall mit dem türkischen Unternehmen „BMC“ plant, intensiviert es seine Handels- und Produktionsbeziehung mit dem Regime in Ankara.

Der Krieg im Jemen, bei dem deutsche Unternehmen militärisches Gerät an die an der Blockade der Zivilbevölkerung beteiligt sind, wird unter anderem von der Firma Thyssen-Krupp-Marinesystems gestützt, welche Patroullienbote an Kriegsparteien verkauft, welche für die Seeblockade eingesetzt werden. Die Firma Thyssen-Krupp war zusammen mit anderen Unternehmen an der Herrstellung von Zyklon-B beteiligt. Außerdem produzierte Thyssen Krupp Panzer und Waffentechnoligie für die Naziherrschaft. Heute baut Thyssen-Krupp-Marine Systems und Thyssen-Krupp plastics vor allem Kriegsschiffe und U-Boote, welche unter anderem an Griechenland, Saudi Arabien verkauft werden. Thyssen-Krupp arbeitet ebenfalls mit dem Faschismus in der Türkei zusammen und unterhält eine Produktionsstätte für Stahl im Nordwesten. In der Provinz Kocaeli etablierte das Unternehmen die Tochterfirma „Thyssenkrupp Materials Turkey“.

Die hier genannten Unternehmen profitierten und profitieren weiterhin von Krieg, Ausbeutung, Mord und Faschismus. Die Kontinuität dieser Verflechtung zu benennen und ins Auge zu nehmen halten wir für wichtig, um die Mitschuld und Verzweigung Deutschlands mit faschistischen und autoritären Regimen zu verstehen und die richtigen Ziele unserer Interventionen zu finden.

 

 

Internationale Solidarität muss praktisch werden!

 

 

webadresse: 
Lizenz des Artikels und aller eingebetteten Medien: 
Creative Commons by-sa: Weitergabe unter gleichen Bedingungen