Lina ist vorläufig wieder draussen – Verfassungsgericht setzt Beugehaft aus

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(ENG below)

Mit Beschluss vom 23.09.2026, hat das Bundesverfassungsgericht überraschend die Beugehaft gegen Lina ausgesetzt.

So wurde sie am 24.09.2026 aus der JVA Chemitz entlassen und befindet sich vorläufig in Freiheit.

 

Lina hat die letzten knapp drei Monate in Beugehaft verbracht, nachdem sie am 30.06.2026 vor dem OLG Dresden keine Aussagen gegen die dort Angeklagten getätigt hat.

Nur fünf Wochen nachdem sie auf 2/3 entlassen wurde, wurde sie vom OLG Dresden geladen, um dort in der zweiten Runde des Antifa Ost-Verfahrens auszusagen.

Sie wurde stark unter Druck gesetzt und ihr wurde mehrfach mit Knast gedroht, davon hat sie sich jedoch nicht einschüchtern lassen und deutlich gemacht, dass sie trotz allem, was der Staat nun schon gegen sie unternommen hat, nicht zur Verräterin wird.

Sie erklärte dem Richter Kubista: "Wenn die Beugehaft der Druck ist, den sie hier aufbauen wollen, werde ich dem standhalten." Genau das hat sie bis zu ihrer Entlassung am 24.09.26 getan.

 

Die Rache des Staates wird von Kubista auch dann durchgesetzt werden, wenn die eigenen (juristischen) Spielregeln noch unklar sind. Wo Freiheit nichts mehr Wert zu sein scheint, ist es dann auch kaum noch überraschend, wenn der Tod in Kauf genommen wird, wie jüngst bei Henry.

 

Freiheitsentzug (obwohl keine Strafe im eigentlichen Sinne) als Mittel zur Durchsetzung des Verrats ist gerade für einen deutschen Staat wohl nicht verwunderlich.

Aber das bedeutet nicht, dass wir sie einfach hinnehmen können.

Der Aufruf zum Verrat ist etwas, das nicht nur eine revolutionäre Bewegung, sondern auch Hinz, Kunz, Tante Emma und alle groß und klein und dazwischen verachten.

Es ist schmutzig, Leute an's Messer zu liefern, es ist schmutzig, gegen Leute auszusagen und es ist noch schmutziger, die Verweigerung zu bestrafen.

 

Die Situation der Beugehaft ist größer, als Kubista und Dresden. Sollte hier ein weiteres Exempel gegen Links in der sächsischen Hauptstadt statuiert werden, so wird das Konsequenzen für alle und überall haben. 

Hier geht es nicht um eine Geldstrafe, die schon eine existenzielle Bedrohung sein kann, sondern um bis zu sechs Monate Haft, für alle, die nicht verraten. 

 

Ausblick

 

Nun hat das Bundesverfassungsgericht zwar gesagt, dass Lina vorerst entlassen werden soll, da sie die Entscheidung noch nicht getroffen haben, aber das ist kein wirklicher Grund zum Feiern. So schön es ist, dass Lina bei ihren Lieben sein kann, so offensichtlich ist auch die Willkür in Dresden und darüber hinaus. Ein weiterer Verurteilter im Antifa Ost-Verfahren musste fast die gesamten sechs Monate absitzen und auch Lina bleibt nur draussen, wenn anerkannt wird, dass sie sich selbst belasten könnte, weil noch Verfahren gegen sie schlummern.

 

Und das bedeutet – mal wieder - dass Lina nur unter Vorbehalt in Freiheit ist und auf die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts warten muss, nach der sie möglicherweise weitere drei Monate Beugehaft absitzen wird.

 

Es bleibt ein weiteres mal Festzustellen, dass der Druck von außen, auf der Straße, außerhalb der Gerichte bisher zu gering ist, um die Gerichte und Strategien der Bundesanwaltschaft zu blockieren. Eine solidarische Bewegung wird sich zukünftig intensiver sowohl mit Beugehaft, als auch mit dem Kampf dagegen auseinandersetzen müssen.

