Kein Freund, kein Helfer - Solidarität kostet Geld
Im Fall polizeistaatlicher Willkür in Friedrichshain bei der in der Nacht vom 6. zum 7. Juni in der Kreutziger vier Personen festgenommen wurden, sammeln wir für Prozesskosten.
Die Vorwürfe gegen die betroffenen Menschen lauten gefährlicher Eingriff in den Straßenverkehr, Beleidigung, tätlicher Angriff, Widerstand und versuchte Gefangenenbefreiung.
Unsere Vorwürfe lauten Willkür, staatlich geduldete Gewalt, unterlassene Hilfeleistung, Verleumdung, falsche Verdächtigung und Falschinformation von Medien und Öffentlichkeit.
Die Betroffenen wurden in Bauchlage fixiert, manche bis zu zehn Minuten, obwohl sie teilweise keine Luft bekamen. Sie haben es überlebt. Der jüngste Fall staatlicher Hinrichtung ist Ibrahim Barry, der von den Bullen in Bauchlage fixiert wurde, bis er erstickt ist. Dabei ist längst bekannt, dass diese Methode tödlich ist. Natürlich wissen das auch die Bullen. Sie wissen auch, dass sie keine Strafe erwarten müssen, wie jüngst der Fall von Muhammed Dramé belegt. Stattdessen werden Angehörige mit Repression überzogen. Wir prangern auch den Umgang mit psychisch kranken Menschen oder behinderten Menschen an.
Nachdem die Bullen sie zusammengeschlagen haben, haben sie sie in die Zellen geschmissen, wie Müll in eine Tonne. Obwohl diese teilweise erheblich verletzt waren, mussten sie stundenlang in den Zellen hocken. Erst nach der ED-Maßnahme konnten sie sich in Rettungsstellen behandeln lassen. Auch dies ist bestens dokumentiert.
In der Zelle wurde einer Person die Toilette verwehrt, sodass sie in die Zelle pissen musste. Als weitere entwürdigende Schikane musste die Person in der vollgepissten Zelle bleiben und das Fenster in der Zellentür wurde geschlossen.
Anstatt sich zu entschuldigen, werfen uns Generälin Solwik und Sprangers Schergen vor, die Bullen in einen Hinterhalt gelockt zu haben. Zudem sind wir linksradikal, weil das Ganze in der Nähe der sooo "gefährlichen" Rigaer passiert ist.
Wenn eins gefährlich ist, dann ist es dieser autoritäre Staat. Der Staat, dem es egal ist, ob in seiner Obhut Leute verrecken. Ein Staat, der alle unterdrückt, die sich nicht der kapitalistischen Scheiße unterwerfen wollen.
In unserem Fall haben zwei betroffene Personen die Bullen angezeigt, wir manchen damit einen gut dokumentierten Fall von Polizeigewalt öffentlich. Wir wollen unsere Privilegien nutzen und für die kämpfen, die es nicht oder nicht mehr können. Auch wenn wir wissen, dass es sehr schwierig wird, wollen wir kämpfen. Kämpfen gegen Polizeigewalt. Kämpfen gegen den autoritären Staat. Kämpfen für Gerechtigkeit.
Deshalb wehren wir uns. In einem kapitalistischen System der Ausbeutung und Unterdrückung ist dies leider mit viel Kohle verbunden.
Während wir uns auf den Staat nicht verlassen können, wissen wir, dass wir uns auf Deine Solidarität verlassen können.
Wenn Du einen Taler oder mehr übrig hast, freuen wir uns auf finanzielle Unterstützung. Falls es gerade knapp ist, dann kannst Du uns unterstützen, wenn Du den Beitrag teilst.
Wir bereiten auch Solipartys, Bingo und Merch vor.
Gleichzeitig bedanken wir uns bei den Personen, die uns bisher supportet haben, ob solidarische Nachrichten, eine Begleitung ins Krankenhaus oder in die Gewaltschutzambulanz oder eine Umarmung und aufbauende Worte oder bloß zuhören. Danke, dass ihr für uns da seid.
Gerechtigkeit für Oury, Nelson, Lorenz, Ibrahim, Mohammed und alle anderen.
Kampf dem Bullenterror.
Eure Kriminalisierung kotzt uns an, Solidarität mit der Rigaer.
Die Zähne zeigt, wer das Maul aufmacht.
Trotz Repression den Antifaschistischen Widerstand organisieren.
Wer sich nicht wehrt, lebt verkehrt.
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