Angriff auf Heidelberger Materials Beton

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 In der vergangenen Nacht des Antikriegstages 2026 vom 01.09 auf den 02.09 haben wir uns Zugang zum Betonwerk der Firma Heidelberg Materials Beton in der Waldstraße in 61191 Rosbach vor der Höhe verschafft und Betonmischer auf dem Gelände angezündet.

 

In der vergangenen Nacht des Antikriegstages 2026 vom 01.09 auf den 02.09 haben wir uns Zugang zum Betonwerk der Firma Heidelberg Materials Beton in der Waldstraße in 61191 Rosbach vor der Höhe verschafft und Betonmischer auf dem Gelände angezündet.

 

Heidelberger Cement ist seit 2007 in Israel vertreten. Die Tochter „Hanson Israel“ produziert Zuschlagsstoffe, Asphalt und Transportbeton. Sie betreibt neben 3 Standorten zum Abbau von Zuschlagsstoffen 2 Asphaltwerke und 26 Transportbetonwerke. Ein Steinbruch, ein Asphaltwerk und zwei Betonwerke befinden sich auf besetztem palästinensischem Gebiet im Westjordanland. Das Tochterunternehmen „Hanson Israel“ ist eines von nur 11 israelischen Bauunternehmen, die Baustoffe im Westjordanland abbauen und damit direkt unter von Besatzung und Siedlergewalt profitieren. Mittlerweile gewinnt Israel fast 25% aller Baustoffe aus seinen besetzten Gebieten. Für den Steinbruch Nahal Raba wurden palästinensische Weide- und Ackerflächen, sowie Brunnen zerstört. Die dortige Bevölkerung wurde ihre Lebensgrundlage entzogen und vertrieben. Seit Oktober 2025 ist bekannt, dass die Umwelt- und Lebensraumzerstörung in dem Steinbruch ausgeweitet werden soll.

 

Die Besetzung palästinensischer Gebiete sowie deren Zerstörung und wirtschaftliche Ausbeutung führen dazu, dass Heidelberger Materials unmittelbar von dem Genozid an der palästinensischen Bevölkerung profitiert. Durch die Mitwirkung am Bau von Siedlungen und weitere Kooperationen mit dem israelischen Staat tragen sie zusätzlich zu dessen Fortführung bei. Seit dem Krieg in Gaza hat sich die Vertreibung und der anhaltende Genozid immer weiter zugespitzt. Erst jüngst sprach der israelische Polizeiminister Ben-Gvir davon, im Gaza-Streifen täglich 30 oder 40 Menschen zu töten. Drachen, die Kinder im Spiel steigen lassen, gelten als militärische Ziele und sollen bombardiert werden.

 

Die engen Beziehungen zwischen Deutschland und Israel werden einerseits mit den wirtschaftlichen Interessen deutscher Unternehmen in Israel sowie in den besetzten Gebieten erklärt. Deutsche Rüstungsfirmen gehören nach den USA zu den wichtigsten Lieferanten militärischer Güter für Israel. Andererseits gilt Israel – ähnlich wie die Türkei – seit vielen Jahrzehnten als strategischer Partner Deutschlands in Westasien, wodurch der Zugang zur Region und ihren Ressourcen abgesichert werden soll. Darüber hinaus besteht seit Jahrzehnten eine Zusammenarbeit der Sicherheits- und Repressionsapparate beider Staaten, in deren Rahmen deutsche Behörden Methoden der israelischen Aufstandsbekämpfung übernehmen beziehungsweise erlernen.

 

Die deutsche Unterstützung für Israel lässt sich nicht einfach als historische Verpflichtung erklären. Vielmehr verfolgt Deutschland damit eigene Interessen – etwa den Ausbau von Einfluss und den Zugang zu strategisch wichtigen Regionen. Mit der „Zeitenwende“ 2022, dem 100-Milliarden-Sondervermögen, dem Anspruch auf eine „neue Verantwortung Deutschlands in Europa“, Plänen für die größte Armee des Kontinents und der Diskussion um die Wehrpflicht zeigt sich: Der deutsche Imperialismus kehrt mit Nachdruck auf die weltpolitische Bühne zurück.

 

Als Kommunist*innen können nur die Ausgebeuteten und Unterdrückten weltweit unser Bezugspunkt sein. Sie teilen unser Interesse an der eigenen Befreiung. Internationale Solidarität findet seinen praktischsten Ausdruck, wenn wir als Kommunist*innen konkret den deutschen Imperialismus angreifen. Denn der Hauptfeind steht im eigenen Land.

 

Doch als kommunistische Bewegung in Deutschland sind wir den Herausforderungen der aktuellen Zeit kaum gewachsen. Den Kopf in den Sand zu stecken bleibt dennoch keine Option. Wir stehen vor der Notwendigkeit, den aktuellen Entwicklungen unseren Widerstand entgegen zu setzen. Alle Formen der Aktion sind dafür legitim. Doch die Notwendigkeiten, die der Klassenkampf an uns als Kommunist*innen stellt, zwingen uns vor allem zur Einheit in der Aktion. Zum gemeinsamen Kampf auf der Straße.

 

Mit unserer Aktion stehen wir neben den Ulm5, die vor Gericht die Verstrickungen des deutschen Staates in den Genozid in Palästina offenbaren. Wir stehen Schulter an Schulter mit den Elbit11 aus Tschechien, mit Palestine Action in Großbritannien und den Aktionen gegen die deutsche Kriegsindustrie parallel in Köln. Wir stehen an der Seite all jener Genoss*innen, die weltweit für ihre Überzeugungen kämpfen, vor Gericht gestellt werden, in Gefängnissen sitzen oder Repression erfahren.

 

Die Repression gegen den Widerstand gegen koloniale Unterdrückung und für internationale Solidarität macht auch vor Menschen mit Pässen des globalen Westens nicht halt. Das zeigt sich unter anderem daran, dass internationale Beobachter*innen auf den Philippinen immer wieder vom Militär entführt werden. Es zeigt sich ebenso in der Repression, die Aktivist*innen bei den Gaza-Flotillas in Solidarität mit Palästina oder im Rahmen der Solidarität mit Kurd*innen erfahren – bis hin zu vielfältigen Formen von Folter und sexualisierter Gewalt. So haben die Internationalist*innen, die im Januar 2026 an einer Delegation nach Bakur teilnahmen, von Folter, sexualisierter Gewalt und Vergewaltigung berichtet und diese Erfahrungen öffentlich gemacht.

 

Aktuell findet das Rheinmetall-Entwaffnen Camp in Köln statt. Bereits im vergangenen Jahr wurde es kriminalisiert und die Abschlussdemonstration angegriffen. Hier besteht die praktische Möglichkeit, im Widerstand gegen Wehrpflicht, Aufrüstung und Krieg, in der Aktion, im Leben auf dem Camp und im Kampf um die Straße Einheit zu zeigen. 

 

Internationalismus praktisch machen – kommunistische Bewegung aufbauen!

 

 

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