  

Solidarität mit Gino, Maja und allen Verfolgten - Freiheit für Alle!

 

Texte zur Verhängung der Beugehaft gegen Lina:

 

https://de.indymedia.org/node/752103 , https://de.indymedia.org/node/747236 , https://rote-hilfe.de/meldungen/bgh-urteil-zur-erzwingungshaft-gegen-antifaschistin-lina-beugehaft-als-neuer-standard , https://rote-hilfe.de/meldungen/bundesverfassungsgericht-setzt-beugehaft-aus-antifaschistin-lina-ist-frei

 

 

 

 

Lina Is Temporarily Free Again—Constitutional Court Suspends Coercive Detention

 

In a surprise decision dated September 23, 2026, the Federal Constitutional Court unexpectedly suspended Lina’s coercive detention.

As a result, she was released from the Chemitz Women’s prison on September 24, 2026, and is currently free on a provisional basis.

 

Lina spent the last nearly three months in coercive detention after she refused to testify against the defendants before the Dresden Higher Regional Court on June 30, 2026.

Just five weeks after she was released on a two-thirds sentence, she was summoned by the Dresden Higher Regional Court to testify in the second round of the Antifa Ost trial.

She was subjected to intense pressure and repeatedly threatened with imprisonment, but she refused to be intimidated and made it clear that, despite everything the state has already done against her, she will not become a traitor.

She told Judge Kubista: “If coercive detention is the pressure you’re trying to exert here, I will withstand it.” That is exactly what she did until her release on September 24, 26.

 

Kubista will enforce the state’s revenge even when its own (legal) rules of the game remain unclear. Where freedom seems to be worth nothing anymore, it is hardly surprising when death is accepted as a consequence, as was recently the case with Henry. 

Deprivation of liberty (although not a punishment in the strict sense) as a means of enforcing betrayal is hardly surprising, especially for a German state.

But that doesn’t mean we can simply accept it.

The call for betrayal is something that not only a revolutionary movement but also Joe Schmo, Aunt Emma, and everyone—big, small, and in between—despise.

It’s despicable to turn people in, it’s despicable to testify against people, and it’s even more despicable to punish those who refuse to do so.

 

The issue of coercive detention extends beyond Kubista and Dresden. If another example is to be set here against the Left in the Saxon capital, it will have consequences for everyone, everywhere.

This isn’t about a fine—which can already be an existential threat—but about up to six months in prison for anyone who refuses to snitch.

 

Outlook

Now, the Federal Constitutional Court has said that Lina should be released for the time being, since they haven’t reached a final decision yet, but that’s no real cause for celebration. As wonderful as it is that Lina can be with her loved ones, the arbitrariness in Dresden and beyond is just as obvious. Another defendant in the Antifa Ost trial had to serve nearly the entire six months, and Lina, too, remains free only because it is acknowledged that she could incriminate herself, since other cases against her are still pending.

And that means—once again—that Lina is free only conditionally and must wait for the Federal Constitutional Court’s decision, after which she may have to serve another three months of coercive detention. 

Once again, it must be noted that external pressure—on the streets, outside the courts—has so far been too weak to block the courts and the strategies of the Federal Prosecutor’s Office. In the future, a movement based on solidarity will have to engage more intensively with both coercive detention and the struggle against it.

 

Solidarity with Gino, Maja, and all those being persecuted—Freedom for All!

 

Articles on the imposition of coercive detention against Lina:

 

https://de.indymedia.org/node/752103 , https://de.indymedia.org/node/747236 , https://rote-hilfe.de/meldungen/bgh-urteil-zur-erzwingungshaft-gegen-ant... , https://rote-hilfe.de/meldungen/bundesverfassungsgericht-setzt-beugehaft...

 

 

 

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