[LE] Spontandemonstration nach Hausdurchsuchungen im Bundesgebiet
Wir haben uns am späten Abend des 03.11.26 mit mehreren Dutzenden Antifas die Straße genommen. Unter Einsatz von einigem an Schall-/Knall und Raucherzeugern schlenderten wir über die Eisenbahnstraße im Leipziger Osten und ließen die Nacht in den Tag umwandeln. Das Ziel war das nächste gelegene Bullenrevier. Nachdem wir zwei weitere Barrikaden auf der Straße errichteten, erreichten wir unsere Destination. Im Handumdrehen klirrten die Fensterscheiben des als zu verhassten Staatsgebäudes. Nach kurzzeitiger Ekstase, mit großer Einbuße für TeamBlau, versprengte sich der Haufen in alle Richtungen. Zu schön, dass die Nacht ihre vollkommene Dunkelheit für uns bereit hielt, um stillschweigend in den Alltag des Otto Normalverbrauchers abzutauchen.Leider kam es nicht zum direkten Show-off mit der Polizei. Die Uniformierten verkrümmelten sich in den Seitenstraßen und versteckten sich in ihren Autos. Eventuell gab es am vergangenen Wochenende zu viel zu arbeiten.
Was ist passiert?
Am frühen Dienstagmorgen kam es in Sachsen, Thüringen, Hamburg und Bremen zu einer Vielzahl von Hausdurchsuchungen bei Antifaschist:innen.Vier Betroffene wurden aufgrund vorliegender Haftbefehle festgenommen. Ein angeblicher Angriff aus 2024 reicht der Staatsanwaltschaft Sachsen aus, um das nächste 129-Verfahren zu eröffnen.
Wir wählen die Konfrontation.
Wut und Trauer begleiteten uns den Tag während der anhaltenden Durchsuchungen. Dennoch sind wir nicht überrascht. Die Soko Linx versucht seit Jahren linke und antifaschistische Personen, die sich gegen den sächsischen rechten Normalzustand wehren, zur Rechenschaft zu ziehen. Dabei kommt es hin und wieder zu repressiven Kahlschlägen, jene die die Zerschlagung antifaschistischer Praxis bergen. Dies hat uns veranlasst, unseren Frust ohne Vorschrift und Einhaltung jeglicher Regeln in der nächtlichen Stunde zum Ausdruck zu bringen. Die Polizei und Justiz kann so oft kommen, wie sie will, und unsere Türen eintreten, uns verhaften und uns anschließend verurteilen. Trotzdem werden die Aufständigen und nicht Gehörten Wege finden, eine adäquate Reaktion zu liefern. Eins sei gewiss Helmpflicht gilt für jedes Bullenschwein.
Ein Aufruf zur Revolte!
In Leipzig kam es am Halloweenwochenende zu kleineren Auseinandersetzungen mit der Staatsgewalt. Unter dem Motto "GenZ regelt das" demonstrierten deutschlandweit knapp über Hunderttausend, die meisten von ihnen nicht mal volljährig. Zur späteren Geisterstunde brach in mehreren Großstädten das Chaos aus. Party-Meuten, brennende Barrikaden und Angriffe auf Cops, in Form von Stein- und Molotowcocktailwürfen, prägten das Stadtbild. In Frankfurt Zeil, Einkaufsmeile, gelang ein atemberaubender Coup. Mehrere Läden wurden nach französischem Vorbild geplündert. Erst nach einigen Stunden kehrte Ruhe ein. Im Stil von G20 bewachten vollmontierte SEK-Beamte die umliegenden Straßen für die restliche Nacht. Ein Hoffnungsschimmer breitet sich aus.
Nach all den Jahren der Repression und der marktwirtschaftlichen Misere stehen die Zeichen auf Sturm. Unsere Zukunft ist trist, dennoch wollen wir nicht so enden wie du. Die Kreationen einer neu aufgestellten Welt ohne kapitalistische Ausbeutung, ohne Arbeiten bis zum Lebensende, ohne todbringende Hitzewellen, ohne Rassismus, ohne Antisemitismus, ohne Homophobie, ohne Depressionen und Angst vor dem Anstehenden kitzeln uns an den Füßen. Ergreift die Möglichkeit und lasst die positive Energie durch euren ganzen Körper strömen. Kommt zum nächsten Akt der internationalen Jugendproteste am 20.11.26. Achtet auf weitere Ankündigungen der jeweiligen Organisator:innen.
Wir wünschen allen von Repression Betroffenen viel Kraft. Haltet durch! Bis alle frei sind! Antifa bleibt Handarbeit
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Ergänzungen
Impressionen
Hier ein paar visuelle Impressionen.